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Roboter drückt den Knopf: Industrial AI Cloud gestartet

05. Februar 2026

Agile ONE drückt den Startknopf für Europas größte KI-Fabrik
Roboter drückt Startknopf: Mit der Industrial AI Cloud bringt die Telekom Hochleistungs-KI nach Deutschland. Fokus auf Souveränität, Industrie und Forschung. Foto: eutsche Telekom AG / Cindy Albrecht
Telekom startet Industrial AI Cloud in München. Souveräne KI-Rechenleistung für Industrie, Forschung und Staat. Erste Kunden sind bereits aktiv.
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Ein humanoider Roboter drückt einen Startknopf. Was wie eine PR-Geste wirkt, markiert einen realen Schritt für industrielle KI in Europa. Am 4. Februar hat die Deutsche Telekom ihre Industrial AI Cloud offiziell in Betrieb genommen. Der Ort: der Münchner Tucherpark. Die Botschaft: Hochleistungs-KI soll in Europa entstehen, trainiert und betrieben werden unter europäischen Regeln.

Inhaltsverzeichnis

Eine KI-Fabrik für Industrie und Staat

In den vergangenen sechs Monaten entstand die sogenannte KI-Fabrik gemeinsam mit NVIDIA und dem Rechenzentrumspartner Polarise. Die Telekom stellt damit Rechen- und Speicherressourcen bereit, die speziell für KI-Anwendungen ausgelegt sind. Adressiert werden Unternehmen, Forschungseinrichtungen und der öffentliche Sektor. Die Anlage ist bereits zu mehr als einem Drittel ausgelastet. Mehrere Kunden arbeiten produktiv mit den Systemen.

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Tim Höttges, CEO der Deutschen Telekom, formuliert es so: „Wir reden nicht, die Telekom macht. Wir investieren in KI, in den deutschen Standort und in Europa.“ Der Hintergrund ist bekannt. Viele Unternehmen zögern beim Einsatz von KI, weil sie den Abfluss sensibler Daten außerhalb Europas fürchten. Die Industrial AI Cloud soll genau dieses Risiko reduzieren. Betrieb, Datenhaltung und Sicherheitskonzepte liegen in Deutschland.

Was technisch dahintersteckt

Im Rechenzentrum arbeiten rund 10.000 GPUs der neuesten Generation. Zum Einsatz kommen unter anderem NVIDIA DGX B200 Systeme sowie RTX PRO Server GPUs. Die maximale Rechenleistung liegt bei bis zu 0,5 ExaFLOPS. Das ist eine Größenordnung, die bislang vor allem aus internationalen Hyperscaler-Rechenzentren bekannt war.

Zur Einordnung: Mit dieser Leistung könnten theoretisch hunderte Millionen Nutzerinnen und Nutzer parallel KI-Anwendungen nutzen. Entscheidend ist aber etwas anderes. Die Infrastruktur steht gezielt für industrielle Anwendungen bereit. Also für Simulationen, digitale Zwillinge, Robotik oder Produktionsoptimierung.

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Der „Deutschland Stack“

Die Cloud bildet die Basis für den sogenannten „Deutschland Stack“. Dahinter steckt eine Zusammenarbeit von Telekom und SAP. Die Telekom-Tochter T-Systems verantwortet Infrastruktur, Plattform und Cloud-Betrieb. SAP liefert darauf aufbauend Software, Datenplattformen und KI-Anwendungen.

Thomas Saueressig, Vorstand bei SAP, sagt dazu: „Es ist Zeit, das Narrativ vom Risiko zur Chance zu verschieben.“ Für Kunden bedeutet das einen durchgängigen Baukasten. Von der Hardware über Plattformdienste bis hin zu Fachanwendungen kommt alles aus einer Hand. Das senkt Integrationsaufwand und beschleunigt Projekte, vor allem im regulierten Umfeld.

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Wenn der Roboter startet

Symbolisch eröffnet wurde die Cloud von Agile ONE, einem humanoiden Roboter des Münchner Unternehmens Agile Robots. Agile Robots trainiert sein KI-Grundmodell künftig auf der neuen Infrastruktur. Gründer und CEO Zhaopeng Chen sagt: „Die Industrial AI Cloud liefert uns die notwendige Rechenleistung, um unsere KI-Modelle zu trainieren und die Möglichkeiten von Physical AI weiter auszubauen.“

Physical AI meint KI-Systeme, die direkt mit der physischen Welt interagieren. Roboter, die greifen, montieren oder prüfen. Dafür braucht es große Datenmengen und kurze Trainingszyklen. Beides soll die Cloud liefern. Agile Robots gehört zu den ersten Kunden. Das Unternehmen ist seit 2018 stark gewachsen, beschäftigt mehrere tausend Mitarbeitende und hat weltweit zehntausende Robotiklösungen installiert, vor allem in der Industrie.

Simulation statt Prototyp

Auch Siemens nutzt die neue Infrastruktur. Das Simulationsportfolio Simcenter läuft künftig auf der Industrial AI Cloud. Unternehmen können damit Produkte virtuell entwickeln, testen und optimieren.

Cedrik Neike, CEO Digital Industries bei Siemens, sagt: „Gemeinsam mit der Telekom bringen wir unsere Software in eine GPU-beschleunigte, souveräne Cloud – und können damit die Simulationszeiten unserer Kunden drastisch verkürzen.“

Digitale Zwillinge ersetzen reale Prototypen. Entwicklungszeiten sinken, Kosten ebenfalls. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist das relevant, weil Hochleistungsrechner bislang oft unerreichbar waren.

Energie, Abwärme, Nachhaltigkeit

Das Rechenzentrum im Tucherpark wurde vollständig modernisiert. Es nutzt erneuerbare Energien und ist auf hohe Energieeffizienz ausgelegt. Die Abwärme soll künftig das gesamte Quartier mit Wärme versorgen. Gekühlt wird unter anderem mit Wasser aus dem nahegelegenen Eisbach.

Damit folgt die Anlage der Nachhaltigkeitsstrategie der Telekom. Energieeffizienz ist hier kein Zusatz, sondern Voraussetzung. Gerade bei KI-Rechenzentren entscheidet sie über Akzeptanz und Skalierbarkeit.

Europäische Modelle aus Europa

Ein zentrales Projekt ist SOOFI, kurz für Sovereign Open Source Foundation Models. Auftraggeber ist die Leibniz Universität Hannover. Ziel ist ein offenes europäisches Sprachmodell mit rund 100 Milliarden Parametern. Trainiert und betrieben wird es vollständig in Europa.

Antonio Krüger, CEO des Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, ordnet ein: „Jetzt entsteht die entsprechende Infrastruktur, um dieses Potenzial besser zu erschließen.“ Das Modell soll europäische Sprachen abdecken und für industrielle Anwendungen taugen. Offen, transparent und unter europäischer Kontrolle.

 



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