Additive Fertigung 11.01.2022, 10:36 Uhr

3D-Druck: Siemens Energy und Zeiss schaffen gemeinsam hochkomplexe Fertigungen

Zeiss und Siemens Energy planen eine weitreichende Kooperation. Gemeinsam wollen die Unternehmen das 3D-Druck-Verfahren vorantreiben.

Additive Fertigung 3D-Drucker

Siemens Energy und Zeiss kooperieren, um 3D-Druck-Verfahren weiterzuentwickeln. Foto/Symbolbild: panthermedia.net/moreno.soppelsa

Siemens Energy und Zeiss produzieren ab sofort gemeinsam im 3D-Druck-Verfahren. Die Kooperation läuft zwischen der Sparte IQR (Industrial Quality and Research) des Optikkonzerns Zeiss mit Sitz in Oberkochen und des Münchner Konzerns Siemens Energy. Die Anmeldung des Vorhabens erfolgte bereits am 23. Dezember 2021 beim Bundeskartellamt.

Siemens Energy und Zeiss wollen gemeinsam in die additive Fertigung von Metall- und Kunststoffteilen einsteigen. Mit diesem Verfahren sollen Prototypen, Werkzeuge und Produktionsteile hergestellt werden. Zusätzlich soll eine Plattform zur Fertigung von Teilen im 3D-Druck-Verfahren entstehen. Siemens Energy ist für Energietechnik bekannt, setzt aber bereits seit 15 Jahren auf additive Fertigung. Dank gedruckter Bauteile seien Techniken für eine klimafreundlichere Energieerzeugung möglich, heißt es beim Unternehmen.

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3D-Druck bei Siemens Energy

Additive Fertigung findet in verschiedenen Branchen Anwendung. Produktionsprozesse lassen sich effektiver gestalten und Kosten einsparen – zum Beispiel durch die eigenständige Fertigung von Werkzeugen. Durch Herstellung im 3D-Druck-Verfahren können Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen. Siemens Energy setzt additive Fertigung in unterschiedlichen Bereiche ein. Neben der eigenen Anwendung, geht Siemens Energy auch Partnerschaften mit Additiv-Manufacturing-Fabriken in Großbritannien ein. Seit 2016 zählt die Tochtergesellschaft Materials Solutions als 3D-Druck Dienstleister zum Konzern.

 

In einem schwedischen Fernwärmekraftwerk wurde beispielsweise ein Gasturbinenbrenner aus additiver Fertigung eingebaut, der schrittweise mit erneuerbarer Energie wie Wasserstoff statt Erdgas funktioniert.

Offshore: Warum sich die weltweit größte Windkraftanlage nur auf dem Land dreht

Zeiss: 3D-Fertigungsprüfung für Luftfahrt, Medizintechnik & Automotive

3D-Druckverfahren sind zu einem bedeutenden Teil der industriellen Produktionskette geworden. Zeiss setzt mit der „3D ManuFACT“ auf additive Fertigung in der Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt sowie die Automobilindustrie. Die Sicherstellung von uneingeschränkten 3D-gedruckten Teilen zählt laut Zeiss zu den größten Herausforderungen.

Großauftrag für Siemens Energy

Zu den Kernprodukten von Siemens Energy zählen Gasturbinen, Dampfturbinen, Generatoren, Transformatoren und Kompressoren. Mit einem Anteil von 67 Prozent an Siemens Gamesa Renewable Energy gehört Siemens Energy zu den weltweiten Marktführern im Bereich der erneuerbaren Energien.

Siemens Gamesa bringt neue Mega-Turbine auf den Markt

Erst kürzlich hat das Unternehmen einen Großauftrag für Bau, Betrieb und Wartung eines Gaskraftwerks in Brasilien erhalten. Die Anlage im Bundesstaat Rio de Janeiro soll eine Leistung von 1,7 Gigawatt erreichen. Das Projekt hat demnach ein finanzielles Volumen von rund einer Milliarde Euro.

Zusammen mit einem bereits existierenden 1,3 Gigawatt-Kraftwerk soll die neue Anlage namens UTE GNA II 14 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Dabei sind die Turbinen so ausgelegt, dass sie in Zukunft auch mit Wasserstoff betrieben werden können.

Podcast-Tipp: Druckwelle informiert über Trends der additiven Fertigung

Beim ingenieur.de Podcast in Kooperation mit den VDI nachrichten holen wir führende Köpfe der Additiven Fertigung vors Mikrofon, die Ihnen 3D-Druck plastisch erklären. Die Experten und Expertinnen erläutern neue Drucktechnologien und Materialien. Sie bewerten Entwicklungen und geben Praxis-Tipps. Jetzt reinhören in die Druckwelle.

(mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura schreibt zu den Themen Technik, Forschung und Karriere. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs.

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