IT-Gehälter 2026: Was Informatiker und IT-Fachkräfte verdienen
IT-Gehälter 2026 im Überblick: Was Informatiker, Softwareentwickler und IT-Fachkräfte heute verdienen – und welche Faktoren das Einkommen beeinflussen.
Gefragte IT-Kompetenzen zahlen sich aus: Spezialisten für Softwareentwicklung, Cloud Computing und KI erzielen heute häufig Gehälter deutlich über dem Durchschnitt anderer Berufsgruppen.
Foto: Smarterpix / DCStudio
Das Wichtigste in Kürze
- Der IT-Fachkräftemangel bleibt hoch: 2025 fehlen der deutschen Wirtschaft rund 109.000 IT-Fachkräfte, obwohl die Zahl offener Stellen gegenüber dem Rekordjahr 2023 gesunken ist.
- Informatiker gehören zu den Spitzenverdienern: Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das Mediangehalt von Informatikern bei über 89.000 Euro brutto pro Jahr.
- Softwareentwickler verdienen im Median rund 73.000 Euro, Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung etwa 53.000 Euro jährlich.
- Berufseinsteiger können je nach Abschluss mit 46.000 bis 52.000 Euro rechnen. Mit zunehmender Berufserfahrung steigen die Gehälter deutlich.
- Besonders gefragt sind Spezialisten für IT-Sicherheit, Cloud Computing, Künstliche Intelligenz, Datenanalyse und Softwarearchitektur.
- IT-Ingenieure profitieren von ihrer Doppelqualifikation aus Ingenieurwissen und IT-Kompetenz. Vor allem Industrieunternehmen suchen verstärkt solche Fachkräfte.
- Große Unternehmen zahlen meist höhere Gehälter als kleine Betriebe. Auch Branche, Region und Führungsverantwortung beeinflussen das Einkommen erheblich.
- Der demografische Wandel verschärft den Fachkräftemangel zusätzlich. Bis 2034 könnten mehr als 138.000 MINT-Fachkräfte fehlen.
Die Digitalisierung verändert nahezu jede Branche. Ob Industrie, Energieversorgung, Fahrzeugbau oder Gesundheitswesen – ohne Software, Datenanalyse und IT-Infrastruktur läuft heute kaum noch etwas. Entsprechend gefragt bleiben Informatiker und IT-Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt. Trotz einer schwächeren Konjunktur und zahlreicher Sparprogramme vieler Unternehmen suchen Arbeitgeber weiterhin händeringend nach qualifiziertem Personal.
Doch wie viel verdienen Informatiker und IT-Spezialisten heute tatsächlich? Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt? Und warum bleibt der Fachkräftemangel trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten ein drängendes Problem?
Inhaltsverzeichnis
- Der Fachkräftemangel bleibt bestehen
- Warum die Lage widersprüchlich erscheint
- Informatiker gehören weiterhin zu den Spitzenverdienern
- Mediangehälter ausgewählter IT-Berufe
- So hoch fallen die Einstiegsgehälter aus
- Berufserfahrung bleibt der wichtigste Gehaltstreiber
- IT-Ingenieure profitieren von zwei Welten
- Große Unternehmen zahlen meist besser
- Die Demografie verschärft den Wettbewerb
- Frauen bleiben in der IT unterrepräsentiert
- Quellen
Der Fachkräftemangel bleibt bestehen
Noch vor wenigen Jahren schien die Nachfrage nach IT-Fachkräften nahezu ungebremst zu wachsen. 2023 erreichte die Zahl unbesetzter IT-Stellen in Deutschland mit 149.000 offenen Positionen einen Höchststand. Seitdem hat sich die Lage zwar etwas entspannt, von einer Trendwende kann jedoch keine Rede sein.
Laut dem Digitalverband Bitkom fehlten der deutschen Wirtschaft 2025 noch immer rund 109.000 IT-Fachkräfte. Damit liegt die Zahl zwar deutlich unter dem Rekordwert von 2023, bewegt sich aber weiterhin auf einem historisch hohen Niveau. Gleichzeitig geben 85 % der Unternehmen an, Schwierigkeiten bei der Besetzung offener IT-Stellen zu haben.
