Sparsamer heizen 11.03.2013, 14:22 Uhr

Öl im Gaskessel verbrennen

Fraunhofer- und Industrieforscher entwickeln einen Verdampfer, der alle flüssigen Kohlenwasserstoffe in eine Art Erdgas umwandelt.

Das Herzstück des neuartigen Brennstoffverdampfers.

Das Herzstück des neuartigen Brennstoffverdampfers.

Foto: Fraunhofer ISE

Ob Brennwert oder nicht: Ein Ölheizkessel fährt stets mit voller Leistung. Ist der Sollwert für Heizung und Warmwasser erreicht, schaltet er ab, um wieder loszulegen, wenn der Wert unterschritten ist. Damit wird eine Menge an Energie vergeudet.

Gaskessel arbeiten ganz anders. Sie laufen nur selten mit höchster Leistung. Bei geringerem Bedarf wird der Gashahn nur teilweise aufgedreht.  Das verbessert den Wirkungsgrad.

Künftig können diejenigen, die mangels Gasanschluss auf Heizöl angewiesen sind, ebenfalls die Vorteile des Gasbrennwertkessels nutzen. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg entwickelt gemeinsam mit den Heizkesselherstellern Solvis und Herrmann sowie dem Katalysatorspezialisten Umicore einen Verdampfer, der aus Heizöl und anderen flüssigen Kohlenwasserstoffen einen so feinen Nebel erzeugt, dass er, mit Luft vermischt, in einem ganz normalen Gasbrenner verfeuert werden kann. Die saubere Verbrennung reduziert Emissionen und Wartungskosten im Vergleich zu herkömmlichen Ölheizgeräten.

Serienreif ist der Verdampfer noch nicht. Dazu muss der Katalysator, der die Umwandlung des Heizöls in eine Art Erdgas anstößt, noch weiterentwickelt werden. Die Forscher des ISE und von Umicor müssen vor allem die Langzeitstabilität verbessern.

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Wenig Schadstoffe auch bei Teillast

Der Wärmebedarf in modernen Wohnungen sinkt, zeitweise ebenso der an warmem Wasser, wenn Solarkollektoren montiert sind. Eine modulierende Heizung, also eine, die stets mit angepasster Leistung fährt, ist dabei effektiver und schlägt die Ölheizung um Längen. Deshalb ist die Neuentwicklung ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Energieeinsparung und Emissionsminderung. Die Grenzwerte für Schadstoffe werden auch bei Teillastbetrieb deutlich unterschritten, haben Versuche ergeben.

Weil der Kesselteil einfacher gestaltet ist als der eines Ölbrenners wird der Preis für eine Anlage mit Verdampfer möglicherweise niedriger sein als der eines normalen Ölkessels. Weiterer Vorteil für den Verbraucher: Da das Gerät erheblich leiser arbeitet als ein Ölgerät normaler Bauart, kann man es sogar im Wohnbereich aufstellen. Wer ein Übriges für die Umwelt tun will, tankt Biodiesel oder reines Pflanzenöl. Damit wird der Verdampfer genauso gut fertig.

Bis Ende 2014 wollen die Partner einen Prototypen fertigstellen.

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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