Automatisierungstechnik 2011 18.05.2012, 11:56 Uhr

Automatisierungsindustrie legt bei Umsatz und Mitarbeitern zu

Die Automatisierungsindustrie Deutschlands hat 2011 beim Umsatz und der Zahl der Mitarbeiter beträchtlich zugelegt. Für das laufende Jahr prognostiziert der Fachverband moderates Wachstum, initiiert durch Energieeffizienz. Energiewende und Elektromobilität sollen darüber hinaus für Zuwächse sorgen.

Automatisierungstechnik spielt im Hochlohnland Deutschland eine wichtige Rolle. „Weil wir uns arbeitsintensive Tätigkeiten hier nicht mehr leisten können, besteht der Anreiz, mit möglichst hohem Automatisierungsgrad zu produzieren“, sagt Dieter Westerkamp, Geschäftsführer der VDI-/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik mit Sitz in Düsseldorf. Für die Produktionsanlagen selbst sei der weltweite Markt ein ganz wichtiger: „Rund 80 % der Produkte zur Automatisierungstechnik werden ins Ausland verkauft.“ Komponenten und ganze Produktionssysteme made in Germany sind weltweit gefragt.

Der Gesamtumsatz der deutschen Automatisierungsindustrie lag 2011 bei knapp 48 Mrd. € und damit 17 % über dem Vorjahr, informiert der Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie, ZVEI, Frankfurt am Main. Deutschland hat einen weltweiten Marktanteil von 10 %. „Das ist bemerkenswert, wenn man die Weltproduktion aus dem Jahr 2000 mit der zehn Jahre später vergleicht“, meint Michael Ziesemer, Mitglied des Vorstands des ZVEI-Fachverbands und Vorsitzender des Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung. In beiden Jahren sei die USA führender Produzent gewesen, 2000 mit 40 %, 2010 mit nur noch 24 %. Deutschland konnte seinen Anteil im gleichen Zeitraum von 7 % auf 10 % steigern. Der große Gewinner allerdings ist China, das heute an zweiter Stelle steht.

Prozessautomatisierung: Wichtiger Bereich innerhalb der Automatisierungsindustrie

Die Prozessautomatisierung ist eine Querschnittstechnologie, die in allen verfahrenstechnischen Industrien benötigt wird, um wirtschaftlich, aber auch umweltgerecht und sicher zu produzieren. Zu den wichtigsten Abnehmerbranchen gehören chemische und pharmazeutische Industrie sowie Erdöl- und Erdgasgewinnung einschließlich der Verarbeitung dieser Rohstoffe. Energieeffizienz ist das dominierende Thema in der Automatisierung, denn in all die genannten Branchen wird in hohem Maße Energie verbraucht. „Wir gehen davon aus, das sich der Energieverbrauch in der verfahrenstechnischen Industrie durchschnittlich um ein Viertel senken lässt“, sagt Ziesemer. Erreichen ließe sich das durch Energiesparmotoren und elektronische Drehzahlregelung der 35 Mio. Elektromotoren, die in Deutschland laufen, um Pumpen, Lüfter, Kompressoren und Transportbänder anzutreiben. Über die Energie- vollziehe sich nach Meinung von Ziesemer ein Wandel hin zur umfassenden Ressourceneffizienz.

Ein weiterer Trend ist die zunehmende Bedeutung der vernetzten Automation. „Die innerhalb der Branche noch vorgenommene Trennung in Fertigungs-, Prozess- und Gebäudeautomation verliert an Bedeutung, denn die Übergänge werden fließend“, sagt Gunther Kegel, Vorsitzender des Vorstands vom ZVEI-Fachverband Automation. Vernetzung macht Anlagen intelligent – und das zunehmend kabellos.

Automatisierungsindustrie profitiert von Wachstum in Elektroindustrie und Maschinenbau

Für das laufende Jahr prognostiziert Kegel, dass die deutsche Elektroindustrie und der deutsche Maschinenbau von der globalen Konjunktur-Erholung profitieren werden. „Daher wagen wir es, für das Jahr 2012 ein Wachstum in der Größenordnung von 5 % vorherzusagen“, so Kegel. Und darüber hinaus? „Energiewende und E-Mobility als die Kernthemen der Elektroindustrie haben die Automatisierungsbranche noch nicht erreicht. Doch innerhalb der nächsten 24 Monate, werden diese beiden Megatrends zusätzliche Wachstumsimpulse generieren“, meint Kegel vom ZVEI.

Davon dürfte auch die Beschäftigung in der Automatisierungsindustrie profitieren. 2011 sind 16 000 neue Stellen entstanden, insgesamt hat die Branche rund eine viertel Million Beschäftigte. Westerkamp schätzt, dass davon 40 000 bis 50 000 Ingenieure sind. 

Ein Beitrag von:

  • Peter Ilg

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