Smart Micro Grids 29.10.2014, 11:30 Uhr

Bundeswehr will Feldlager weltweit mit Windenergie versorgen

Weniger Dieselgeneratoren, dafür mehr Windkraft: Die Bundeswehr will verstärkt auf erneuerbare Energien setzen, um Feldlager bei Einsätzen auf der ganzen Welt mit Strom zu versorgen. Wie das funktioniert, erforschen Ingenieure an der Universität des Saarlandes.  

Bislang erzeugt die Bundeswehr mit Dieselgeneratoren Strom für Feldlager. Doch vor allem der Transport der Generatoren und des Diesels verursacht erhebliche Kosten. Entsprechend interessant erscheinen erneuerbare Energien. 

Bislang erzeugt die Bundeswehr mit Dieselgeneratoren Strom für Feldlager. Doch vor allem der Transport der Generatoren und des Diesels verursacht erhebliche Kosten. Entsprechend interessant erscheinen erneuerbare Energien. 

Foto: dpa

Professor Georg Frey vom Lehrstuhl für Automatisierungstechnik an der Universität des Saarlandes beschäftigt sich mit dezentralen Energiesystemen. „Dabei spielen zum Beispiel viele Kleinkraftwerke, etwa Windräder und Solaranlagen, eine entscheidende Rolle“, erklärt Frey. „Der von ihnen erzeugte Strom wird den Verbrauchern in der unmittelbaren Umgebung der Kraftwerke zur Verfügung gestellt.“ Das Hauptaugenmerk der Ingenieure liegt bei effizienten regionalen Energieversorgungsnetzen, den sogenannten Smart Micro Grids. „Es handelt sich um Stromnetze, die verschiedene Energiequellen nutzen und Verbraucher und Stromspeicher intelligent verknüpfen. Auf diese Weise sollen etwa Stromschwankungen bei den regenerativen Energien ausgeglichen werden.“

In einem gemeinsamen Projekt mit der wehrtechnischen Dienststelle 41 der Bundeswehr in Trier arbeiten die Ingenieure nun an neuen Methoden, um regenerative Energien optimal in solchen Netzen einzusetzen. Die Bundeswehr stellt den Saarbrücker Forschern dazu eine Kleinstwindkraftanlage zur Verfügung.

Test-Windrad soll Prognosedaten liefern 

Ein Windrad auf dem Dach des Physikturms der Uni soll dafür die nötigen Daten liefern. Im Wesentlichen gehe es darum, ein Prognosemodell zu entwickeln, mit dem sich möglichst genau vorhersagen lässt, wie viel Strom ein einzelnes Windrad an einem bestimmten Ort liefert, erläutert Frey. Die Herausforderung des Projekts liege dabei in der geringen Größe der Einheit, in der erneuerbare Energien eingesetzt werden sollen. „In größeren Gebieten mit vielen Windrädern funktioniert die Vorhersage ganz gut. Bei einem einzelnen Windrad ist das schon viel schwieriger.“

Günstiger Strom aus erneuerbaren Energien

Das Projekt wird von der Bundeswehr finanziert – aus gutem Grund. Bislang versorgen sich die Feldlager überall auf der Welt autark mit Strom aus Dieselgeneratoren. Nicht nur der Diesel selbst muss bezahlt werden, vor allem sein Transport verursacht erhebliche Kosten. Das Interesse an erneuerbaren Energien ist entsprechend groß.  

Die Bundeswehr stellt den Saarbrücker Forschern eine Kleinstwindkraftanlage zur Verfügung. Sie soll Daten für ein Prognosemodell liefern, mit dem sich vorhersagen lässt, wie viel Strom ein Windrad an einem bestimmten Ort liefern könnte. 

Die Bundeswehr stellt den Saarbrücker Forschern eine Kleinstwindkraftanlage zur Verfügung. Sie soll Daten für ein Prognosemodell liefern, mit dem sich vorhersagen lässt, wie viel Strom ein Windrad an einem bestimmten Ort liefern könnte. 

Foto: Wehrtechnische Dienststelle der Bundeswehr Trier

Strom aus Windkraft soll zukünftig gemeinsam mit dem voraussichtlich auch in Zukunft nötigen Strom aus den Dieselgeneratoren in das Smart Micro Grid fließen und Feldlager versorgen. Frey hofft, dass sich die Forschungsergebnisse weiter übertragen lassen und beispielsweise auch dafür genutzt werden können, ein kleines Dorf unabhängig und effizient mit Strom zu versorgen.

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