Landstromanlage in Kiel 18.06.2021, 07:01 Uhr

Siemens macht es möglich: Ökostrom für Kreuzfahrtschiffe

Jedes Kreuzfahrtschiff hat ein bordeigenes Stromnetz. Es sorgt nicht nur für den notwendigen Komfort der Passagiere, sondern auch für die Funktion der Schiffselektronik. Siemens hat nun in Kiel eine der weltweit größten Landstromanlagen in Betrieb genommen – mit ausschließlich zertifiziertem Ökostrom.

Landstromanlage Siemens Seehafen Kiel

Mittels eines fahrbaren Systems gelangen die Starkstromkabel vom Kai auf das Kreuzfahrtschiff.

Foto: Siemens AG

Eine Leistung von 16 Megavoltampere (MVA) ist der Grund, weshalb sich die Landstromanlage im Seehafen Kiel (Port of Kiel) als die weltweit größte für die zivile Schifffahrt bezeichnen darf. Siemens hat die Anlage realisiert und passend zu Beginn der diesjährigen Kreuzfahrtsaison fertiggestellt. Das Besondere: Aufgrund der hohen Leistung können zum ersten Mal parallel zwei Schiffe mit zertifiziertem Ökostrom versorgt werden – das eine am Ostseekai, das andere am Schwedenkai. Durch den Einsatz von Ökostrom sei laut Unternehmensangaben eine jährliche Einsparung von bis zu 8.000 Tonnen des klimaschädlichen CO2 möglich.

Wann kommen gute Partikelfilter für Schiffe?

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Tagueri AG-Firmenlogo
Teamleitung im Bereich Diagnose (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 
Tagueri AG-Firmenlogo
(Junior) Consultant Funktionale Sicherheit (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 
Tagueri AG-Firmenlogo
Consultant Systems Engineering (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieure - Schwerpunkt konstruktiver Ingenieurbau für die Bauwerksprüfung nach DIN 1076 (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamburg Zum Job 
Funkwerk AG-Firmenlogo
Techniker / Ingenieur im Engineering Vertrieb (m/w/d) Funkwerk AG
deutschlandweit Zum Job 
ITW Fastener Products GmbH-Firmenlogo
Technische:r Vertriebsingenieur:in für VW ITW Fastener Products GmbH
Creglingen-Münster Zum Job 
Framatome GmbH-Firmenlogo
Senior Project Quality & OPEX Manager (m/w/d) Framatome GmbH
Erlangen Zum Job 
Rheinmetall Electronics GmbH-Firmenlogo
Elektronikentwickler (m/w/d) Rheinmetall Electronics GmbH
Rheinmetall Electronics GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Kältemittelverdichter (m/w/d) Rheinmetall Electronics GmbH
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
Ingenieur für Gebäudeausrüstung / Versorgungstechnik (w/m/d) Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich bei Köln Zum Job 
Diehl Aerospace GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Entwicklungsingenieur (m/w/d) Avionik (System) Diehl Aerospace GmbH
Nürnberg, Überlingen, Frankfurt am Main, Rostock Zum Job 
Rheinmetall Electronics GmbH-Firmenlogo
Projektmanager technische Entwicklungsaktivitäten (m/w/d) Rheinmetall Electronics GmbH
Neckarsulm Zum Job 
Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH-Firmenlogo
Teamleitung Haltestellen und Stationen (d/m/w) Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH
Frankfurt am Main Zum Job 
Lahnpaper GmbH-Firmenlogo
Leitung Entwicklungslabor (m/w/d) Lahnpaper GmbH
Lahnstein Zum Job 
Energieversorgung Halle Netz GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur - Fernsteuerung Energienetze (m/w/d) Energieversorgung Halle Netz GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
Riedel Bau-Firmenlogo
Energieberater / Auditor (m/w/d) Riedel Bau
Schweinfurt Zum Job 
SWM Services GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur*in im digitalen Messwesen (m/w/d) SWM Services GmbH
München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) Elektro- / Kommunikationstechnik Die Autobahn GmbH des Bundes
Frankfurt am Main Zum Job 
RENOLIT SE-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (m/w/d) für Automatisierungstechnik RENOLIT SE
Frankenthal Zum Job 
BREMER Bremen GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) BREMER Bremen GmbH

Auf zivilen Schiffen wie den Kreuzfahrtriesen gibt es zwei unterschiedliche Bordnetzsysteme, die sich im Laufe der Jahre als Standard etabliert haben: das eine mit einer Netzfrequenz von 50 Hertz (Hz) und das andere mit 60 Hz. Die Frequenz des Stromnetzes in Deutschland liegt im Idealfall bei 50 Hz und schon ab einer sogenannten Überfrequenz – von 51,5 Hz und darüber – werden zum Beispiel Solaranlagen vom Netz genommen, um das stabile Gleichgewicht wieder herzustellen. Denn unser Stromnetz ist nur für sehr geringe Schwankungen ausgelegt, größere würden Aussetzer oder gar einen Zusammenbruch zur Folge haben. Das ist auch der Grund, weshalb die Schiffsnetze nicht einfach per Kabel direkt mit dem Stromnetz an Land verbunden werden können. Erst eine spezielle Netzkopplungstechnik, die dazwischen geschaltet wird, macht eine Verbindung möglich.

