Berufsprofil Ingenieur Bauwesen 24.07.2026, 10:41 Uhr

Bauingenieur: Aufgaben, Studium, Gehalt und Karriere

Was macht man als Bauingenieur? Aufgaben von Planung bis Bauleitung, Voraussetzungen, Gehalt und Karrierechancen im Bauwesen kompakt erklärt.

Mehrere Männer im Hintergrund vor Plänen und Bauhelm

Was macht ein Bauingenieur? Wir stellen das Berufsbild vor.

Foto: panthermedia.net/pressmaster

Bauingenieurinnen und Bauingenieure planen, berechnen und betreuen Bauprojekte – von Wohn- und Bürogebäuden über Brücken und Straßen bis hin zu Wasserbauwerken. Sie erstellen Vorentwürfe, Ausführungs- und Baupläne, führen statische und bauphysikalische Berechnungen durch, wählen geeignete Bauverfahren aus und überwachen die Umsetzung auf der Baustelle. Beschäftigung finden sie unter anderem in Ingenieur- und Planungsbüros, Bauunternehmen, Behörden oder der Baustoffindustrie. Im Unterschied zu Architektinnen und Architekten liegt ihr Schwerpunkt auf der technischen Planung, Konstruktion und sicheren Umsetzung von Bauwerken sowie auf der Organisation und Steuerung des Bauablaufs.


Welche Aufgaben hat ein Bauingenieur?

Je nach Spezialisierung und Funktion übernimmt eine Bauingenieurin oder ein Bauingenieur Aufgaben in unterschiedlichen Phasen eines Bauprojekts: von der Planung über die Bauausführung bis hin zum Betrieb von Bauwerken. In den meisten Fällen betreut eine Bauingenieurin oder ein Bauingenieur nicht alle Phasen eines Baus. Eine Statikerin oder ein Statiker übernimmt die Tragwerksplanung, der Bauleitende betreut den Bau. Zuvor waren zum Beispiel noch Vermessungsingenieurinnen und -ingenieure, Städteplanende oder Verkehrsplanende am Werk.

Grundlagen ermitteln und Bauprojekt planen

Zu Beginn eines Bauprojekts kann eine Bauingenieurin oder ein Bauingenieur beispielsweise die Ausgangssituation bewerten. In diesen Aufgabenbereich fällt beispielsweise die Prüfung der Anforderungen eines Bauwerks, sowie die Rahmenbedingungen aus technischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Sicht. Abhängig vom Projekt und Aufgabenbereich bewertet die Bauingenieurin oder der Bauingenieur unter anderem Vermessungsdaten, Baugrundgutachten oder Verkehrsanalysen und bezieht diese in die Planung ein.

Bauwerk entwerfen und berechnen

Steht ein Entwurf fest, beginnt die technische Planung. In dieser Projektphase kann eine Bauingenieurin oder ein Bauingenieur beispielsweise Ausführungspläne, Tragwerksberechnungen, bauphysikalische Nachweise oder geotechnische Berechnungen erstellen.

Bei vielen Projekten erfolgt die Planung heute mithilfe der Building Information Modeling (BIM)-Methode. Dabei entsteht ein digitales Gebäudemodell, das Planung, Bau und späteren Betrieb miteinander verknüpft.

Ausschreibung und Vergabe vorbereiten

Je nach Funktion kann eine Bauingenieurin oder ein Bauingenieur die Ausschreibungsunterlagen erstellen. Dabei werden Leistungen definiert, Mengen und Kosten kalkuliert und eingehende Angebote bewertet. Besonders bei öffentlichen Bauprojekten ist dieser Schritt entscheidend.

