Kryptowährung 22.11.2021, 07:29 Uhr

Bitcoin nach dem Absturz: Kommt jetzt der Bärenmarkt?

Bitcoin wirkt seit Tagen schwach: Die Leitwährung ist immer wieder unter die kritische 60.000-Dollar-Marke gerutscht, konnte keine nennenswerten Aufwärtsbewegungen verzeichnen. Top-Analysten hatten Preise von 98.000 Dollar und mehr im November erwartet – das wird jetzt knapp. Aber nicht unmöglich. Was erwartet Bitcoin also?

Bitcoin ist zuletzt ziemlich abgestürzt. Doch optimistische Prognosen sind dennoch durchaus möglich. Foto: Panthermedia.net/Ecoelfen

Bitcoin ist zuletzt ziemlich abgestürzt. Doch optimistische Prognosen sind dennoch durchaus möglich.

Foto: Panthermedia.net/Ecoelfen

Freud und Leid liegen bei Bitcoin oft eng beieinander, so auch in den letzten Tagen. Vergangene Woche gelang BTC zwar noch der Aufstieg zum aktuellen Allzeithoch bei 68.789 Dollar – seitdem sah sich die Kryptowährung Nummer 1 allerdings mehreren Korrekturen ausgesetzt, die den Kurs empfindlich nach unten bewegen konnten.

Gewinnmitnahmen sind bei neuen Höchstständen durchaus üblich – Bitcoins anschließender Mangel an Stärke hat jedoch selbst Experten überrascht. Die Stimmung auf den Krypto-Märkten zusätzlich getrübt haben dürfte das jüngst von US-Präsident verabschiedete Infrastrukturpaket. Das sieht härtere Steuermaßnahmen vor, die perspektivisch auch die Krypto-Branche stärker in die Pflicht nehmen könnten.

Bitcoin: Absturz unter 60.000 Dollar

Offenbar Anlass genug für manchen Anleger, die Bitcoin-Bestände abzustoßen. Mit entsprechenden Folgen für den Kurs. So taumelte BTC gestern auf bis zu 58.873 Dollar – ein neuer lokaler Tiefststand. Hier versuchte sich das digitale Asset umgehend an einer Erholung – scheiterte aber bereits innerhalb der nächsten Stunden und zog sich fast vollständig wieder zurück. Aktuell (zur Erstellung dieses Beitrags) tradet Bitcoin nach einem minimalen Gewinn von 0,35% innerhalb der letzten 24 Stunden bei 59.635 Dollar, bezogen auf die vergangenen sieben Tage ergibt sich ein Verlust von 7,6%.

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Im Aufwärtstrend hingegen befinden sich gegenwärtig zahlreiche Altcoins, also alternative Kryptowährungen. Heute führend mit fast 60% Kurs-Plus innerhalb der letzten 24 Stunden (Daten von Coinmarketcap.com): Audius, ein dezentraler Musik-Streaming-Service á la Spotify. Der Unterschied zum großen Vorbild: Bei Audius gibt es keinen Mittelsmann, der einen Teil der Erlöse einheimst. Die gehen bei Audius vielmehr direkt an die Künstler – ganz nach Krypto-Ethos. Auch andere Coins in der Top 20 erholen sich von den Verlusten der letzten Tage, etwa Ethereum (ETH) mit +1,5% Gewinn, Ripples XRP mit 3% oder Polygon (MATIC) mit fast 6%.

Was passiert, wenn Bitcoin nicht steigt?

Bitcoins schwache Preisaktion hingegen überrascht – denn Analysten hatten insbesondere im November mit explosiven Bewegungen gerechnet. Der vielzitierte „PlanB“ beispielsweise, der wohl bekannteste Bitcoin-Analyst, stellte Preise von 98.000 Dollar und mehr in Aussicht. Dafür bleibt jetzt nur noch wenig Zeit.

In einem aktuellen Tweet betont der Holländer aber: Er hat den November trotzdem nicht aufgegeben. Sprich: Noch ist alles möglich. Doch was, wenn es Bitcoin innerhalb der nächsten Tage nicht gelingt, parabolisch zu steigen? Sind die bullishen Vorhersagen hinfällig, die innerhalb der nächsten Wochen oder spätestens zum Jahresbeginn 2022 mit sechsstelligen Preisen rechnen? Beginnt ein neuer Bärenmarkt, in dem die Preise kontinuierlich fallen? Wie geht es für Bitcoin und Co. jetzt weiter?

Kommt der Bärenmarkt? Experten geben Entwarnung

Hier geben die meisten Experten Entwarnung. Zwar lässt sich nie mit Gewissheit sagen, welchen Pfad die Märkte einschlagen werden – außer, dass es stets der des „größten Schmerzes“ ist. Verschiedene Prognosemodelle haben sich in der Vergangenheit allerdings als zuverlässig erwiesen, etwa sogenannte On-Chain-Analysen. Auf die beruft sich zum Beispiel der populäre Krypto-Guru Will Clemente. Der Amerikaner gilt in der Branche als einer der Top-5-Meinungsführer, mehr als 414.000 Menschen folgen ihm auf Twitter. Er schreibt über Bitcoins derzeit schwache Preisaktion: alles im grünen Bereich. „Wir könnten bis auf 50.000-53.000 Dollar fallen und die Bullenmarktstruktur behalten“, so Clemente.

Seiner Einschätzung nach wird der Kurs-Rücksetzer derzeit von „starken Händen“ aufgekauft. Auch der renommierte Profi-Trader Michaël van de Poppe hält Bitcoin weiterhin für optimal positioniert, sich auf Preise von 200.000 Dollar und mehr zu bewegen. Aber: „Der Weg dorthin wird über Korrekturen und Wellen führen. Das längerfristige Ziel bleibt dasselbe, und das ist derzeit der Aufwärtstrend“, so Poppe. Es bleibt also nach wie vor spannend, ob es an Weihnachten zum „Bitcoin-Wunder“ kommen wird.

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Ein Beitrag von:

  • Jannis Grunewald

    Jannis Grunewald ist Autor mit Fokus auf Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum. Er schreibt News, Analysen und Prognosen über digitale Assets, beschäftigt sich darüber hinaus mit den Entwicklungen der Branche.

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