Verdienstmöglichkeiten für Maschinenbauer 10.09.2026, 09:30 Uhr

Maschinenbauingenieur-Gehalt: Was Erfahrung, Tarif und Standort ausmachen

Was verdienen Maschinenbauingenieure? Aktuelle Gehälter nach Berufserfahrung, Tarifbindung, Unternehmensgröße und Bundesland.

Maschinenbauingenieurin arbeitet an einem CAD-Modell

Eine Maschinenbauingenieurin arbeitet an einem CAD-Modell. Gehalt, Berufserfahrung, Tarifbindung und Unternehmensgröße können die Bezahlung im Maschinenbau deutlich beeinflussen.

Foto: Smarterpix / Gorodenkoff

54.000 €, 62.700 € oder sogar rund 85.000 € im Jahr? Wer nach dem Gehalt von Maschinenbauingenieurinnen und Maschinenbauingenieuren sucht, findet erstaunlich unterschiedliche Zahlen. Dabei können alle drei Werte ihre Berechtigung haben.

Der Grund: Stepstone, Gehalt.de und die Bundesagentur für Arbeit erfassen nicht dieselben Beschäftigten und verwenden unterschiedliche Methoden. Wer wissen möchte, ob das eigene Gehalt gut ist, sollte deshalb genauer hinschauen. Berufserfahrung, Arbeitgebergröße, Tarifbindung und Arbeitsort können Tausende Euro im Jahr ausmachen.

Was verdient ein Maschinenbauingenieur 2026?

Stepstone nennt für Maschinenbauingenieurinnen und Maschinenbauingenieure derzeit ein Mediangehalt von 54.000 € brutto im Jahr. Die angegebene Spanne reicht von 46.300 bis 64.700 €. Das Einstiegsgehalt liegt laut Stepstone bei etwa 50.000 €.

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Gehalt.de kommt auf einen Median von 5225 € brutto im Monat bei 40 Wochenstunden. Auf zwölf Monate hochgerechnet sind das rund 62.700 € im Jahr. Das untere Quartil liegt bei 4684 €, das obere bei 5829 € monatlich.

Noch deutlich höher liegt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Dort beträgt der Median 7084 € brutto im Monat. Rechnerisch sind das gut 85.000 € im Jahr.

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Quelle Gehaltsangabe Einordnung
Stepstone 54.000 €/Jahr Stellenbezeichnung Maschinenbauingenieur/in
Gehalt.de 5225 €/Monat Median bei 40 Wochenstunden
Bundesagentur für Arbeit 7084 €/Monat breitere Berufsgattung, Vollzeitbeschäftigte

Die Unterschiede sind so groß, dass eine einzelne Zahl als Antwort auf die Frage „Was verdient ein Maschinenbauingenieur?“ wenig hilfreich ist.

Warum nennt die Bundesagentur mehr als 7000 € im Monat?

Der Entgeltatlas basiert auf Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung und damit auf einer sehr breiten amtlichen Datengrundlage. Maschinenbauingenieure werden dort allerdings nicht als vollständig isolierter Einzelberuf ausgewertet.

Die ausgewiesenen 7084 € beziehen sich auf die Berufsgattung „Berufe in der Maschinenbau- und Betriebstechnik (ohne Spezialisierung) – hoch komplexe Tätigkeiten“. Darin stecken neben Maschinenbauingenieurinnen und Maschinenbauingenieuren auch Ingenieure der Verfahrenstechnik und angewandten Mechanik sowie Sachverständige für Maschinen- und Anlagensicherheit.

Die Zahl von rund 85.000 € sollte deshalb nicht als allgemeines Jahresgehalt aller Maschinenbauingenieure verstanden werden. Sie beschreibt den Median einer etwas breiter gefassten Gruppe von Vollzeitbeschäftigten.