Bauausführung koordinieren und überwachen

Bauingenieurinnen und -ingenieure, die in der Bauleitung oder -überwachung tätig sind, koordinieren während der Bauphase die Projektumsetzung und achten daraus, dass alle Pläne technisch korrekt, wirtschaftlich und termingerecht umgesetzt werden. Zu ihren Aufgaben gehören:

  • Koordination der beteiligten Unternehmen
  • Kontrolle von Bauqualität und Baufortschritt
  • Überwachung von Kosten und Zeitplan
  • Einhaltung von Sicherheitsvorschriften und Baurecht
  • Abstimmung mit Behörden und Auftraggebern

Treten unerwartete Probleme auf, wie etwa schwierige Bodenverhältnisse oder Materialengpässe, entwickeln sie technische Lösungen und passen die Planung an.

Bauprojekt abschließen

Je nach Verantwortungsbereich dokumentiert eine Bauingenieurin oder ein Bauingenieur die Ausführung, begleitet die Abnahmen oder wirkt an der Projektabrechnung mit. Erst danach gilt das Projekt als abgeschlossen.

Betrieb und Instandhaltung begleiten

Die Arbeit endet nicht zwangsläufig mit der Eröffnung eines Bauwerks. Insbesondere bei Infrastrukturbetreibern oder öffentlichen Auftraggebern begleitet eine Bauingenieurin oder ein Bauingenieur den Betrieb und die Instandhaltung eines Bauwerks. Das umfasst eine regelmäßige Inspektion, Schadensbewertung und die Planung von Sanierungsmaßnahmen, damit Bauwerke langfristig sicher und wirtschaftlich genutzt werden können.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Der Arbeitsalltag von Bauingenieurinnen und -ingenieuren ist abwechslungsreich. Je nach Tätigkeit wechseln sie zwischen Planung im Büro, Besprechungen mit Projektbeteiligten und Kontrollen auf der Baustelle. Während in Planungsbüros der Schwerpunkt auf Entwurf, Berechnung und Projektkoordination liegt, verbringen Bauleiterinnen und -leiter einen großen Teil ihrer Arbeitszeit direkt auf der Baustelle.

Bauingenieurinnen und -ingenieure arbeiten vor allem:

  • In Ingenieur- und Planungsbüros
  • Auf Baustellen und im Freien
  • In Besprechungsräumen bei Bauherrn oder Behörden
  • Teilweise auch in Produktionsbetrieben der Baustoffindustrie

Je nach Arbeitgeber begleitet man als Bauingenieurin oder Bauingenieur ein oder mehrere Bauprojekte oder man arbeitet dauerhaft in spezialisierten Fachbereichen. Kaum ein Bauprojekt entsteht allein. Bauingenieurinnen und -ingenieure arbeiten eng mit unterschiedlichen Fachdisziplinen zusammen, darunter:

  • Architektinnen und Architekten
  • Vermessungsingenieurinnen und -ingenieuren
  • Geotechnik- und Umweltfachkräfte
  • Fachplanende für Elektro-, Heizungs- oder Klimatechnik
  • Behörden sowie Bauunternehmen

Ein wichtiger Teil des Berufs besteht aus Kommunikation. Abhängig von der jeweiligen Tätigkeit stimmt man als Bauingenieurin oder -ingenieur Planungen mit Bauherren ab, koordiniert Bauunternehmen oder arbeitet mit Behörden und Fachplanenden zusammen.

Mit welchen Werkzeugen und Methoden arbeitet ein Bauingenieur?

Bauingenieurinnen und Bauingenieure arbeiten mit einer Kombination aus Planungssoftware, Vermessungstechnik und digitalen Projektmanagement-Werkzeugen. Welche Systeme zum Einsatz kommen, hängt stark von Spezialisierung und Einsatzgebiet ab. Je nach Tätigkeit arbeitet man als Bauingenieurin oder Bauingenieur beispielsweise mit:

  • CAD- und BIM-Software: Erstellung von Bauplänen, Konstruktionszeichnungen und digitalen 3D-Gebäudemodellen (Building Information Modeling, BIM).
  • Vermessungs- und Messtechnik: Tachymeter, GPS-gestützte Messgeräte und Baulaser zur präzisen Vermessung von Grundstücken und Baustellen.
  • Bauplanungs- und Ausschreibungssoftware: Erstellung von Leistungsverzeichnissen, Kostenkalkulationen sowie Vergabe- und Abrechnungsunterlagen.
  • Geoinformationssysteme (GIS): Analyse und Darstellung räumlicher Daten, beispielsweise im Straßen-, Wasser- oder Infrastrukturbau.
  • Projektmanagement-Tools: Planung und Steuerung von Terminen, Ressourcen und Bauabläufen sowie Dokumentation des Projektfortschritts.
  • Normen und Richtlinien: Sicherer Umgang mit bautechnischen Regelwerken, Sicherheitsvorschriften und gesetzlichen Vorgaben ist fester Bestandteil der täglichen Arbeit.

Neben der Software arbeiten Bauingenieurinnen und Bauingenieure regelmäßig mit technischen Unterlagen wie Bauplänen, Statikberechnungen, Genehmigungsunterlagen, Gutachten und Bauablaufplänen. Je nach Projekt kommen außerdem moderne Technologien wie Bauroboter oder digitale Baustellendokumentation zum Einsatz.

Welche Voraussetzungen sind notwendig?

Fachliche Kompetenzen Warum sie im Beruf wichtig sind
Mathematik und Physik Grundlage für Statik, Tragwerksplanung, Bauphysik und technische Berechnungen.
Technische Fachkenntnisse Kenntnisse in Konstruktion, Baustoffkunde, Geotechnik, Verkehrs-, Wasser- oder Hochbau sind je nach Einsatzgebiet erforderlich.
CAD- und BIM-Anwendungen Digitale Planung, Konstruktion und Koordination moderner Bauprojekte erfolgen heute überwiegend softwaregestützt.
Vermessungs- und Planungstechnik Sichere Anwendung von Vermessungsmethoden sowie Planungs-, Ausschreibungs- und Projektsteuerungssoftware.
Baurecht und technische Normen Bauprojekte müssen den geltenden DIN-Normen, Eurocodes, Sicherheitsvorschriften und gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
Persönliche Kompetenzen Warum sie im Beruf wichtig sind
Analytisches Denken Um technische Probleme zu lösen, Berechnungen durchzuführen und verschiedene Planungsvarianten zu bewerten.
Kommunikationsfähigkeit Für die Abstimmung mit Architekten, Fachplanern, Bauunternehmen, Behörden und Auftraggebern.
Projektorganisation Bauprojekte müssen hinsichtlich Zeitplan, Budget, Personal und Ressourcen koordiniert werden.
Verantwortungsbewusstsein Fehler können die Sicherheit von Bauwerken beeinträchtigen oder hohe Mehrkosten verursachen.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit Bauprojekte entstehen im Team mit verschiedenen Fachrichtungen, deren Anforderungen zusammengeführt werden müssen.

Wie wird man Bauingenieur?

Der klassische Weg in den Beruf führt über ein Studium des Bauingenieurwesens an einer Hochschule oder Universität. Je nach späterem Tätigkeitsfeld kann anschließend ein Masterstudium sinnvoll oder sogar erforderlich sein. Das grundlegende Bachelorstudium umfasst im Durchschnitt 6 bis 7 Semester. Nach dem grundständigen Studium ist ein konsekutives Masterstudium von 2 bis 5 Semestern möglich, das sich auf ein Spezialgebiet des Bauwesens fokussiert. Je nach Institut stehen dabei die Schwerpunkte wie Baumanagement, Bautechnik oder ökologisches Bauen zur Wahl. Sowohl das grundlegende als auch das weiterführende Studium schließt man mit dem akademischen Grad des „Bachelor of Engineering“ oder „Master of Engineering“ ab.

Je nach Hochschule sind auch Studiengänge mit Spezialisierungen möglich, beispielsweise:

  • Konstruktiver Ingenieurbau
  • Verkehrsingenieurwesen
  • Wasser- und Umweltingenieurwesen
  • Geotechnik
  • Baubetrieb und Baumanagement

Der Bachelorabschluss qualifiziert bereits für den Berufseinstieg, etwa in Planungsbüros, Bauunternehmen oder Behörden.

Ein Masterabschluss empfiehlt sich, wenn Sie:

  • komplexe Planungs- und Entwicklungsaufgaben übernehmen möchten,
  • Führungspositionen anstreben,
  • in Forschung und Entwicklung arbeiten möchten,
  • später promovieren wollen.

Während des Studiums können sich angehende Bauingenieurinnen und Bauingenieure häufig auf bestimmte Fachgebiete spezialisieren, zum Beispiel:

  • Hochbau
  • Tief- und Straßenbau
  • Konstruktiver Ingenieurbau
  • Wasserbau
  • Geotechnik
  • Verkehrswesen
  • Baubetrieb und Bauprojektmanagement

Viele Hochschulen bieten ein duales Studium im Bauingenieurwesen an. Dabei wechseln sich Theoriephasen an der Hochschule mit Praxisphasen in einem Bauunternehmen, Ingenieurbüro oder einer öffentlichen Einrichtung ab. Absolventinnen und Absolventen sammeln so bereits während des Studiums Berufserfahrung und knüpfen Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern.

Ein direkter Quereinstieg ohne entsprechendes Hochschulstudium ist in der Regel nicht möglich, da Bauingenieurinnen und Bauingenieure umfangreiche Kenntnisse in Statik, Konstruktion, Bauphysik und Baurecht benötigen. Wer bereits ein verwandtes Ingenieurstudium abgeschlossen hat, kann je nach Tätigkeit und Arbeitgeber in einzelne Bereiche wechseln.

Nach dem Berufseinstieg stehen zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten offen, beispielsweise in den Bereichen:

  • Building Information Modeling (BIM)
  • Projektmanagement
  • Baurecht
  • Bauleitung
  • Arbeitssicherheit
  • Nachhaltiges und energieeffizientes Bauen

Darüber hinaus können ein Masterstudium oder später auch eine Promotion die Karrierechancen weiter verbessern.

In welchen Branchen und Unternehmen arbeiten Bauingenieure?

Bauingenieurinnen und Bauingenieure werden überall dort benötigt, wo Gebäude, Verkehrswege oder technische Infrastruktur geplant, gebaut und instandgehalten werden. Entsprechend vielfältig sind die Arbeitgeber.

Branche Typische Arbeitgeber und Einsatzbereiche
Ingenieur- und Planungsbüros Planung und Berechnung von Hoch-, Tief-, Brücken-, Wasser- oder Verkehrsprojekten, Tragwerksplanung, Bauüberwachung und Projektsteuerung.
Bau- und Anlagenbauunternehmen Hoch-, Tief-, Straßen-, Brücken- und Tunnelbau, Industriebau sowie Bauleitung und Projektmanagement.
Industrieunternehmen Planung und Erweiterung von Produktionsstandorten, Werksinfrastruktur und Industrieanlagen, beispielsweise in der Chemie-, Stahl- oder Automobilindustrie.
Energieversorger und Infrastrukturbetreiber Planung und Bau von Strom-, Gas- und Wassernetzen, Wind- und Solarparks, Umspannwerken sowie Ver- und Entsorgungsanlagen.
Öffentliche Arbeitgeber Kommunale Bauämter, Landes- und Bundesbehörden, Straßenbauverwaltungen, Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, Deutsche Bahn oder kommunale Infrastrukturunternehmen.
Forschungseinrichtungen und Hochschulen Entwicklung neuer Baustoffe, Bauverfahren und digitaler Planungsmethoden sowie Forschung und Lehre.
Beratungen und technische Dienstleister Bauberatung, Sachverständigenwesen, Gutachten, Projektsteuerung, Baucontrolling sowie Nachhaltigkeits- und Umweltberatung.

Was verdient ein Bauingenieur?

