Anzeige

Quishing: So funktioniert die Betrugsmasche mit dem QR-Code

28. Januar 2026

DHL-Abholschein steckt in der Haustür
Gefälschte DHL-Abholscheine mit QR-Code: Wie Quishing funktioniert und woran Sie den Betrug erkennen. Foto: picture alliance / ZB | Sascha Steinach
Quishing erklärt: Wie Betrüger QR-Codes nutzen, um Daten und Geld zu stehlen – und woran Sie gefälschte Codes erkennen.
Anzeige
Anzeige


Das Wichtigste im Überblick
  • Quishing ist Betrug mit QR-Codes. Kriminelle nutzen QR-Codes, um auf gefälschte Webseiten zu locken und Daten oder Geld zu stehlen.
  • Der Angriff beginnt oft offline. Die Codes tauchen auf Briefen, Parkautomaten, Ladesäulen, Strafzetteln oder Plakaten im ÖPNV auf – nicht nur in E-Mails.
  • QR-Codes sind intransparent. Vor dem Scannen ist meist nicht sichtbar, wohin der Code führt. Genau das macht sie anfällig für Missbrauch.
  • Ziel sind sensible Daten. Abgefragt werden häufig Login-Daten, Bankverbindungen oder Kreditkarteninformationen.
  • Überklebte oder überraschende Codes sind ein Warnsignal. Besonders an Ladesäulen, Parkautomaten oder auf lose verteilten Zetteln.
  • Seriöse Anbieter fordern keine sensiblen Daten per QR-Code an. Weder Banken noch Paketdienste oder Verkehrsbetriebe.
  • Schutz beginnt vor dem Scan. Nutzen Sie Scanner, die die Zieladresse anzeigen, prüfen Sie diese genau und scannen Sie nur, wenn die Quelle eindeutig seriös ist.

 

QR-Codes gehören zum Alltag. Sie öffnen Speisekarten, verbinden Smartphones mit WLAN oder starten Bezahlvorgänge. Genau diese Routine nutzen Kriminelle aus. Statt auf E-Mail oder SMS setzen sie zunehmend auf gedruckte QR-Codes im öffentlichen Raum oder im Briefkasten. Die Masche heißt Quishing. Sie kombiniert QR-Code und Phishing. Ziel bleibt gleich: Daten abgreifen oder Geld stehlen.

Quishing wirkt unscheinbar. Ein Code besteht aus schwarzen Quadraten. Man sieht ihm nicht an, wohin er führt. Viele Smartphones öffnen den enthaltenen Link sofort. Eine sichtbare Kontrolle entfällt. Das macht QR-Codes attraktiv für Betrügerinnen und Betrüger.

Anzeige
Anzeige

Inhaltsverzeichnis

Warum QR-Codes für Angriffe taugen

Ein QR-Code ist technisch nichts anderes als eine codierte Zeichenfolge. Meist steckt eine Internetadresse dahinter. Anders als bei einem gedruckten Link können Sie diese Adresse vor dem Scannen nicht lesen. Genau das ist der Schwachpunkt.

Hinzu kommt Gewöhnung. Seit der Pandemie sind QR-Codes überall. Wer täglich scannt, hinterfragt seltener. Kriminelle setzen auf diesen Automatismus. Sie verlagern den Einstiegspunkt aus der digitalen Welt in den analogen Raum. Ein Zettel im Briefkasten oder ein Aufkleber an einer Ladesäule wirkt vertrauenswürdiger als eine unbekannte E-Mail.

Was Quishing von klassischem Phishing unterscheidet

Beim klassischen Phishing kommt der Angriff per Mail, SMS oder Messenger. Quishing nutzt physische Träger. Der Angriff beginnt auf Papier, an Automaten oder auf Plakaten. Technisch endet er aber wie gewohnt auf einer gefälschten Webseite.

Anzeige
Anzeige

Die Übergänge sind fließend. Auch in E-Mails tauchen QR-Codes auf. Der entscheidende Unterschied liegt im Einstieg. Quishing umgeht Spamfilter und Warnhinweise, weil kein anklickbarer Link enthalten ist.

Erste Fälle: QR-Codes in betrügerischen E-Mails

Schon 2021 tauchten erste Phishing-Mails mit QR-Code auf. Kriminelle missbrauchten Logos bekannter Banken und forderten angebliche Sicherheitsupdates. Der Code führte auf eine nachgebaute Login-Seite. Im Vergleich zu klassischen Phishing-Mails blieb diese Variante lange selten. Sie verschwindet aber nicht. Aktuell kursieren etwa E-Mails mit angeblichen Umfragen, die über einen QR-Code erreichbar sein sollen.

Anzeige
Anzeige

Wenn der Briefkasten zur Falle wird

Besonders effektiv sind gefälschte Briefe. Sie umgehen digitale Schutzmechanismen komplett. Ein bekanntes Beispiel sind Schreiben angeblicher Banken. In mehreren Fällen erhielten Verbraucherinnen und Verbraucher Briefe, die eine Aktualisierung von Sicherheitsverfahren verlangten. Auffällig war ein prominent platzierter QR-Code.

Ein Detail entlarvt die Masche oft erst auf den zweiten Blick. Die Internetadresse sieht korrekt aus, enthält aber minimale Abweichungen. Ein Bindestrich statt eines Schrägstrichs reicht. Wer hier Daten eingibt, übermittelt sie direkt an die Täter. Teilweise werden so sofort Überweisungen ausgelöst.