Entwicklung der offenen IT-Stellen
| Jahr | Offene IT-Stellen |
| 2021 | 96.000 |
| 2022 | 137.000 |
| 2023 | 149.000 |
| 2025 | 109.000 |
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Unternehmen benötigen immer länger, um offene Stellen zu besetzen. Die durchschnittliche Vakanzzeit liegt inzwischen bei 7,7 Monaten. Das verzögert Digitalisierungsprojekte und bremst Innovationen.
Warum die Lage widersprüchlich erscheint
Auf den ersten Blick wirkt die Situation paradox. Die Zahl offener Stellen sinkt, gleichzeitig berichten Unternehmen weiterhin von Personalmangel.
Der Grund liegt in der wirtschaftlichen Entwicklung. Viele Unternehmen stellen aufgrund der schwächeren Konjunktur vorsichtiger ein als noch vor wenigen Jahren. Einige Betriebe haben Projekte verschoben oder Personal abgebaut. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an hochqualifizierten IT-Spezialisten bestehen.
Der aktuelle Ingenieurmonitor von VDI und Institut der Deutschen Wirtschaft zeigt diese Entwicklung deutlich. Die Zahl offener Stellen für Ingenieur- und Informatikberufe ging 2025 zurück. Dennoch finden viele Unternehmen weiterhin keine geeigneten Bewerber für spezialisierte Positionen. Der Arbeitsmarkt hat sich also nicht entspannt. Er ist lediglich selektiver geworden.
Informatiker gehören weiterhin zu den Spitzenverdienern
Wer über gefragte IT-Kenntnisse verfügt, kann nach wie vor mit attraktiven Einkommen rechnen. Besonders belastbare Daten liefert der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Er basiert auf den tatsächlichen Sozialversicherungsdaten von Millionen Beschäftigten.
Die aktuellen Medianwerte zeigen, dass Informatiker zu den bestbezahlten Berufsgruppen Deutschlands gehören.
Mediangehälter ausgewählter IT-Berufe
| Beruf | Monatliches Bruttogehalt | Jahresgehalt |
| Informatiker | über 7.450 € | über 89.400 € |
| Softwareentwickler | 6.097 € | 73.164 € |
| Fachinformatiker Anwendungsentwicklung | 4.449 € | 53.388 € |
Der Medianwert bedeutet, dass jeweils die Hälfte der Beschäftigten mehr und die andere Hälfte weniger verdient. Die Unterschiede zwischen den Berufsgruppen zeigen deutlich, welchen Einfluss Ausbildung, Aufgabenbereich und Verantwortung auf das Einkommen haben.
So hoch fallen die Einstiegsgehälter aus
Beim Berufseinstieg liegen die Gehälter naturgemäß niedriger. Dennoch zählt die IT weiterhin zu den attraktivsten Berufsfeldern für Hochschulabsolventen.
Nach aktuellen Erhebungen starten Informatikerinnen und Informatiker meist mit Jahresgehältern zwischen 46.000 und 52.000 Euro brutto. Masterabsolventen erzielen dabei in der Regel etwas höhere Einstiegsgehälter als Bachelorabsolventen.
Typische Einstiegsgehälter
| Qualifikation | Jahresgehalt |
| Bachelor Informatik | ca. 46.000 € |
| Master Informatik | ca. 51.500 € |
| Promotion Informatik | ca. 60.700 € |
Der Unterschied zwischen Bachelor- und Masterabschluss fällt zu Beginn der Karriere noch vergleichsweise gering aus. Mit zunehmender Berufserfahrung wächst der Abstand jedoch häufig.
Berufserfahrung bleibt der wichtigste Gehaltstreiber
Wie in anderen Ingenieurberufen auch steigt das Einkommen in der IT vor allem mit wachsender Erfahrung. Berufseinsteiger übernehmen meist operative Aufgaben in Entwicklungsteams oder IT-Abteilungen. Mit zunehmender Erfahrung kommen Projektverantwortung, Budgetverantwortung oder Führungsaufgaben hinzu. Dadurch wachsen auch die Gehälter deutlich.