Hinzu kommt eine Besonderheit der Statistik: Arbeitgeber melden das sozialversicherungspflichtige Arbeitsentgelt nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. Sie lag 2025 bei 8.050 € im Monat. Bei höheren Einkommen kennt die Bundesagentur den tatsächlichen Betrag daher nicht. Das obere Quartil wird im Entgeltatlas folgerichtig nur als „mehr als 8050 €“ ausgewiesen.

Genau solche methodischen Unterschiede erklären, warum Gehaltsdaten auf den ersten Blick widersprüchlich wirken. Auch bei Berufsanfängern können verschiedene Quellen zu stark abweichenden Ergebnissen kommen. Mehr dazu steht im Beitrag „Einstiegsgehalt für Ingenieure: Diese 6 Faktoren machen den Unterschied“.

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt für Maschinenbauingenieure?

Auch beim Berufseinstieg gibt es keinen festen Betrag. Stepstone nennt für Maschinenbauingenieurinnen und Maschinenbauingenieure mit weniger als einem Jahr Berufserfahrung rund 50.000 € brutto pro Jahr.

Der WSI-Lohnspiegel kommt etwas höher heraus. Dort liegt das Gehalt nach einem Jahr Berufserfahrung bei 4720 € brutto im Monat. Auf zwölf Monate hochgerechnet sind das knapp 56.700 €.

Die Werte lassen sich allerdings nicht eins zu eins vergleichen. Der WSI-Lohnspiegel rechnet mit 38 Wochenstunden und berücksichtigt bei diesen Angaben keine Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Als grobe Orientierung lässt sich dennoch sagen: Ein Einstiegsgehalt zwischen etwa 50.000 und 57.000 € brutto im Jahr bewegt sich innerhalb der aktuellen Gehaltsauswertungen. Wie viel ein Unternehmen tatsächlich bietet, hängt vor allem von Tätigkeit, Branche, Standort, Betriebsgröße und Tarifbindung ab.

So steigt das Gehalt mit der Berufserfahrung

Der WSI-Lohnspiegel zeigt deutlich, was zusätzliche Berufsjahre ausmachen können. Die Werte beziehen sich auf Vollzeitäquivalente mit 38 Wochenstunden und enthalten keine Sonderzahlungen.

Berufserfahrung Brutto/Monat Rechnerisch pro Jahr
1 Jahr 4720 € 56.640 €
5 Jahre 5370 € 64.440 €
10 Jahre 5970 € 71.640 €
20 Jahre 6800 € 81.600 €

Grundlage sind Angaben von 15.448 Befragten.

Zwischen einem und 20 Jahren Berufserfahrung steigt das Monatsgehalt in dieser Auswertung um gut 44 %. Das heißt allerdings nicht, dass allein zusätzliche Dienstjahre automatisch zu diesem Gehaltssprung führen.

Mit der Berufserfahrung verändern sich häufig auch die Aufgaben. Ingenieurinnen und Ingenieure übernehmen größere Projekte, koordinieren Teams oder tragen Verantwortung für Termine, Budgets und technische Entscheidungen. Die konkrete Tätigkeit kann daher ebenso wichtig sein wie die Zahl der Berufsjahre.

Große Unternehmen zahlen deutlich mehr

Auch die Größe des Arbeitgebers schlägt sich in den Gehaltsdaten nieder. Gehalt.de weist aktuell folgende Werte aus:

Unternehmensgröße Brutto/Monat
unter 100 Beschäftigte 4677 €
101 bis 1000 Beschäftigte 5314 €
1001 bis 20.000 Beschäftigte 5786 €
mehr als 20.000 Beschäftigte 6666 €

Zwischen einem Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten und einem Konzern mit mehr als 20.000 Beschäftigten liegen damit fast 2000 € brutto im Monat. Rechnerisch ergibt das einen Unterschied von knapp 24.000 € im Jahr.

Die Tabelle zeigt allerdings zunächst nur einen Zusammenhang. Aus ihr lässt sich nicht ableiten, dass die Zahl der Beschäftigten allein das höhere Gehalt verursacht.

Bei großen Industrieunternehmen spielen weitere Faktoren mit hinein. Dazu gehören beispielsweise andere Tätigkeitsstrukturen, mehr hoch eingruppierte Spezialisten- und Führungspositionen sowie eine häufigere Tarifbindung.

Tarifvertrag kann beim Gehalt einen großen Unterschied machen

Wie stark Tarifbindung wirken kann, zeigt eine Maschinenbau-Auswertung des WSI-Lohnspiegels. Bei vergleichbaren Maschinenbauingenieurinnen und Maschinenbauingenieuren mit zehn Jahren Berufserfahrung und 38 Wochenstunden lag das mittlere Grundgehalt in tarifgebundenen Unternehmen bei 6320 € im Monat. Ohne Tarifvertrag waren es 5360 €.

Das entspricht einem Unterschied von 18 % beziehungsweise 960 € im Monat. Auf zwölf Grundgehälter gerechnet sind das mehr als 11.500 € im Jahr.

Dabei sind tarifliche Sonderzahlungen noch nicht berücksichtigt. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld können den Abstand zusätzlich vergrößern.

Dass dieser Effekt nicht nur Maschinenbauingenieure betrifft, zeigt auch eine neuere IG-Metall-Auswertung über Ingenieurberufe insgesamt. Danach verdienen Ingenieurinnen und Ingenieure in tarifgebundenen Unternehmen im Durchschnitt 16 % mehr als Beschäftigte in Unternehmen ohne Tarifvertrag.

Wie hoch das Tarifgehalt im Einzelfall ausfällt, lässt sich trotzdem nicht am Studienabschluss ablesen. In der Metall- und Elektroindustrie richtet sich die Eingruppierung vor allem nach den Anforderungen der konkreten Tätigkeit.

Ein Masterabschluss führt also nicht automatisch in eine bestimmte Entgeltgruppe. Entscheidend ist, welche Aufgaben und welche Verantwortung mit der Stelle verbunden sind.

In welchen Bundesländern verdienen Maschinenbauingenieure am meisten?

Beim Standort zeigen sich ebenfalls große Unterschiede. Für den Vergleich nach Bundesland ist der WSI-Lohnspiegel besonders interessant, weil die Werte jeweils auf zehn Jahre Berufserfahrung und 38 Wochenstunden standardisiert sind.

Dadurch lässt sich besser vergleichen, als wenn lediglich alle Beschäftigten eines Bundeslandes unabhängig von Erfahrung und Arbeitszeit zusammengefasst werden.

Bundesland Brutto/Monat
Baden-Württemberg 6320 €
Bayern 6260 €
Hamburg 6120 €
Bremen 6020 €
Rheinland-Pfalz 5970 €
Schleswig-Holstein 5970 €
Saarland 5930 €
Nordrhein-Westfalen 5920 €
Niedersachsen 5770 €
Hessen 5690 €
Berlin 5660 €
Mecklenburg-Vorpommern 5440 €
Brandenburg 5220 €
Thüringen 4930 €
Sachsen 4800 €
Sachsen-Anhalt 4740 €

An der Spitze steht Baden-Württemberg mit 6320 € monatlich, dicht gefolgt von Bayern mit 6260 €. Sachsen-Anhalt bildet mit 4740 € das Schlusslicht.

Damit liegen zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert 1580 € brutto im Monat. Auf zwölf Monate gerechnet beträgt die Differenz fast 19.000 €.

Auch im direkten Ost-West-Vergleich bleibt die Lücke groß. Der WSI-Lohnspiegel kommt bei Maschinenbauingenieurinnen und Maschinenbauingenieuren mit zehn Jahren Berufserfahrung auf 6100 € im Westen und 5070 € im Osten. Das sind gut 1000 € Unterschied pro Monat.

Wie sich das hohe Gehaltsniveau im Südwesten bei Ingenieurberufen insgesamt zeigt, beleuchtet auch VDI nachrichten im Beitrag „Was Ingenieure in Baden-Württemberg verdienen“.

Maschinenbauingenieur ist nicht gleich Maschinenbau

Ein Punkt wird bei Gehaltsvergleichen leicht übersehen: Maschinenbauingenieur bezeichnet einen Beruf beziehungsweise eine Qualifikation, Maschinen- und Anlagenbau eine Branche.

Maschinenbauingenieurinnen und Maschinenbauingenieure arbeiten keineswegs nur bei klassischen Maschinenbauunternehmen. Sie finden sich auch im Fahrzeugbau, in der Luft- und Raumfahrt, Energietechnik, Elektrotechnik, Medizintechnik oder technischen Beratung.

Das kann finanziell einen erheblichen Unterschied machen. Aktuelle Stepstone-Daten für Ingenieurberufe insgesamt zeigen beispielsweise ein Mediangehalt von 85.500 € im Fahrzeugbau und bei Zulieferern. Im Maschinen- und Anlagenbau sind es 79.750 €.

Diese Zahlen sind keine speziellen Maschinenbauingenieur-Gehälter. Sie zeigen vielmehr, auf welchem unterschiedlichen Vergütungsniveau sich die Branchen bewegen.

Den ausführlichen Vergleich gibt es im Beitrag „Gehalt von Ingenieurinnen und Ingenieuren: Branche schlägt Talent“.

Wie stark wirkt sich Führungsverantwortung aus?

Mit zunehmender Berufserfahrung muss die Karriere nicht zwangsläufig in eine Führungsposition führen. Wer Personal-, Budget- oder Projektverantwortung übernimmt, kann jedoch in andere Gehaltsbereiche vorstoßen.

Für Ingenieurinnen und Ingenieure insgesamt nennt die aktuelle Stepstone-Auswertung einen Median von 84.500 € mit Personalverantwortung. Ohne Personalverantwortung sind es 68.250 €.

Auch diese Zahlen gelten nicht speziell für Maschinenbauingenieure. Für die eigene Gehaltseinschätzung ist deshalb wichtiger, welche Verantwortung tatsächlich mit der Position verbunden ist.

Wer sich nicht nur für das Gehalt, sondern auch für typische Aufgaben, Spezialisierungen und Karrierewege interessiert, findet diese ausführlich im Berufsprofil Maschinenbauingenieur.

Was ist 2026 ein gutes Gehalt für Maschinenbauingenieure?

Eine pauschale Grenze zwischen „gut“ und „schlecht“ lässt sich aus den Daten nicht ziehen. Dafür unterscheiden sich Positionen und Arbeitgeber zu stark.

Für eine erste Einordnung liefern die aktuellen Auswertungen aber brauchbare Größenordnungen:

  • Berufseinstieg: etwa 50.000 bis 57.000 € brutto im Jahr
  • nach fünf Jahren: Größenordnung um 64.000 €
  • nach zehn Jahren: Größenordnung um 72.000 €
  • nach 20 Jahren: rund 80.000 € und mehr sind laut WSI-Lohnspiegel möglich
  • große und tarifgebundene Industrieunternehmen: je nach Aufgabe und Verantwortung können die Gehälter deutlich darüberliegen

Diese Beträge sind keine Soll-Gehälter. Ein Entwicklungsingenieur bei einem Automobilkonzern in Stuttgart ist kaum sinnvoll mit einem Ingenieur in einem kleinen Maschinenbaubetrieb in Sachsen-Anhalt zu vergleichen.

Wer den eigenen Marktwert bestimmen möchte, sollte deshalb mindestens Berufserfahrung, konkrete Tätigkeit, Branche, Unternehmensgröße, Standort und Tarifbindung berücksichtigen. Projekt-, Budget- oder Personalverantwortung kommt als weiterer Faktor hinzu.

Für die Gehaltsverhandlung reicht es daher nicht, mit einem bundesweiten Durchschnittswert ins Gespräch zu gehen. VDI nachrichten erläutert im Beitrag „Gehaltsgespräch gut vorbereiten“, welche Argumente neben Vergleichsgehältern eine Rolle spielen.

Quellen

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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