Wenn die DHL-Paketkarte gefälscht ist

Auch Paketdienste sind betroffen. Besonders in Zeiten hohen Paketaufkommens verteilen Betrüger gefälschte Abholscheine. Der Zettel suggeriert einen verpassten Zustellversuch. Der QR-Code verspricht Abhilfe. Tatsächlich führt er auf eine täuschend echte Kopie der Originalseite.

Ein Sprecher von DHL ordnet das Problem klar ein. DHL-Sprecher Jens-Uwe Hogardt sagt: „Die Methode des ‚Quishings‘, also Phishing über QR-Codes, sei zwar nicht neu, werde jedoch immer professioneller eingesetzt.“

DHL betont, dass das Unternehmen niemals per QR-Code zur Eingabe sensibler Daten oder zu Zahlungen auffordert.

QR-Codes an Ladesäulen und Parkautomaten

Quishing trifft auch den Verkehrsraum. An Ladesäulen für Elektroautos kleben Kriminelle gefälschte Codes über die Originale. Wer laden will, scannt routiniert. Statt zur Bezahlseite des Betreibers geht es auf eine Fälschung. Dort werden Kontodaten abgefragt.

Der ADAC rät, keine überklebten Codes zu scannen. Verfügt die Säule über ein Display, sollte der Code ausschließlich dort erfasst werden. Alternativ lassen sich Ladesäulen per App oder Ladekarte nutzen. Ein QR-Code ist dafür nicht nötig.

Ähnlich gehen Täter an Parkscheinautomaten vor. Überklebte Codes versprechen mobiles Bezahlen. Die Fake-Seiten wirken auf den ersten Blick echt. Erst kleine Fehler fallen auf. Umlaute fehlen. Parkzeiten lassen sich auswählen, die vor Ort gar nicht erlaubt sind. In einzelnen Fällen verloren Betroffene mehrere tausend Euro.

Falsche Strafzettel und Plakate im Nahverkehr

Manche Städte erlauben das Bezahlen von Knöllchen per QR-Code. Das nutzen Betrüger aus. Sie verteilen gefälschte Strafzettel an parkenden Autos. Der Code führt nicht zur Stadt, sondern zu einer betrügerischen Zahlungsseite. Im Zweifel gilt: Sachverhalt bei Polizei oder Ordnungsamt prüfen.

Auch der öffentliche Nahverkehr ist betroffen. In Bussen und Bahnen tauchten gefälschte Plakate auf, die mit Logos der Verkehrsbetriebe warben. Versprochen wurden etwa Gewinnspiele oder Deutschlandtickets. Der QR-Code führte auf Seiten, die Name, Adresse und Kontaktdaten abfragten. Diese Daten lassen sich weiterverkaufen oder für Identitätsdiebstahl nutzen.

Warum Quishing gerade jetzt zunimmt

Mehrere Faktoren kommen zusammen. QR-Codes sind etabliert. Sie gelten als bequem. Gleichzeitig steigen Paketmengen, Ladeinfrastruktur und digitale Bezahlangebote. Das erhöht die Zahl potenzieller Angriffsflächen.

Hinzu kommt psychologischer Druck. Ein angeblich blockiertes Konto, ein wartendes Paket oder ein drohendes Knöllchen erzeugen Stress. Wer schnell handeln will, prüft weniger genau.

Die technische Hürde ist niedrig. Jeder kann in Sekunden einen QR-Code erzeugen. Das bestätigt auch die Polizei. Bastian Kipping vom Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz sagt: „Die Betrugsmasche ist aus Tätersicht sehr einfach umzusetzen, weil jeder diesen QR-Code generieren kann.“

Woran Sie echte Angebote erkennen können

Seriöse Anbieter fordern sensible Daten nicht per QR-Code an. Banken erwarten keine Login-Daten über gedruckte Schreiben. Paketdienste verlangen keine Zahlungen über QR-Codes auf Zetteln im Briefkasten. Offizielle Kommunikation nutzt klar definierte Domains und bekannte Kanäle.

Ein häufiger Trick sind minimal veränderte Internetadressen. Ein zusätzliches Zeichen reicht. Entscheidend ist der Teil hinter der letzten Trennung. „beispiel.de/xyz“ gehört zu beispiel.de. „beispiel.de-xyz.com“ nicht.

Wie Sie sich konkret schützen

Scannen Sie QR-Codes nur, wenn Sie die Quelle sicher einordnen können. Nutzen Sie Scanner oder Kamera-Apps, die die Zieladresse vor dem Öffnen anzeigen. Prüfen Sie diese Adresse Zeichen für Zeichen.

Seien Sie besonders wachsam, wenn Zahlungs- oder Zugangsdaten verlangt werden. Im Zweifel gilt: nicht scannen, nicht klicken, nicht eingeben. Prüfen Sie Informationen über offizielle Webseiten oder bekannte Apps.

Bei Briefen hilft ein Abgleich über bekannte Kontaktwege. Rufen Sie Unternehmen über offiziell recherchierte Nummern an. Nutzen Sie keine Kontaktdaten aus dem Schreiben selbst.

Was tun, wenn Sie hereingefallen sind

Handeln Sie sofort. Ändern Sie betroffene Passwörter. Informieren Sie Ihre Bank, falls Zahlungsdaten betroffen sind. In Deutschland steht der Sperr-Notruf 116116 zur Verfügung. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, etwa über die Online-Wache Ihres Bundeslandes. Nur so lassen sich Muster erkennen und weitere Taten verhindern.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige