Heizung der Zukunft 16.12.2023, 11:31 Uhr

Wie wirtschaftlich ist eine Wärmepumpe?

Wärmepumpen gelten als die favorisierte Heizung der Zukunft, zumindest wenn es nach der Bundesregierung geht. Allerdings sind die Anschaffungskosten hoch. Das stellt sich die Frage, wie wirtschaftlich eine Wärmepumpe ist.

Wärmepumpe Wirtschaftlichkeit

Wärmepumpen liefern energieeffizient Wärme, sind jedoch teuer in der Anschaffung.

Foto: Panthermedia.net/olgaguiskaja@gmail.com

Für Neubauten sind Wärmepumpen heute das Heizsystem der Wahl. Hier spielen sie ihre gesamten Vorteile aus. Sie liefern umweltschonend und effizient Wärme. In vielen Fällen sind sie auch in Bestandsgebäuden sinnvoll einsetzbar. Die Anschaffungskosten sind allerdings hoch, weshalb viele Hausbesitzer die teure Investition scheuen. In diesem Ratgeber geht es daher insbesondere um die Frage, ob sich Wärmepumpen wirtschaftlich betreiben lassen.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe und wie effizient ist sie?  

Eine Wärmepumpe nutzt Umgebungswärme, die entweder aus dem Grundwasser, der Luft oder dem Boden stammt. Das funktioniert mittels Wärmetauschern. Im Anschluss hebt die Wärmepumpe das Temperaturniveau an, damit die Wärme im Haus für die Heizung oder das Warmwasser geeignet ist. Vom Prinzip her ist eine Wärmepumpe mit einem Kühlschrank vergleichbar, nur dass sie das Prinzip umgekehrt nutzt. Der Kühlschrank entzieht dem Innenraum Wärme und gibt diese nach außen ab, die Wärmepumpe entzieht der Umgebung Wärme und gibt sie als Heizenergie in ein Haus ab.

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Da diese Heizlösung rund drei Viertel der Energie, die zum Heizen benötigt wird, aus der Umgebung bezieht, ist sie entsprechend effizient. Denn die Wärmepumpe benötigt nicht mehr viel Strom, um das Temperaturniveau für die Nutzung im Haus zu erreichen. 

Welche Arten von Wärmepumpen gibt es?

 Es gibt drei gängige Arten von Wärmepumpen: Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Hinzu kommen noch Sonderformen wie Luft-Luft- und Brauchwasser-Wärmepumpen. Da sie allerdings nur für spezielle Zwecke geeignet sind, erfolgt dazu keine nähere Betrachtung. Die Luft-Wasser-Wärmepumpen gehören zu den Systemen, die am meisten installiert werden. Das liegt vor allem daran, dass ihr Einbau im Vergleich zu den anderen Lösungen weniger aufwändig und damit auch kostengünstiger ist.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe zieht die Außenluft an, die dann auf ein Kältemittel trifft. Dadurch entsteht eine Verdampfung, der Dampf wird komprimiert und kann anschließend als gebundene Energie genutzt werden. Über Transportleitungen gelangt diese in das Wasser, das zum Heizkreis im Haus gehört, und kann dann die Räume erwärmen. Bei dieser Art von Wärmepumpe sind keine Erdbohrungen notwendig.

Ganz anders verhält es sich bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe. Sie gewinnt ihre sogenannte Trägerflüssigkeit, in diesem Fall die Sole, aus der Erde, weshalb Erdsonden oder Flächenkollektoren erforderlich sind. Das ist auch der Grund, weshalb man diese Systeme auch als Erdwärmepumpen bezeichnet. Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe greift auf tiefliegende Wasserreservoirs zurück. Sie funktioniert ansonsten wie die anderen Wärmepumpen auch. Vorteil dieses Systems: Die Wärme, die aus dem unterirdischen Wasser gewonnen wird, hat das ganze Jahr über gleichbleibende Temperaturen. Das macht es im Vergleich zu den anderen sehr effizient.

Wie hoch sind die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe? Welche Kosten fallen für Installation und Inbetriebnahme an?

Die Kosten für eine Wärmepumpe sind abhängig davon, für welches System Sie sich entscheiden. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist in der Anschaffung günstiger, da keine Erdbohrungen notwendig sind. Genau das ist bei einer Wärmepumpe der teuerste Teil. Bei einer Luft-Wärmepumpe können Sie mit Kosten zwischen 8.000 und 16.000 Euro rechnen. Das teuerste der drei Systeme ist die Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit Installationskosten von 30.000 Euro und mehr.

In den Kosten sind in der Regel neben den Komponenten auch die Kosten für die Fachplanung des Fachbetriebs enthalten sowie für die Installation der gesamten Anlage. Sobald Sie eine Wärmequelle im Boden erschließen möchten, steigen die Kosten. Da aktuell im Handwerk viel Bewegung ist, ebenso bei den Preisen für Roh- und Baustoffe, ist es schwierig, konkrete Kosten im Einzelnen seriös darzustellen. Hinzu kommt, dass eine solche Anlage individuell geplant werden muss.

Ist eine Wärmepumpe günstiger als herkömmliche Heizsysteme?