Das Gehalt von Bauingenieurinnen und Bauingenieuren hängt unter anderem von der Berufserfahrung, der Position, der Region, der Unternehmensgröße und der Tarifbindung ab. Die folgende Übersicht orientiert sich am Entgeltatlas 2024 der Bundesagentur für Arbeit, der das Median-Bruttomonatsgehalt sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter ausweist.

Karrierestufe Bruttogehalt
Berufseinstieg ca. 3.920 € brutto/Monat (Median, unter 25 Jahre)
Mit Berufserfahrung 5.751 € brutto/Monat (Median, Deutschland)
Projekt- oder Führungsverantwortung Kein gesonderter Median verfügbar. In leitenden Funktionen liegt das Gehalt häufig über dem Berufsmedian, abhängig von Verantwortung, Branche und Unternehmensgröße.

Die Höhe des Gehalts wird insbesondere von folgenden Faktoren bestimmt:

  • Region: In Baden-Württemberg (Median: 6.024 €) und Nordrhein-Westfalen (5.961 €) verdienen Bauingenieurinnen und Bauingenieure im Bundesvergleich überdurchschnittlich.
  • Branche: Im Baugewerbe, in der Industrie oder bei Infrastrukturbetreibern können sich die Gehälter deutlich unterscheiden.
  • Tarifbindung: Tarifgebundene Unternehmen und der öffentliche Dienst bieten meist transparente Gehaltsstrukturen.
  • Unternehmensgröße: Große Baukonzerne und international tätige Ingenieurgesellschaften zahlen häufig höhere Gehälter als kleine Planungsbüros.
  • Verantwortung: Bau- und Projektleitungen oder spezialisierte Tätigkeiten, etwa im BIM-Management oder in der Tragwerksplanung, gehen oft mit höheren Gehältern einher.

Datenstand: Entgeltatlas 2024 der Bundesagentur für Arbeit. Alle Werte beziehen sich auf das monatliche Bruttoentgelt (Median) von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland.

Welche Karrierewege gibt es?

Karriereweg Typische Aufgaben
Senior Engineer oder Spezialist Spezialisierung auf Fachgebiete wie Tragwerksplanung, Geotechnik, Wasserbau, Verkehrsinfrastruktur, BIM oder nachhaltiges Bauen. Übernahme besonders komplexer Planungs- und Berechnungsaufgaben.
Projektleitung Verantwortung für komplette Bauprojekte: von der Planung über Budget und Termine bis zur Fertigstellung. Koordination von Planungsbüros, Bauunternehmen und Auftraggebern.
Team- oder Gruppenleitung Führung von Planungsteams oder Fachabteilungen, Ressourcenplanung sowie fachliche Betreuung von Mitarbeitenden.
Selbstständigkeit Gründung eines eigenen Ingenieur- oder Planungsbüros oder Tätigkeit als Beratende Ingenieurin bzw. Beratender Ingenieur. Je nach Bundesland gelten dafür zusätzliche Voraussetzungen, etwa Berufserfahrung und die Eintragung in die Ingenieurkammer.
Forschung und Promotion Tätigkeit an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen, Entwicklung neuer Baustoffe, Bauverfahren oder digitaler Planungsmethoden. Mit einem Masterabschluss ist auch eine Promotion möglich.

Wer sich beruflich weiterentwickeln möchte, kann seine Qualifikationen beispielsweise in folgenden Bereichen ausbauen:

  • Building Information Modeling (BIM)
  • Projektmanagement und Bauleitung
  • Baurecht
  • Nachhaltiges und energieeffizientes Bauen
  • Führungs- und Managementkompetenzen
  • Masterstudium oder Promotion für wissenschaftliche oder leitende Tätigkeiten

Jobs für Bauingenieure

Sie interessieren sich für eine Karriere im Bauingenieurwesen oder möchten den nächsten Karriereschritt gehen? Auf unserer Jobbörse finden Bauingenieurinnen und Bauingenieure aktuelle Stellenangebote aus Ingenieur- und Planungsbüros, Bauunternehmen, Behörden sowie Industrieunternehmen.

