EU-Paket zur Stärkung der Technologiesouveränität 07.07.2026, 16:49 Uhr

So will Europa die digitale Unabhängigkeit stärken

Mit dem vorgestellten European Tech Sovereignty Package soll die digitale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und gleichzeitig die Abhängigkeit von Unternehmen aus den USA und Asien verringert werden.

Illustration einer digitalen Benutzeroberfläche mit KI, Cloud, Big Data und weiteren Zukunftstechnologien.

Das EU-Paket zur Stärkung der Technologiesouveränität soll Europas digitale Infrastruktur ausbauen und die Abhängigkeit von außereuropäischen Technologieanbietern verringern.

Foto: PantherMedia / Elnur_

Die Europäische Kommission will Europa unabhängiger von außereuropäischen Technologieanbietern machen. Im Mittelpunkt des EU-Pakets zur Stärkung der Technologiesouveränität stehen Investitionen und neue gesetzliche Vorgaben für Halbleiter, Künstliche Intelligenz, Cloud-Infrastrukturen und Open-Source-Software.

Den Kern des Pakets bilden vier Initiativen:

Cloud and AI Development Act (CADA): Ausbau europäischer KI- und Cloud-Infrastruktur

Mit dem Cloud and AI Development Act will die EU den Aufbau leistungsfähiger Rechenzentren und Cloud-Infrastrukturen beschleunigen. Vereinfachte Genehmigungsverfahren und bessere Investitionsbedingungen sollen dafür sorgen, dass mehr KI-Rechenkapazitäten in Europa entstehen und kritische Anwendungen künftig auf europäischer Infrastruktur betrieben werden können.

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Dies soll dazu beitragen, sensible Daten zu schützen und die Entwicklung und Einführung fortschrittlicher Cloud- und KI-Technologien zu unterstützen. Außerdem soll die Mitgliedsstaaten KI koordiniert einführen. Dabei sollen ihnen unter anderem die Erfahrungs- und Beschleunigungszentren für KI helfen, die als lokale Knotenpunkte zur Förderung der Integration und Skalierung von KI dienen.

Chips Act 2.0: Mehr Halbleiter aus Europa

Der Chips Act 2.0 baut auf dem bisherigen European Chips Act auf. Ziel ist es, die europäische Halbleiterproduktion auszubauen, Lieferketten widerstandsfähiger zu machen und die Entwicklung sowie Fertigung moderner Chips in Europa zu fördern. Durch einen Ökosystem-Ansatz soll er zudem europäische Chiphersteller näher an ihre Kunden heranführen und auf der Nachfrage von Wachstumsbranchen wie Rechenzentren, Cloud-Anbietern und KI-Gigafabriken aufbauen. Damit will die EU ihre Abhängigkeit von asiatischen und amerikanischen Herstellern reduzieren.

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EU Open Source Strategy: Offene Software fördern

Mit einer neuen Open-Source-Strategie möchte die Kommission den Einsatz frei verfügbarer Software ausbauen. Investitionen in Open-Source-Projekte, Start-ups und Fachkräfte sollen Innovationen fördern und gleichzeitig die Abhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern verringern.

Digitalisierung und KI für das Energiesystem

Der vierte Baustein ist eine Strategie für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Energiesektor. KI soll helfen, Stromnetze effizienter zu steuern, den Energieverbrauch von Rechenzentren zu optimieren und digitale Infrastrukturen besser in das Energiesystem einzubinden. Die Kommission will die Zusammenarbeit zwischen dem Energie- und dem Digitalsektor fördern. Damit will sie die effiziente Integration in das Netz sowie die Versorgung mit sauberer Energie sicherstellen. Zudem will sie Wasser- und Energieverbräuche senken.

Finanzierung und Zeitplan

Mit dem Paket verfolgt die Europäische Kommission das Ziel, technologische Innovation, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und digitale Sicherheit stärker miteinander zu verbinden. Zur Finanzierung will die EU auf bestehende Programme und Förderinstrumente zurückgreifen, die bereits den Ausbau digitaler Infrastruktur, Halbleiterfertigung und KI-Forschung unterstützen. Konkrete Finanzierungsdetails müssen im weiteren Gesetzgebungsverfahren noch geklärt werden.

Mit einem Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens wird frühestens Ende 2027 gerechnet.

Cybersicherheit rückt in den Fokus

Die sicherheitspolitische Dimension gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Bereits im Mai warnten Experten des Science Media Center Germany, dass Künstliche Intelligenz Angriffe erheblich beschleunigen könne. KI ermögliche unter anderem die Suche nach Sicherheitslücken und die Entwicklung immer überzeugenderer Täuschungsversuche. Gleichzeitig könne sie helfen, Cyberangriffe schneller zu erkennen, Schadsoftware zu analysieren und IT-Systeme besser zu schützen. Vor diesem Hintergrund soll das Souveränitätspaket Europas digitale Resilienz stärken.

Ein Beitrag von:

  • Tim Stockhausen

    Tim Stockhausen ist Volontär beim VDI Verlag. 2024 schloss er sein Studium der visuellen Technikkommunikation an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ab. Seine journalistischen Interessen gelten insbesondere Künstlicher Intelligenz, Mobilität, Raumfahrt und digitalen Welten.

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