Durchbruch am KIT 19.07.2022, 10:59 Uhr

Endlich vollständig skalierbare Tandem-Solarzelle aus Perowskit

Forschenden am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, eine Perowskit-Perowskit-Tandem-Solarzelle herzustellen, die sich vollständig skalieren lässt. Der Wirkungsgrad ist zwar nicht so hoch wie bei der Kombination von Perowskit mit anderen Materialien, doch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen in ihrer Entwicklung trotzdem großes Potenzial.

Solarzelle

Aus Mineralien werden Solarzellen - und die könnten nun auch in größerem Maßstab hergestellt werden.

Foto: Dr. Bahram Abdollahi Nejand, KIT

Solarenergie wird in einem größeren Ausmaß benötigt, wenn die Energiewende gelingen soll. Darin besteht für Expertinnen und Experten momentan kein Zweifel. Umso wichtiger sind Innovationen. Im Idealfall sorgen sie für mehr Effizienz. Zudem sollten die Herstellungskosten möglichst günstig sein und die Materialien gut verfügbar. Hier kommt Perowskit ins Spiel. Das Mineral ist recht häufig und könnte Silizium langfristig in Teilen oder vielleicht sogar vollständig ersetzen. Einen Schritt in diese Richtung haben Forschende am KIT gemacht – mit einem Perowskit-Perowskit-Solarmodul. Das Besondere: Der Prototyp ist vollständig skalierbar.

Das Stapeln von Perowskiten für Tandem-Solarzellen ist vielversprechend

Perowskit-Halbleiter zeichnen sich durch hohe Wirkungsgrade und niedrige Herstellungskosten aus. Trotzdem ist unter anderem ihre Effizienz noch nicht hoch genug, um sie als echte Alternative zu Silizium anzusehen. Dieses Problem versuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu lösen, indem sie Solarzellen mit unterschiedlichen Bandlücken stapeln – sie absorbieren also jeweils einen anderen Bereich des Lichtspektrums und produzieren im Ergebnis mehr Strom.

Silizium-Recycling: Aus Altmodulen werden neue Solarzellen

Das Team in Karlsruhe arbeitet an Perowskit-Perowskit-Tandem-Solarzellen. Das ist möglich, weil unter dem Begriff nicht nur ein Mineral zu verstehen ist, sondern alle Verbindungen, die die gleiche Grundstruktur wie das Perowskitmineral aufweisen. Genau genommen geht es also um Perowskitstrukturen – der Einfachheit halber wird meistens nur der Begriff Perowskit verwendet.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Energie- und Gebäudetechnik / Maschinenbau (m/w/d) Master - Traineeprogramm Maschinenwesen, Staatsbauverwaltung des Freistaats Bayern Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bayernweit Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 
DYWIDAG-Systems International GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker für technische Produktlösungen (alle Geschlechtsidentitäten) DYWIDAG-Systems International GmbH
Porta Westfalica Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Projektmanager* Technische Infrastruktur DFS Deutsche Flugsicherung
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Elektrotechnik TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Schulbau GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) im Bereich Hochbau- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Hausbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 

Da zahlreiche unterschiedliche Verbindungen über eine Perowskitstruktur verfügen, können Forschende für Perowskit-Perowskit-Tandem-Solarzellen Kombinationen mit unterschiedlichen Bandlücken zusammenstellen. Die Expertinnen und Experten am KIT sehen dabei weitere Vorteile: vor allem die günstige Produktion, die Verarbeitung mit lösungsbasierten Verfahren sowie eine große mechanische Flexibilität. Das klingt sehr positiv. Neben der Effizienz müssen aber weitere Herausforderungen bewältigt werden. Das ist zum einen die noch nicht ausreichende Stabilität der entsprechenden Solarmodule. Zum anderen müssen sie skalierbar sein, also in großen Abmessungen herstellbar.

Tandem-Solarzellen lässt sich mit verhältnismäßig geringen Verlusten skalieren

Dem Team um Ulrich W. Paetzold, Professor am Institut für Mikrostrukturtechnik und am Lichttechnischen Institut des KIT, ist es gelungen, zumindest für das Thema Skalierbarkeit einen Lösungsansatz zu entwickeln. Die Forschenden haben Perowskit-Einzelzellen mit Wirkungsgraden bis 23,5% genommen, deren nutzbare Fläche (Aperturfläche) bei 0,1 Quadratzentimetern lag. Diese haben sie zu einer Aperturfläche von 12,25 Quadratzentimetern aufskaliert. Der Wirkungsgrad lag im Anschluss immerhin noch bei 19,1%. Diesen Verlust stufen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Verhältnis zur Aufskalierung als gering ein. „Dieses ist das weltweit erstmals gemeldete Ergebnis eines Perowskit-Perowskit-Tandem-Solarmoduls“, sagt Bahram Abdollahi Nejand, Teamleiter für Perowskit-Perowskit-Tandem-Solarmodule.

Lichtmanagement, Layout und Verfahren haben geholfen

Für die Forschenden ist das ein großer Schritt. Drei Faktoren waren nötig, um dieses Zwischenziel zu erreichen: Die Expertinnen und Experten haben ein gezieltes Lichtmanagement eingesetzt, um den Wirkungsgrad zu verbessern. Das heißt, sie haben den Weg des Lichts verbessert und unerwünschte Reflexionen beim Lichteinfall reduziert. Eine Hochdurchsatz-Laser-Strukturierung hat ihnen dabei geholfen, funktionsfähige Tandem-Solar-Minimodule herzustellen, mit zweipolig miteinander verbundenen Zellstreifen. Dieses Tandem-Solarzellen-Layout hat sich als sehr effizient herausgestellt. Für die Beschichtung wählten sie etablierte Verfahren wie Rakeln und Vakuumabscheidung, die in der Industrie bereits etabliert sind.

„Nur durch die Kombination dieser Expertise am KIT konnte dieses super Forschungsergebnis erzielt werden“, sagt Paetzold.

Plan sei es, Perowskit-Perowskit-Tandem-Solarmodule durch weitere Aufskalierung sowie Verbesserung der Stabilität zur Marktreife zu bringen.

Bis dahin dürfte es allerdings noch ein weiter Weg sein. Denn ein anderes Team am KIT hat mit Perowskit-CIS-Tandem-Solarzellen bereits einen Wirkungsgrad von fast 25% erreicht. Kolleginnen und Kollegen am Berliner Helmholtz-Zentrum haben mit Perowskit-Silizium-Tandem-Solarzellen sogar schon fast die 30%-Marke geknackt.

Die Wirtschaftlichkeit und die Verfügbarkeit von Rohstoffen wird immer wichtiger: In vielen Bundesländern ist eine Photovoltaik-Pflicht für Neubauten geplant, in Baden-Württemberg gilt sie sogar schon.

Photovoltaik-Pflicht bei Neubauten

In Nordrhein-Westfalen müssen seit Anfang des Jahres neue Parkflächen ab einer gewissen Größe mit Photovoltaikanlagen ausgestattet sein.

In anderen Bundesländer wie etwa Bremen, Hamburg oder Rheinland-Pfalz greift ab 2023 eine Solaranlagen-Pflicht.

Mehr Innovationen bei der Solartechnik:

Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.