Man sieht auf türkis-schwarzem Hintergrund geschrieben: "Ihre Zukunft als Ingenieur:in beginnt hier". Darunter ist ein türkisfarbener rechteckiger Kasten mit der Aufschrift: "Karrierechancen entdecken". Links ist ein Qualitätssiegel zur Besten Jobbörse 2026.

Wie sind die Berufsaussichten?

Die Berufsaussichten für Bauingenieurinnen und Bauingenieure werden langfristig positiv eingeschätzt. Nach den Zukunftsprojektionen des QuBe-Projekts (Qualifikation und Beruf in der Zukunft) wird die Zahl der Erwerbstätigen in der Berufsgruppe „Bauplanung und -überwachung, Architektur“ bis 2040 weiter zunehmen. Gleichzeitig erreichen viele Beschäftigte das Rentenalter. Da weniger neue Fachkräfte nachrücken als altersbedingt ausscheiden, dürfte sich der Fachkräftemangel in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Bereits heute benötigen Unternehmen überdurchschnittlich lange, um offene Stellen zu besetzen.

Die Digitalisierung automatisiert einzelne Arbeitsschritte, ersetzt Bauingenieurinnen und Bauingenieure aber nicht. Stattdessen gewinnen digitale Planungs- und Analysewerkzeuge zunehmend an Bedeutung. Gefragt sind insbesondere Kenntnisse in:

  • Building Information Modeling (BIM) für die digitale Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken
  • CAD- und 3D-Simulationen zur Planung und statischen Berechnung
  • 3D-Laserscanning und digitaler Vermessung
  • Dokumentenmanagementsystemen (DMS) und virtuellen Projekträumen für die Zusammenarbeit in großen Bauprojekten
  • Geoinformationssystemen (GIS) und digitalen topografischen Karten

Auch Künstliche Intelligenz und Automatisierung verändern die Branche. KI unterstützt beispielsweise bei der Stadtentwicklung oder erstellt optimierte Gebäudeentwürfe im generativen Design. Drohnen vermessen Baustellen, dokumentieren den Baufortschritt und erleichtern die Inspektion von Brücken oder anderen schwer zugänglichen Bauwerken. Gleichzeitig werden Bauroboter erprobt, die schwere oder gefährliche Arbeiten übernehmen, etwa beim Materialtransport oder bei Montagearbeiten.

Neben der Digitalisierung gewinnt das nachhaltige Bauen an Bedeutung. Ein Beispiel ist Urban Mining: Gebäude werden zunehmend als Rohstofflager betrachtet. Ziel ist es, Beton, Stahl oder andere Baustoffe nach einem Rückbau wiederzuverwenden und Stoffkreisläufe zu schließen. Dadurch entstehen neue Anforderungen an Planung, Materialauswahl und Rückbaukonzepte.

Auch intelligente Gebäude und Infrastrukturen entwickeln sich weiter. Vernetzte Gebäudemanagementsysteme, energieeffiziente Smart Buildings oder innovative Sensoren zur Bauwerksüberwachung gehören zu den Technologien, mit denen sich Bauingenieurinnen und Bauingenieure künftig verstärkt beschäftigen.

Mit dem Ausbau von Smart Cities und Smart Regions wächst auch die Bedeutung digitaler Infrastrukturplanung. Verkehrswege, Energieversorgung, Wohnquartiere und öffentliche Räume werden zunehmend vernetzt geplant. Bauingenieurinnen und Bauingenieure arbeiten dabei eng mit Stadtplanern, Energieversorgern und IT-Fachleuten zusammen.

Abgrenzung von ähnlichen Berufen

Das Bauingenieurwesen umfasst zahlreiche Spezialisierungen. Je nach Vertiefung im Studium und späterem Berufsfeld arbeiten Bauingenieurinnen und Bauingenieure beispielsweise in der Tragwerksplanung, der Bauleitung, dem Verkehrs- oder Wasserbau, im Baumanagement oder in Behörden. Deshalb überschneiden sich einzelne Tätigkeiten mit anderen Ingenieurberufen, ohne dass der Beruf alle Aufgaben gleichermaßen umfasst.

