Nachhaltiger Pilot Plant 24.03.2022, 07:00 Uhr

Umgestaltung bei Ford – smarte Beleuchtung und neuer Vorserienbau

Ford hat einen Weg gefunden, um einerseits Energie zu sparen und andererseits die Arbeitsatmosphäre im Kölner Werk zu verbessern. Und nicht nur das: Bei der neuen Halle für den Vorserienbau haben die Mitarbeitenden selbst gezeigt, wie Recycling funktioniert.

Leuchte

Diese smarte LED-Leuchte erkennt, wie hell die Umgebung ist, und dimmt sich gegebenenfalls selbst.

Foto: Ford Werke AG

Alle Unternehmen stehen derzeit vor der großen Herausforderung, CO2-Emissionen einzusparen und nach Möglichkeit im Laufe der nächsten klimaneutral zu werden. Sie müssen an jedem Hebel ziehen, um Energie einzusparen. Ford ist dabei einen weiteren Schritt gegangen – der Automobilhersteller spart am Kölner Standort Energie und hat beim Umzug des Vorserienbaus auf Recycling gesetzt. Auch das hilft indirekt dabei, schädliche Emissionen zu vermeiden. Denn die wären bei der Herstellung neuer Materialien entstanden.

Ford-Mitarbeitende haben die neue Halle gestaltet

Die Mitarbeitenden haben weitgehend in Eigenregie die Gestaltung der neuen Halle übernommen. „Der Umzug hat uns die Chance eröffnet, die bisherige Infrastruktur neu zu bewerten und an manchen Stellen mit fortschrittlicheren und nachhaltigeren Lösungen zu ersetzen“, sagt Plant-Managerin Betty Cherian-Oddo. Ein großer Teil der vorherigen Anlage ist mit umgezogen. Unter anderem Druckluftleitungen und Elektroverteilungen haben die Mitarbeitenden aus den alten Räumlichkeiten entfernt und in der Halle W3 neu installiert.

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Ford plant sieben neue Elektroautos – der Zeitplan ist ehrgeizig

Jetzt ist der Vorserienbau für die Prototypen in einer einzigen Halle untergebracht. „Das sorgt für kurze Wege und verbessert so den Materialfluss, aber auch die Kommunikation zwischen den Teams“, sagt Cherian-Oddo. Mehr Effizienz hängt als große Schlagzeile über den Veränderungen. Unter anderem steht im neuen Gebäude ein smartes, computerbasiertes System zur Verfügung, das die Lüftungsanlagen steuern soll, ausgerichtet auf den exakten Bedarf. Noch mehr CO2-Einsparungen will Ford durch das neue Beleuchtungssystem erreichen.

Die smarten Leuchten regeln selbstständig die Helligkeit in der Ford-Halle

Die Halle hat eine Größe von 27.000 Quadratmetern. 459 Lampen sind notwendig, um alle Arbeitsbereiche ausreichend zu beleuchten. Dafür hat Ford sparsame LED-Leuchten installiert. Das ist heutzutage nicht ungewöhnlich, aber dieses Beleuchtungssystem ist nicht nur grundlegend effizient, sondern dabei auch besonders smart. Die Leuchten sind dimmbar, ohne das ein Dimmer benötigt würde.

Das funktioniert folgendermaßen: Jede einzelne Leuchte ist mit einem integrierten Sensor ausgestattet. Dieser misst die Temperatur, die Umgebungshelligkeit und zusätzlich die Bewegung unterhalb der Lichtquelle. Diese Daten werden analysiert und zur Anpassung der Beleuchtungssituation genutzt. Praktisch erhöht das System zum Beispiel selbstständig die Helligkeit, wenn es draußen ein grauer Tag ist, also verhältnismäßig wenig Licht durch die Fenster in der Decke in die Werkhalle gelangt. Wird jedoch in einem Bereich nicht gearbeitet, was der Sensor an nicht vorhandenen Bewegungen erkennt, dunkelt die dortige Leuchte das Licht ab.

Durch individuelle Profile schafft Ford mehr Effizienz

„Wir erstellen für jede Lampe ein eigenes Profil“, erklärt Gisbert Klein, Ford-Projektleiter und verantwortlich für die elektrische Infrastruktur im Kölner Vorserienbau. „So können wir genau auf den tatsächlichen Bedarf an Licht in den einzelnen Bereichen reagieren.“ Damit ist nicht gemeint, dass Klein und sein Team die Leuchten manuell steuern, sie können aber verschiedene Faktoren grundsätzlich festlegen. Dazu gehört die maximale Lichtstärke. Denn nicht für jede Tätigkeit wird gleich viel Helligkeit benötigt. Auch die Zeit, nach der die Beleuchtung gedimmt wird, wenn der Bewegungssensor nichts registriert, können sie individuell einstellen.

Die Leistung der LED-Lampen liegt bei jeweils maximal 236 Watt. Das System soll sich aber lediglich im Bereich zwischen 10% und 70% bewegen. „Wir haben den Stromverbrauch gegenüber der bisherigen Beleuchtung im Pilot Plant um rund 50% reduziert“, sagt Cherian-Oddo. Dabei mache die Beleuchtung den größten Anteil aus. Kapital musste Ford für das smarte Beleuchtungssystem übrigens nicht in die Hand nehmen. Das Unternehmen hat die Beleuchtung im Contracting-Modell geleast.

Die Neugestaltung und die smarte Beleuchtung sollen als Vorbilder für andere Gewerke am Kölner Ford Standort dienen.

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Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

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