Hauptstadt Airport BER 05.05.2014, 13:39 Uhr

Planer der Entrauchungsanlage ist gefeuert und hat Baustellenverbot

Die Berliner Flughafengesellschaft hat jetzt einen Ingenieur zum Sündenbock für das Desaster rund um den Hauptstadtflughafen gemacht: Sie hat den Planer der Entrauchungsanlage des Hauptterminals entlassen. Ein zusätzliches Baustellenverbot krönt die Schmach des Ingenieurs.

Brandmelder mit der Aufschrift "Außer Betrieb" im Hauptterminal des Flughafens Berlin-Brandenburg: Der Planer der Entrauchungsanlage ist jetzt von der Flughafengesellschaft entlassen worden und hat sogar Hausverbot erhalten.

Brandmelder mit der Aufschrift "Außer Betrieb" im Hauptterminal des Flughafens Berlin-Brandenburg: Der Planer der Entrauchungsanlage ist jetzt von der Flughafengesellschaft entlassen worden und hat sogar Hausverbot erhalten.

Foto: dpa/Kay Nietfeld

Als Grund für die Entlassung nannte ein Flughafensprecher in einem Bericht der Bild-Zeitung die schweren Mängel der Entrauchungsanlage. Sie hätten dazu geführt, dass sich die Eröffnung des Flughafens immer wieder verzögert habe. Zudem soll sich der Planer geweigert haben, eine Verschwiegenheitserklärung zu unterzeichnen.

Ohne verbale Gegenwehr wollte sich der Ingenieur allerdings nicht von seinem Projekt verabschieden. „Es gibt bisher keine Messung, die beweist, dass die Anlage nicht funktioniert“, sagte er der Bild. „Sie ist schlicht noch nicht fertiggestellt.“ Vor über einem Jahr habe er außerdem schon vorgeschlagen, die Anlage zu verkleinern. Doch dieser Plan sei nicht auf Zuspruch gestoßen. Technikleiter Jochen Großmann lässt sich auf solche Relativierungen allerdings erst gar nicht ein. Er spricht von Planungsfehlern und bezeichnet die Anlage kurzerhand als Monster.

Tatsächlich ist die Entrauchungsanlage Hauptgrund dafür, dass sich die Eröffnung des Flughafens seit 2011 immer weiter verzögert. Das zeigte zuletzt ein sogenannter Heißrauchtest im Terminal. Dabei erzeugten Fachleute künstlichen Rauch, den gewaltige Frischluftströme eigentlich über die Dächer nach oben hätten ausstoßen müssen. Stattdessen verwirbelten sie den Rauch nur, was im Ernstfall zu einem katastrophalen Szenario geführt hätte.

Siemens will Steuerung der Entrauchungsanlage in Gang bringen

Richten soll es jetzt Siemens. Der Technologiekonzern ist seit 2009 für die elektronische Steuerung der Heizungs-, Lüftungs- und Kälteanlagen im Terminal zuständig. Jetzt soll der Konzern auch eine neue Steuerung für die Entrauchungsanlage liefern. Sie wird bereits installierte Komponenten verschiedener Drittfirmen steuern – darunter Entrauchungskanäle, Ventilatoren und Entrauchungsklappen. Zudem soll sie im Brandfall das Nachströmen der Frischluft regulieren. Laut Flughafen bleibe die funktionsfähige Brandmeldeanlage von Bosch erhalten.

Den Vertrag mit Siemens für die neue Steuerung der Entrauchungsanlage hat Flughafenchef Hartmut Mehdorn bereits im Oktober 2013 unterzeichnet. „Die Vertragsunterzeichnung ist ein wichtiger Meilenstein bei der Realisierung des BER, den wir gemeinsam mit Siemens erreicht haben“, erklärt Mehdorn in einem Bericht des Nachrichtenmagazins aero.de. „Wir haben durch die Arbeit im Beschleunigungsprogramm Sprint in den vergangenen Monaten tragfähige Lösungen für das zentrale Problem Brandschutzanlage erarbeitet, das der Eröffnung des Flughafens derzeit noch entgegensteht.“

Mehdorn will Eröffnungstermin Ende des Jahres bekanntgeben

Optimistisch zeigt sich auch Siemens. Jörg Marks, Leiter des Siemens-Bereichs Gebäudetechnologie in der Region Ost, sagte der dpa: „Entscheidend ist, dass wir wie im Vertrag vereinbart die Planungsunterlagen vom Bauherrn erhalten, und dass bauliche Vorleistungen erbracht werden, die es uns gestatten, unseren Auftrag anzufangen und abzuschließen.“

Somit kommt jetzt wieder Spannung in die Frage des Eröffnungstermins. „Zum Jahresende können wir ziemlich präzise sagen, wann der BER eröffnet wird“, sagte Flughafenchef Hartmut Mehdorn dem Magazin Berlinboxx. „Nur die Fachleute auf der Baustelle können entscheiden, wann es so weit ist“, fügt Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider hinzu. Es sei keine politische Entscheidung.

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