Globales Netzwerk 26.03.2020, 15:15 Uhr

Ingenieure sind gefragt: 3D Hubs gründet Fonds gegen COVID-19

Während sich das Coronavirus weiter ausbreitet, stehen medizinische Einrichtungen und Krankenhäuser unter zunehmender Belastung. Medizinische Hilfsmittel fehlen. Die Online-Fertigungsplattform 3D Hubs stellt nun einen Fonds zur Fertigung von Schutzmasken und Beatmungsgeräten zur Verfügung.

3D Drucker

Foto: panthermedia.net/Grafner

Auf der ganzen Welt wurden schon Initiativen gestartet, um bei der Produktion von Schutzmasken, Handschuhen und weiteren Hilfsmitteln zu helfen. Doch woher an die finanziellen Mittel und vor allem Produktionskapazitäten kommen? Dafür hat 3D Hubs de speziellen Fonds “COVID-19-Manufacturing Fund” ins Leben gerufen.

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Was ist 3D Hubs?

3D Hubs ist eine Online-Fertigungsplattform, die es Ingenieuren ermöglicht, über ein globales Netzwerk von Fertigungspartnern auf On-Demand-Produktionsmöglichkeiten zuzugreifen. Ingenieure können ihre Designs hochladen und erhalten Sofortangebote. In wenigen Klicks kann eine Produktion gestartet werden. 3D Hubs wurde 2013 in Amsterdam gegründet. Insgesamt hat das Unternehmen mehr als 30 Millionen Euro an Finanzierung abgeschlossen. Mehr als 4 Millionen Teile wurden produziert. Gängige digitale Fertigungsverfahren werden angeboten, darunter 3D Drucke, Spritzguss und Blechbearbeitung.

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Globales Netzwerk führt Fertigungspartner zusammen

Auf der Plattform COVID-19-Manufacturing Fund finden Projektleiter sowohl finanzielle Mittel als auch freie Ressourcen für die Produktion. So können lebenswichtige Geräte wie Schutzmasken und Beatmungsgeräte schneller hergestellt werden. COVID-19-Manufacturing Fund führt als globales Netzwerk Fertigungspartner zusammen. Dabei werden ganz unterschiedliche Technologien wie 3D Druck und Spritzguss angeboten. 3D Hubs bietet eine kompakte Übersicht über aktuelle Fertigungskapazitäten – das spart Zeit, was in der Coronakrise ein entscheidender Faktor ist.

Ingenieure sind gefragt: 3D Hubs gründet Fonds gegen COVID-19

3D Hubs arbeitet derzeit an der Produktion von 20.000 Gesichtsschutzschirmen für K.rankenhäuser in Denver.

Foto: 3D Hubs

Ingenieure sind gefragt: 3D Hubs gründet Fonds gegen COVID-19

Foto: 3D Hubs

Ingenieure sind gefragt: 3D Hubs gründet Fonds gegen COVID-19

Es werden Schlüsselkomponenten für den Prusa-Gesichtsschutz RC2 hergestellt.

Foto: 3D Hubs

In weniger als 12 Stunden nach dem Start des Fonds liefen über 16.000 Euro ein. 3D Hubs kooperiert zudem mit Make4Covid und der Universität Denver. Unter anderem sollen über die Plattform auch 10.000 Gesichtsschutzschirme für Krankenhäuser in Denver hergestellt werden. Wer finanzielle Unterstützung zur Fertigung medizinischer Hilfsmittel gegen COVID-19 benötigt, kann sich für den 3D Hubs Manufacturing Fund bewerben, damit das Projekt so schnell es geht umgesetzt werden kann. Der Appell richtet sich auch an alle, die an diesen Fonds spenden wollen, um die Initiative zu unterstützen.

Brian Garret, Mitbegründer von 3D Hubs, kommentiert: „Tausende von Designern und Ingenieuren auf der ganzen Welt arbeiten verstärkt an der Entwicklung von Teilen für lebensrettende Anwendungen. Wir wollen sicherstellen, dass diese Teile so schnell wie möglich die Bedürftigen erreichen. Durch die Einrichtung dieses Fonds und die Bereitstellung unserer globalen Fertigungskapazitäten können wir diese Initiativen deutlich beschleunigen.”

Die nennenswertesten Projekten stammen aus den Sektoren Automobil, Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik, unter anderem ein Projekt für Skelex.

Skelex ist ein niederländisches Start-up-Unternehmen. Sie bauen mechanische, passive Exoskelette, die Ihnen keine „übermenschlichen“ Kräfte verleihen, sondern das Heben von Industriewerkzeugen wesentlich erleichtern. Das passive Exoskelett lässt die Arme durch dynamisches Ausbalancieren schwerelos erscheinen. Die Federn im hinteren Teil des Rahmens übertragen das Gewicht in die Arme auf die Hüften und geben so die notwendige Unterstützung bei der Arbeit in schwierigen Haltungen, wie z.B. über Kopf. Dies hilft Industriearbeitern nachweislich, 80 % weniger Ermüdung zu spüren, ihre Armkraft um 40 % zu erhöhen und weniger Nacken- und Schulterverletzungen zu erleiden. Skelex empfand das „traditionelle“ Fertigungs-Outsourcing ineffizient, insbesondere bei der Beschaffung von Metallteilen. Die meisten CNC-Lieferanten, an die sie sich wandten, waren entweder sehr teuer für kleinere Aufträge, brauchten viel Zeit für ein Angebot oder waren nicht in der Lage, alle Komponenten des Exoskeletts herzustellen. Skelex begann seither mit der Online-Fertigungsplattform 3D Hubs zu kooperieren, die dem Unternehmen eine schnelle, transparente und kostengünstige On-Demand Fertigung, mit Zugang zu praktisch unbegrenzten Produktionskapazitäten und allen gängigen Fertigungstechnologien, ermöglicht.

Lesen Sie auch hier, wie Exoskelette Industriearbeiter unterstützen.

Ideen aus dem 3D-Drucker machen Mut

In der Coronakrise geben einige Ideen aus dem 3D-Drucker Hoffnung. Eine davon kommt aus Neuss. Lukas Waibel ist einer von ganz vielen Menschen, die jetzt einfach irgendwas machen wollen im Kampf gegen Corona. Der 26-Jährige aus Neuss im Rheinland hat sich eine simple Lösung für ein neues Problem ausgedacht: ein Werkzeug, das hilft, direkten Berührungskontakt zu Türklinken, Klingelnöpfen und anderen Oberflächen zu vermeiden. “Porz-Hook” nennt er die hakenartigen Gegenstände, die ein bisschen wie ein Flaschenöffner aussehen: Ein Kunstwort aus “Porz” – rheinländisch für Tür – und dem englischen Wort “hook” (Haken). Mehr zu Porz-Hook erfahren Sie hier.

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Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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