Siemens versorgt Kreuzfahrtschiffe unterbrechungsfrei

Eine solche Netzkopplungstechnik bietet Siemens mit seiner sogenannten SIHARBOR-Lösung. Im Fall der Anlage am Kieler Ostseekai gehören zu den elektrischen und elektronischen Kernelementen im Wesentlichen Umrichter, Mittelspannungsschaltanlagen, Automation und Energiemonitoring. Hinzu kommt eine fahrbare Vorrichtung, damit das Starkstromkabel an das Schiff angelegt werden kann. Diese stammt von der Firma Stemmann-Technik, einem Unternehmen der Wabtec Corporation. Das Unternehmen hat dabei ein Kabelsystem eingesetzt, dass es in Verbindung mit mehreren an der Kaikante verteilten Anschlussboxen auf dem gesamten Terminalgelände flexibel einsetzbar macht. So ist es für Kreuzfahrtschiffe unterschiedlicher Größe und Bauform nutzbar. Einzige Voraussetzung, welche die Schiffe erfüllen müssen, um die Landstromversorgung nutzen zu können: Die elektronische Ausrüstung des Schiffes muss der internationalen Norm IEC/IEEE 80005-1 entsprechen.

Anschlussbox am Kai der Landstromanlage
Am Kai werden die Schiffe per Starkstromkabel mit Anschlussboxen verbunden.

Foto: Siemens AG

Starkstromkabel im Seehafen Kiel
Dicke Starkstromkabel liefern die nötige Energie vom Kai ins angelegte Schiff.

Foto: Siemens AG

Infografik Landstromanlage Seehafen Kiel
Der Seehafen Kiel ist ein beliebter Ausgangspunkt für Kreuzfahrten. Eine neue Landstromanlage Kiel liefert dort nun Ökostrom auf die Schiffe.

Foto: Siemens AG

Eine Stromversorgung von Land aus sollte natürlich möglichst unterbrechungsfrei und effizient für die anlegenden Schiffe sein. Für diesen speziellen Zweck hat Siemens ein Umrichtersystem „Siplink“ entwickelt. Es besteht aus einem Frequenzumrichter sowie einer Software zur zentralen Steuerung der beiden Liegeplätze. Das ermöglicht die Verbindung zweier Mittelspannungsnetze, die unterschiedliche Frequenzen aufweisen. „Siplink“ synchronisiert die beiden Netze zuerst. Das dauert in der Regel nur wenige Minuten. Danach startet automatisch die Stromversorgung. Das System koordiniert auch die Energieversorgung der beiden getrennten Schiffsnetze und stellt zugleich eine parallele Versorgung sicher. Dadurch ist es möglich, erstmals zwei Schiffe parallel mit der notwendigen 60 Hz-Bordfrequenz zu versorgen. Eine RoPax-Fähre der Reederei Stena Line am Schwedenkai und ein Kreuzfahrtschiff an einem der Liegeplätze des etwa einen Kilometer weiter nördlich gelegenen Ostseekais waren die ersten Schiffe, die an die neue Landstromversorgung angeschlossen wurden.

Siemens ermöglicht auch Energiemonitoring für Kreuzfahrtschiffe

Am nördlichen Ende des Ostseekais hat Siemens die elektrischen Systeme der Landstromanlage in einem eigens dafür gebauten Gebäude untergebracht. Herzstück der Anlage ist eine Umspannstation mit vier Geafol Gießharztransformatoren, vier luftisolierten Mittelspannungs-Schaltanlagen vom Typ Nxair sowie einem 16 MVA Frequenzumrichter von Siemens. Die Gießharztrafos sind für die besonderen Bedingungen, zum Beispiel der salzhaltigen Luft am Hafen, gut geeignet.

 

 

Weitere Besonderheit der Landstromanlage in Kiel: Sie ist mit einer Fernüberwachung ausgestattet. Diese Energiemonitoring-Lösung funktioniert cloudbasiert und misst den Energieverbrauch sowohl im Betriebsgebäude als auch den beiden Anschlüssen am Ostsee- und Schwedenkai. Gespeichert werden die Daten in MindSphere, dem cloudbasierten IoT-System (Internet of Things) von Siemens. Die Betreiber des Seehafens Kiel haben damit die Möglichkeit, alle relevanten elektrischen Werte immer im Überblick zu behalten – zeit- und ortsunabhängig. Sie können nicht nur Verbräuche messen, sondern auch Fehler lokalisieren, Stillstandzeiten vermeiden und Wartungsarbeiten planen.

Mehr zum Thema Kreuzfahrtschiffe und Stromversorgung:

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.