Besonders gut bezahlt werden Fachkräfte, die komplexe Systeme planen, entwickeln oder betreiben. Dazu gehören beispielsweise:
- Softwarearchitekten
- Cloud-Spezialisten
- IT-Sicherheitsfachleute
- Data Engineers
- KI-Spezialisten
- IT-Projektleiter
Gerade in diesen Bereichen übersteigt die Nachfrage das Angebot weiterhin deutlich.
IT-Ingenieure profitieren von zwei Welten
Besonders gefragt sind Fachkräfte, die klassische Ingenieurkompetenzen mit IT-Know-how verbinden. Dieses Berufsbild hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker etabliert.
IT-Ingenieure arbeiten beispielsweise an:
- digitalen Zwillingen
- Industrie-4.0-Anwendungen
- Robotiksystemen
- autonomen Fahrzeugen
- Embedded Software
- intelligenten Energienetzen
Sie verstehen sowohl technische Systeme als auch die zugrunde liegende Software. Genau diese Kombination wird für viele Unternehmen immer wichtiger.
Vor allem im Maschinenbau, in der Automobilindustrie, in der Energiewirtschaft sowie in der Luft- und Raumfahrt steigt die Nachfrage nach solchen Profilen kontinuierlich.
Große Unternehmen zahlen meist besser
Neben Qualifikation und Erfahrung beeinflusst auch die Unternehmensgröße das Gehalt erheblich. Großunternehmen verfügen oft über komplexere IT-Landschaften, größere Budgets und international vernetzte Strukturen. Entsprechend höher fallen die Gehälter aus.
Bereits frühere Gehaltsstudien zeigten, dass Informatiker und IT-Ingenieure in Konzernen deutlich mehr verdienen als in kleinen Unternehmen. Die Unterschiede können mehrere Zehntausend Euro pro Jahr betragen.
Allerdings bieten kleinere Unternehmen häufig andere Vorteile. Dazu gehören flachere Hierarchien, größere Gestaltungsspielräume oder schnellere Aufstiegsmöglichkeiten.
Die Demografie verschärft den Wettbewerb
Langfristig dürfte sich der Wettbewerb um qualifizierte IT-Fachkräfte weiter verschärfen. Der wichtigste Grund ist die demografische Entwicklung. Jedes Jahr verlassen zehntausende MINT-Fachkräfte altersbedingt den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig sinkt die Zahl deutscher Studienanfänger in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern seit Jahren.
Nach Berechnungen des MINT-Reports könnten bis 2034 rund 138.600 MINT-Fachkräfte zusätzlich fehlen. Besonders betroffen sind Informatik-, Elektro- und Ingenieurberufe. Viele Unternehmen reagieren bereits darauf. Sie investieren stärker in Weiterbildung, setzen auf Quereinsteiger oder werben gezielt internationale Fachkräfte an.
Frauen bleiben in der IT unterrepräsentiert
Ein weiteres Potenzial liegt im Frauenanteil der Branche. Zwar hat sich die Situation in den vergangenen Jahren verbessert, dennoch bleiben Frauen in vielen IT-Berufen deutlich unterrepräsentiert.
In Informatikstudiengängen liegt ihr Anteil aktuell bei rund 27 %. Unter den Absolventen sind es etwa 24 %. In einigen IT-Ausbildungsberufen fällt der Frauenanteil sogar noch deutlich niedriger aus. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels sehen viele Experten hier eines der größten ungenutzten Potenziale des Arbeitsmarktes.
Quellen
- Bitkom: Deutschland fehlen weiterhin mehr als 100.000 IT-Fachkräfte
- Bitkom: Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte 2025
- VDI/IW-Ingenieurmonitor 1. Quartal 2025
- Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas Informatiker
- Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas Softwareentwickler
- Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas Fachinformatiker Anwendungsentwicklung
- IW Köln: MINT-Frühjahrsreport 2026
Machen Sie auch mit beim aktuellen Gehaltsvergleich und erfahren Sie, was Kolleginnen und Kollegen in vergleichbaren Positionen verdienen.
Was Ingenieurinnen und Ingenieure über alle Branchen hinweg verdienen, erfahren Sie hier: Das verdienen Ingenieure in Deutschland wirklich
Ein Beitrag von: