Diskretion und Information 22.12.2014, 12:01 Uhr

Tipps vom Insider steigern bei Ingenieuren die Bewerbungschancen

Ingenieure sollten Insider nutzen, um Informationen über freie Stellen zu erhalten, auf die sie sich bewerben können. Gleichzeitig sollten sie sich dann selbst als Insider präsentieren. Das steigert ihre Chancen im Bewerbungsverfahren erheblich, da sie direkt voll einsetzbar sind.

Insider erleichtern den Stellenwechsel.

Insider erleichtern den Stellenwechsel.

Foto: panthermedia.net/kentoh

Im E-Zeitalter werden klassische Bewerbungswege über Insider von Ingenieuren selten beschritten. Selbst naheliegende Möglichkeiten der beruflichen Veränderungen geraten aus dem Fokus. Die Ansprache von Kunden, Lieferanten, Dienstleistern, Beratern des aktuellen Arbeitgebers liegt zwar auf der Hand, wird von Ingenieuren aus den verschiedensten Gründen allerdings nur selten genutzt. Das Glück winkt eher in den unbekannten Tiefen des Internets.

Unverbindliche, unpersönliche Kontakte, geringe, rosarote Informationen über die zu besetzenden Jobs und potenziellen Arbeitgeber lassen viel Raum für „auffrischende“ Karriereillusionen. Wie langweilig scheint es da, sich mit Geschäftspartnern und Kunden, die man bestens kennt, über Karrierealternativen auszutauschen. Doch gerade hier besteht die Chance für Ingenieure, über Insider mit relativ geringem Risiko und Aufwand die Stelle zu wechseln. Ein nicht zu unterschätzender Punkt. Denn der Markt für Ingenieure hat sich weitestgehend abgekühlt und verzeiht nicht mehr jeden beruflichen Fehlgriff.

Wie können Ingenieure Bewerbungen über Insider einfädeln?

Wer sich etwa im b2b-Geschäft als Key Account-Manager bewegt, könnte auf die Idee kommen, sich bei dem einen oder anderen Kunden zu bewerben. Diesen Gedanken hegt ein Chemieingenieur. Er arbeitet zwar nicht im Vertrieb, sondern entwickelt und optimiert unternehmensintern verfahrenstechnische Prozesse. Die Mitarbeit bei einem der wichtigsten Kunden seines Arbeitgebers interessiert ihn besonders. Allerdings stellt er sich wichtige Fragen: Wie soll das Ganze über einen Insider eingefädelt werden? Wie kann ich verhindern, dass aufgrund der guten Beziehungen zwischen meinem Arbeitgeber und dem Account etwas von der Bewerbung durchsickert?

Bleiben wir bei der Anbahnung. Da gibt es, einmal allgemein gesprochen, zunächst den leichteren Fall. Der Ingenieur steht selbst intensiv mit dem Insider in Kontakt als Sales Manager, Technischer Kundenberater, Anwendungsingenieur, Customer Care Ingenieur oder Ähnliches. Möglicherweise geht er sogar vor Ort beim Kunden als Resident ein und aus. Vertriebsorientierte Projektmanager und Produktmanager dürften sich gleichfalls nicht über fehlende Kundenkontakte beklagen. Etwas kreativer müssen da scheinbar andere Berufsgruppen wie Entwickler, Konstrukteure, Produktionsingenieure vorgehen.

Insider finden Ingenieure häufig im Außenkontakt

Bei Licht besehen, verfügen diese und ähnliche Berufsgruppen über eine Vielzahl von Außenkontakten, die allemal für Karrierezwecke ausgelotet werden können. Wer etwa als Projektingenieur in der Entwicklung arbeitet, könnte im Rahmen seiner Tätigkeit Kontakte zu ausländischen Werken haben. Gegebenenfalls stimmt er sich oft mit Kunden und Zulieferern in Projekten ab und berät diese, etwa bei der technischen Klärung der Kundenspezifikationen. Möglicherweise sind in den Projekten Entwickler und Designer anderer Unternehmen, Beratungen, Dienstleister im Einsatz, die alle als Insider für Ingenieure infrage kommen.

Eine Aufgabe könnte zudem in der Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten liegen. Je höher die Position, desto intensiver die Außenkontakte. Als Entwicklungskoordinator, Leiter der Anwendungsentwicklung beziehungsweise Vorentwicklung oder gar als hoch aufgehängter Entwicklungsleiter dürften die Außenkontakte einen erheblichen Anteil der Arbeitszeit ausmachen. Aber auch andere Funktionsbereiche, die in erster Linie nach innen gerichtet sind, verfügen über intensive Außenkontakte, die als Insider für die Ingenieure dienen können.