Beruf Gemeinsamkeiten Unterschied zum Bauingenieur
Architekt/in Planen und begleiten Bauprojekte, Zusammenarbeit mit Bauherren und Fachplanern. Architektinnen und Architekten konzentrieren sich auf Entwurf, Gestaltung, Raumkonzepte und Funktionalität von Gebäuden. Bauingenieurinnen und Bauingenieure übernehmen die technische Planung, Statik, Konstruktion sowie die bauliche Umsetzung.
Tragwerksplaner/in (Statiker/in) Berechnet Tragwerke und entwickelt Konstruktionslösungen. Spezialisiert sich ausschließlich auf die Standsicherheit und Statik von Bauwerken. Bauingenieurinnen und Bauingenieure verantworten darüber hinaus Planung, Bauablauf, Kosten und Bauüberwachung.
Verkehrsingenieur/in Plant Infrastrukturprojekte und Verkehrswege. Fokus auf Verkehrsplanung, Mobilitätskonzepte und Verkehrssteuerung. Bauingenieurinnen und Bauingenieure betreuen darüber hinaus die bauliche Umsetzung von Straßen, Brücken oder Tunneln.
Umweltingenieur/in Arbeitet an Infrastruktur- und Umweltprojekten. Schwerpunkt auf Wasserwirtschaft, Umwelttechnik, Altlastensanierung und Ressourcenschutz. Bauingenieurinnen und Bauingenieure betrachten Bauwerke und Infrastruktur ganzheitlich.
Baustoffingenieur/in Beschäftigt sich mit Bauprojekten und Baustoffen. Entwickelt, prüft und optimiert Baustoffe sowie Fertigungs- und Recyclingverfahren. Bauingenieurinnen und Bauingenieure setzen diese Materialien in Bauprojekten ein.
Vermessungsingenieur/in Arbeitet an Bauprojekten und nutzt moderne Vermessungstechnik. Erfasst und analysiert Geodaten als Grundlage für Bauprojekte. Bauingenieurinnen und Bauingenieure nutzen diese Daten für Planung und Bauausführung.
Wirtschaftsingenieur/in (Bauwesen) Beschäftigt sich mit Bauprojekten und Projektmanagement. Verbindet technische und betriebswirtschaftliche Aufgaben, etwa Controlling, Einkauf oder Projektsteuerung. Bauingenieurinnen und Bauingenieure übernehmen die technische Gesamtverantwortung.

Häufige Fragen

Was macht ein Bauingenieur?

Bauingenieurinnen und Bauingenieure planen, berechnen und überwachen Bauprojekte.

Wie viel verdient man als Bauingenieur?

Das Einstiegsgehalt für eine Bauingenieurin oder einen Bauingenieur beträgt im Durchschnitt 3920 € brutto im Monat.

Welche Ausbildung braucht man als Bauingenieur?

Ein 7–9-semestriges Studium des Bauingenieurwesens an einer FH oder TU ist der Standardweg. Ein duales Studium dauert nur 3,5 Jahre und kombiniert Theorie mit Praxis im Unternehmen.

Wie sind die Zukunftsaussichten für den Beruf des Bauingenieurs?

Der Bedarf an qualifizierten Bauingenieurinnen und -ingenieuren bleibt hoch, nicht zuletzt durch den anhaltenden Wohnungsbau, Infrastrukturprojekte sowie die Erfordernisse des Klimaschutzes im Bausektor.

Ein Beitrag von:

  • Anastasia Pukhovich

    Anastasia Pukhovich ist Volontärin beim VDI Verlag. Ihre Tätigkeit beim Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien weckte ihr Interesse an allen Themen rund um Wissenschaft und Technik. Besonders gerne verfolgt sie journalistisch die Themen Medizintechnik und Karriere.

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