Umweltfreundliches Fliegen 08.04.2015, 13:48 Uhr

Boeing und NASA testen Anti-Insekten-Beschichtung

Flugzeugbauer Boeing und die US-Weltraumbehörde NASA testen Oberflächenbeschichtungen, die Insekten keinen Halt mehr bieten sollen. Bislang verschlechtern tote Mücken, Fliegen und Co. die aerodynamischen Eigenschaften großer Passagierjets. Die Folge: höherer Treibstoffverbrauch.

Boeing hat eine 757 für das sogenannte ecoDemonstrator-Programm umgerüstet. Die Maschine hebt demnächst in der Insektenhochburg Louisana ab  – an den Flügeln befinden sich verschiedenen Oberflächenbeschichtungen.

Boeing hat eine 757 für das sogenannte ecoDemonstrator-Programm umgerüstet. Die Maschine hebt demnächst in der Insektenhochburg Louisana ab  – an den Flügeln befinden sich verschiedenen Oberflächenbeschichtungen.

Foto: John D. Parker/Boeing

Fliegen und Mücken, Motten und Bienen: Wer im Sommer Kühlergrill, Beleuchtung und Motorhaube seines Autos inspiziert, weiß genau, wie viele unterschiedliche Insekten daran haften und ihr jähes Ende finden. Was beim Pkw weniger schlimm ist und spätestens mit dem nächsten Besuch in der Waschstraße weggespült wird, sorgt bei großen Flugzeugen für erhebliche Mehrkosten.

Der Grund: Die Bioschicht aus Insektenresten beeinträchtigt die aerodynamischen Eigenschaften der Flugzeuge derart negativ, dass sich der Treibstoffverbrauch spürbar erhöht. Forscher des Luftfahrtkonzerns Boeing und der US-Weltraumbehörde NASA wollen dem nun ein Ende setzen.

Im Rahmen des Programms namens ecoDemonstrator testen die Wissenschaftler fünf verschiedene Oberflächenbeschichtungen auf ihre Fähigkeiten, Insekten schnell abrutschen zu lassen. Testflugzeug wird eine gebrauchte Boeing 757 sein, die bei der Fluggesellschaft TUI im Einsatz war und nun für das ecoDemonstrator-Programm umgerüstet wurde.

Flugtests in der Insektenhochburg Louisiana

Bei großen Passagierjets bleiben Insekten vor allem an den sogenannten Krügerklappen haften. Diese kippbaren Vorrichtungen an der Vorderseite der Tragflächen sollen den Auftrieb der Flugzeuge verbessern sowie einen stabilen Flug bei niedrigen Geschwindigkeiten sicherstellen. Die Folgen insektenbehafteter Oberflächen erläutert Fay Collier von der NASA: „Ein erhöhter Luftwiderstand bedeutet auch erhöhten Treibstoffverbrauch. Und das führt wiederum zu mehr Schadstoffen in der Atmosphäre.“

Die Wissenschaftler wollen herausfinden, welche Oberflächenbeschichtung Insekten am wenigsten Haftmöglichkeit bietet. Das soll den Kerosinverbrauch der Flugzeuge senken.

Die Wissenschaftler wollen herausfinden, welche Oberflächenbeschichtung Insekten am wenigsten Haftmöglichkeit bietet. Das soll den Kerosinverbrauch der Flugzeuge senken.

Foto: David C. Bowman/NASA Langley

Für das Testflug-Programm, dem die NASA den Namen „Insect Accretion and Mitigation“ gegeben hat, haben sich die Forscher das Gebiet um den Flughafen Shreveport in Louisiana ausgeguckt. Die hohe Luftfeuchtigkeit garantiert eine hohe Insektendichte. In 15 Flügen wollen die Wissenschaftler in den kommenden Wochen fünf verschiedene insektenabweisende Oberflächen testen – angebracht auf dem rechten Flügel der Boeing. Darauf, wie sich die verschiedenen Antihaftschichten voneinander unterscheiden und wie sie heißen, gehen NASA und Boeing im Vorfeld nicht ein.

Weitere Tests sollen ein kleineres Seitenleitwerk ermöglichen

Ebenfalls Bestandteil des ecoDemonstrator-Programms sind Tests eines Minidüsenprojekts namens „Active Flow Control Enhanced Vertical Tail Flight Experiment“. Die Idee: 31 kleine Luftkanäle, die je nach Bedarf geöffnet oder geschlossen werden können, sollen den Luftstrom über dem vertikalen Seitenleitwerk am Flugzeugheck positiv beeinflussen.

NASA und Boeing experimentieren auch mit neuen Seitenleitwerken: 31 kleine Luftkanäle sollen den Luftstrom am Flugzeugheck positiv beeinflussen. Das soll ebenfalls Kerosin sparen.

NASA und Boeing experimentieren auch mit neuen Seitenleitwerken: 31 kleine Luftkanäle sollen den Luftstrom am Flugzeugheck positiv beeinflussen. Das soll ebenfalls Kerosin sparen.

Foto: Dominic Hart/NASA

Langfristiges Ziel ist es hier, das Seitenleitwerk – bestehend aus Seitenflosse und Seitenruder – kleiner und somit kerosinsparender gestalten zu können und gleichzeitig flugstabilisierenden Eigenschaften beizubehalten.

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