Insider sollten idealerweise zum Ingenieur ein Vertrauensverhältnis haben

So stimmt sich der Leiter QM etwa mit internationalen Lieferanten ab, ist für den Ausbau der Beziehungen zu strategisch wichtigen Kunden verantwortlich und arbeitet global und lokal mit anderen Qualitätsmanagern zusammen. In solchen Fällen bedarf es nicht unbedingt einer offiziellen Bewerbung, um herauszufinden, wie es dort um Jobchancen steht. Ein eher „lockeres“ Gespräch zwischen Ingenieur und Insider, vielleicht sogar noch garniert mit einer spaßigen Einlage, könnte Vakanzen und die eigenen Möglichkeiten ausloten. Meist kommt es im Verlaufe der Zusammenarbeit zu sehr persönlichen Vertrauensverhältnissen zu den Externen, sodass hier offen über das Thema Jobalternativen diskutiert werden kann.

Anders sieht es aus, wenn der wechselwillige Ingenieur über keinerlei persönliche Kontakte, etwa genau zu dem Kunden verfügt, der ihn ganz besonders als Arbeitgeber reizt. So stellt sich die Situation bei dem hier betrachteten Chemieingenieur dar. Eines Tages sieht er eine Ausschreibung des Kunden im Stellenmarkt. Die vakante Position ist für den Entwicklungsingenieur karrieretechnisch sehr interessant und das Unternehmen ein Top-Arbeitgeber, doch einen Insider weiß er nicht.

Konkrete Nachfragen beim Insider sind hilfreich für die Bewerbung

Eigentlich möchte sich der Ingenieur bewerben, es kommen bei ihm jedoch Zweifel auf, ob das Ganze nicht letztlich in einem Schuss nach hinten endet. Insbesondere ist er sich nicht ganz sicher, ob der Kunde über ihn Informationen einholt, und dazu seine geschäftlichen Kontakte, etwa die Kollegen aus dem Vertrieb, nutzt. Was tun? Bevor die offizielle Bewerbung abgeschickt wird, sollte der Ingenieur im Telefonat mit einem Insider klären, ob die ausgeschriebene Stelle wirklich passt.

Insbesondere, wenn der Ingenieur eine überdurchschnittlich gute berufliche Laufbahn beim eigenen Arbeitgeber absolviert oder überdurchschnittlich viel verdient, ist das Vorabtelefonat mit dem Insider ratsam. Die Randbedingungen müssen stimmen, sonst macht die Bewerbung wenig Sinn, der Ingenieur muss sich erst gar nicht durch seine Bewerbung outen und sich einem „gewissen“ Nervenkitzel aussetzen. Wenn eine offizielle Bewerbung erfolgt, sollte der Name des aktuellen Arbeitgebers erst einmal zurückgehalten werden. So braucht sich der Bewerber keine Sorgen darüber machen, dass der eigene Arbeitgeber von Dritten über die eigenen Abwanderungsgedanken erfährt.

Wenn der Ingenieur sich als Insider der Branche bewirbt, ist Zurückhaltung angesagt

Möglicherweise nimmt das eine oder andere Unternehmen Anstoß an der anonymisierten Darstellung des aktuellen Arbeitgebers. Die Wahrscheinlichkeit dürfte aber eher gering sein, denn schließlich kommt hier die Bewerbung auf den Tisch, die von einem Ingenieur kommt, der als Insider der Branche gilt. Solche Kandidaten haben den höchsten Stellenwert, da sie vom ersten Tag den Break-Even erreichen und sofort, ohne große Einarbeitungszeit, am Arbeitsplatz produktiv sein können.

Und das ist ja das zugkräftigste Argument dieses Ingenieurs, der ein echter Insider ist. Er muss also in der gesamten (schriftlichen) Bewerbung sein Branchen-Know-how bestens „verkaufen“. Bei Darstellung von Aufgaben und/oder Projekten und so weiter dürfen allerdings keine Informationen fallen, die direkt auf den Arbeitgeber schließen lassen! Verzwickter wird es, wenn die Stadt im Absender den Arbeitgeber „verrät“. Wer etwa in Lippstadt wohnt und in seiner Bewerbung klar darstellt, dass er im Bereich Lichttechnik eines renommierten Automobilzulieferers arbeitet, macht sich mit der anonymisierten Darstellung eher lächerlich.

Die meisten Personaler nehmen Rücksicht auf Ingenieure, die Insider der Branche sind

Bei der E-Bewerbung und der heutigen mobilen Gesellschaft stellt sich allerdings die Problematik nicht mehr. Auf den postalischen Absender kann zunächst verzichtet werden und die Angabe der Handynummer liefert keinen Hinweis auf den Wohnort des Ingenieurs. Stellt sich in dem Zusammenhang die letzte Frage: Muss der ganze Aufwand für einen Insider sein? Im Grunde nicht, wenn sich jeder an die Spielregeln halten würde und Personaler und Personalentscheider absolut diskret wären. Sicherlich trifft das in 99 Prozent der Fälle zu. Es sind aber die wenigen schwarzen Schafe, die dem Kandidaten Kopfzerbrechen und unruhige Nächte bereiten könnten.

 

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