3D-Druck im All 27.11.2014, 15:17 Uhr

Astronauten drucken erstmals Ersatzteile auf der ISS

NASA-Ingenieure haben auf der Internationalen Raumstation ISS erstmals in der Schwerelosigkeit einen 3D-Drucker installiert und erfolgreich getestet. Ergebnis des Probedruckes ist eine kleine Kunststoffplatte mit dem Aufdruck „Made in Space“. Sie dient als Testprodukt, damit die ISS-Besatzung künftig selbständig Ersatzteile herstellen kann und nicht auf eine Lieferung von der Erde warten muss. 

Der erste 3D-Druck der Geschichte in der Schwerelosigkeit: Am 25. November fertigte die Crew der ISS diese Platte an.

Der erste 3D-Druck der Geschichte in der Schwerelosigkeit: Am 25. November fertigte die Crew der ISS diese Platte an.

Foto: NASA

Mit dem Frachtflug der Cygnus-Kapsel im September wurde der 3D-Drucker ins Weltall geschickt. Dort wurde er am 17. November 2014 vom Leiter der 42. Expedition auf der ISS Barry „Butch“ Wilmore installiert und erfolgreich getestet. Der erste Druck gelang am 25. November mit der Herstellung eines Schildes mit dem Aufdruck „Made in Space“ und NASA. Das Schild wird nun am Gehäuse des 3D-Druckers Zero-G befestigt.

Das Schild ist der Beweis dafür, dass der 3D-Drucker des Unternehmens „Made in Space“ auch in der Schwerelosigkeit Ersatzteile drucken kann – Voraussetzung für einen dauerhaften Einsatz im Weltall. „Wenn der Drucker für Forschungsreisende wichtig ist, muss er in der Lage sein, seine eigenen Teile zu replizieren, damit er bei längeren Reisen zum Mars oder einem Asteroiden weiterarbeiten kann“, erklärt Niki Werkheiser, NASA-Projektleiterin für den 3D-Drucker.

Test des 3D-Druckers

Test des 3D-Druckers „Made in Space“ in der Schwerelosigkeit. Ergebnis: Der Drucker druckt auch im All ohne Probleme.

Quelle: Made in Space

Künftig wird sich die ISS-Besatzung somit selbständig mit Ersatzbauteilen versorgen können und muss nicht mehr auf die Versorgungsflüge von der Erde warten.

Herkömmlicher 3D-Drucker modifiziert

Basis für den 3D-Drucker im Weltall ist ein herkömmlicher Desktop-3D-Drucker, den die Firma „Made in Space“ so modifiziert hat, dass er in der Schwerelosigkeit eingesetzt werden kann. Handelsübliche 3D-Drucker funktionieren im Weltall nicht.

Zunächst bekam der Drucker ein Metallgehäuse mit eingelassenem Glasfenster, damit die Besatzung der ISS den Druck beobachten kann. „Wir haben ein System entwickelt, das unabhängig von dem Gravitationsfeld, in dem es druckt, funktioniert“, beschrieb Marketingchef Grant Lowers dem Portal Golem.de im vergangenen Jahr.

Bevor der Drucker zu seinem Experiment ins All startete, testete der Hersteller „Made in Space“ ihn während mehreren Hundert Parabelflügen auf der Erde.

Der 3D-Drucker arbeitet nach dem Verfahren der Schmelzschichtung, auf Neudeutsch Fused Deposition Modeling (FDM). Dabei handelt es sich um ein Fertigungsverfahren, bei dem ein Gegenstand aus einem schmelzfähigen Kunststoff hergestellt wird. Im ersten Schritt wird ein Kunststoffdraht geschmolzen und durch eine Düse gedrückt.

Feste Haftung am Drucker

Kommandant Wilmore war erstaunt, als er am 25. November das fertige Schild aus dem Drucker nehmen wollte. Dies gestaltete sich nämlich schwieriger als erwartet. Das Schild war derart fest an der Produktionsfläche des Druckers befestigt, das es nur mit Mühe herausgenommen werden konnte. Das Kräfteverhalten zwischen den Flächen in der Schwerelosigkeit ist anders als auf der Erde.

Die Ingenieure Mike Snyder (r.) und Jason Dunn, JTechnikchef von

Die Ingenieure Mike Snyder (r.) und Jason Dunn, JTechnikchef von „Made in Space“, haben den 3D-Drucker vor dem Flug zur ISS noch mal ausgiebig getestet.

Quelle: Made in Space

Alle gedruckten Teile werden im nächsten Jahr auf die Erde zurückkehren. Hier wollen die NASA-Ingenieure diese genauer untersuchen und mit auf der Erde gedruckten Gegenständen vergleichen. Auch das unterschiedliche Kraftverhalten wollen die Forscher analysieren.

 

Ein Beitrag von:

  • Petra Funk

Themen im Artikel

Stellenangebote im Bereich Fertigungstechnik, Produktion

Knauf Deutsche Gipswerke KG-Firmenlogo
Knauf Deutsche Gipswerke KG Prozessingenieur / CI-Koordinator (m/w/d) Schwarze Pumpe bei Cottbus
Berliner Glas Gruppe-Firmenlogo
Berliner Glas Gruppe Prozessingenieur (m/w/d) im Bereich Medizintechnik Berlin
Berliner Glas Gruppe-Firmenlogo
Berliner Glas Gruppe Produktverantwortlicher Ingenieur (m/w/d) im Bereich Medizintechnik Berlin
Berliner Glas GmbH-Firmenlogo
Berliner Glas GmbH Product Engineer (m/w/d) Berlin
Jungheinrich Logistiksysteme-Firmenlogo
Jungheinrich Logistiksysteme Projektleiter AGV (m/w/d) Technical Sales deutschlandweit
CoorsTek GmbH-Firmenlogo
CoorsTek GmbH Ingenieur / Entwicklungsingenieur (m/w/d) Keramik Lauf an der Pegnitz
HME Brass Germany GmbH-Firmenlogo
HME Brass Germany GmbH Ingenieur Metallurgie als Leitung Qualitätswesen (m/w/d) Berlin
Amcor Flexibles Singen GmbH-Firmenlogo
Amcor Flexibles Singen GmbH Ingenieur für Metallurgie und Werkstofftechnik / Manager Product Development and Metallurgy (m/w/d) Singen
Berliner Glas GmbH-Firmenlogo
Berliner Glas GmbH Entwicklungsingenieur CNC-Programmierung (m/w/d) Berlin-Neukölln
SKF GmbH-Firmenlogo
SKF GmbH Fertigungsingenieur (m/w/d) Betriebstechnik (OT) / Digitalisierung Schweinfurt

Alle Fertigungstechnik, Produktion Jobs

Top 5 3D-Druck

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.