Eine Wärmepumpe ist in der Anschaffung teurer als herkömmliche Heizsysteme. Allerdings liefert sie die Wärme für Ihr Haus dafür deutlich effizienter. Das belegt die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ), die für den Wirkungsgrad steht. Ein Beispiel: Bei einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe liegt die JAZ bei 5. Das bedeutet: Dieses System stellt aus 1 Kilowattstunde (kWh) Energie 5 kWh Wärme bereit. Damit liegt der Wirkungsgrad bei etwa 500 Prozent.

Erdwärmepumpen liegen bei einer Jaz von 4 bis 4,5 und Luftwärmepumpen bei Werten zwischen 3 und 4.

Eine Wärmepumpe benötigt zur Bereitstellung der Wärme Strom. Deshalb ist es sinnvoll, die Wärmepumpe nicht zu groß zu dimensionieren, weil sonst zugleich der Stromverbrauch steigt. Besonders effizient arbeitet ein solches Heizsystem in gut gedämmten Gebäuden. Sie können davon ausgehen, dass in einem Effizienzhaus mit 110 Quadratmetern Wohnfläche die Wärmepumpe mit weniger als 1.000 kWh im Jahr auskommt, während sie in einem unsanierten Altbau 6.500 kWh und mehr benötigt. Darüber hinaus haben die Größe des Hauses, die Fläche der Heizkörper und auch die Anzahl der Bewohnerinnen und Bewohner einen Einfluss auf die Effizienz.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für den Einbau einer Wärmepumpe?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) unterstützt den Einbau von Wärmepumpen mit Förderungen in Höhe von 10 bis 45 Prozent. Berücksichtigt werden bei der Förderung: Erschließungs- und Anschaffungskosten, Installation, Anbindung und Inbetriebnahme. Hinzu kommen häufig noch Förderungen für den Austausch von Heizungen auf Länder- oder kommunaler Ebene. Auch manche Energieversorger bieten Programme an.

Wie lange hält eine Wärmepumpe? Welche Wartungskosten fallen an?

Die Lebensdauer einer Wärmepumpe wird mit mehr als 20 Jahren angegeben. Wie lange sie tatsächlich hält, hängt vom Kompressor ab. Dieses Bauteil geht selten kaputt, so dass man eher von einer längeren Lebenszeit jenseits von 25 Jahren Lebensdauer ausgehen kann. Hersteller von Wärmepumpen geben ohnehin Betriebsstunden an. Hier finden sich für aktuelle Modelle Zahlen zwischen 70.000 und 80.000 Stunden Betriebsdauer, was umgerechnet mehr als 30 Jahren Lebensdauer entspricht.

Wärmepumpen sind wartungsärmer als andere Heizungssysteme. Doch auch bei ihnen empfiehlt sich eine regelmäßige Wartung, zum Beispiel jährlich oder alle zwei Jahre. Dafür fallen in der Regel Kosten um die 100 Euro an.

Wie lange dauert es, bis sich die Investitionskosten einer Wärmepumpe amortisiert haben?

Die Amortisationsdauer einer Wärmepumpe hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einerseits sind die Investitionskosten unterschiedlich hoch, andererseits beziehen einige den Strom für die Wärmepumpe von ihrem Energieversorger, andere produzieren ihn (teilweise) mit einer Photovoltaik-Anlage. Als grobe Orientierung geben einige Hersteller einen Zeitraum zwischen 10 und 15 Jahren an, andere liegen bei 7 bis 8 Jahren. Das kann der Fachbetrieb im Rahmen der genauen Planung individuell für Sie berechnen.

Welchen Einfluss hat die Entwicklung der Strompreise auf die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe?

Seit Ausbruch des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine gab es eine Steigerung der Energiepreise, wie es sie zuvor noch nie gegeben hat. Aktuell ist das Preisniveau immer noch sehr hoch, auch wenn die Preise leicht zu sinken scheinen. Es ist jedoch schwierig vorherzusagen, in welche Richtung es künftig gehen wird. Klar ist: Bei steigenden Energiepreisen wird eine Wärmepumpe immer wirtschaftlicher, da sie im Vergleich zu anderen Heizsystemen viel weniger Energie benötigt, um daraus die gewünschte Wärme zu erzeugen.

Inwiefern ist eine Wärmepumpe für unterschiedliche Gebäudetypen und Heizlasten geeignet?

 Eine Wärmepumpe eignet sich besonders gut für Neubauten, die sehr gut gedämmt sind und einen geringen Wärmebedarf haben. Hinzu kommt, dass Wärmepumpen nur in Kombination mit Flächenheizungen ihre Effizienz voll ausspielen. In manchen Fällen funktioniert das auch über Heizkörper, dann sollten sie aber möglichst große Flächen aufweisen. Wenn Sie mit einer Wärmepumpe für einen Altbau liebäugeln, ist ein gut gedämmtes Gebäude inklusive Dach sowie Fenster und Türen nach aktuellen Dämmstandards Voraussetzung. Je höher die Vorlauftemperatur der Heizung ist, desto ungeeigneter wird die Wärmepumpe als Lösung.

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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