Die Karriere planen 10.07.2009, 00:00 Uhr

Viele Ingenieure bewerben sich auf Jobs in der Geschäftsführung

Die Unternehmensleitung oder Geschäftsführung ist die oberste Hierarchieebene eines Unternehmens – und Ingenieure haben durchaus Chancen dort Positionen zu besetzen und mit ihren Qualifikationen zu punkten. Dafür ist betriebswirtschaftliches Interesse jedoch die Voraussetzung.

Ingenieure haben durchaus eine Chance in der Geschäftsführung.

Ingenieure haben durchaus eine Chance in der Geschäftsführung.

Foto: panthermedia.net/AlexNazaruk

In kleineren und mittelständischen Unternehmen gibt es häufig die alleinige Geschäftsführung. Der Geschäftsführer muss dann sowohl die kaufmännische als auch die vertriebliche und technische Seite abdecken. Die Aufgaben für die Igenieure sind vielfältig, kommen sowohl aus dem strategischen als auch dem operativen Bereich von Produktion, Technik, Vertrieb, Personal, Logistik, Einkauf und Controlling. Selbstverständlich stehen der Unternehmensleitung eine Reihe von Zuarbeitern (Abteilungs- oder Bereichsleiter etc.) zur Verfügung, so dass auch ein betriebswirtschaftlich interessierter Ingenieur mit entsprechender Laufbahn und Karriereabsicht diese Position wahrnehmen kann.

Auch eine Doppelspitze ist üblich: Es gibt dann einen käufmännischen Geschäftsführer oder Leiter bzw. Vertriebsgeschäftsführer, der sich hauptsächlich um Administration, Kunden und Märkte kümmert. Er wird ergänzt durch einen technischen Geschäftsführer oder durch einen Technischen Leiter bzw. Betriebs- oder Werkleiter. Zu dessen typischen Aufgabenbereichen gehören: Konstruktion, Produktion, Arbeitsvorbereitung, technische Kundenbetreuung, Projektmanagement, Werkzeug- und Prototypenbau sowie Instandhaltung. Da der Ingenieur in dieser Konstellation der Geschäftsführung meist am kürzeren Hebel sitzt, ist die „Doppelspitze“ nicht ganz unproblematisch.

In der Geschäftsführung stehen Ingenieure unter Druck

Positionen wie die Technische Unternehmensleitung oder Geschäftsführung sind bei Ingenieuren in guten und schlechten Zeiten heiß begehrt. Doch nicht jeder, auch wenn er sich das zutraut, ist hierfür wirklich geeignet. Denn Ingenieure müssen dann meist ihre technischen Aufgaben vernachlässigen oder ganz aufgeben und sich fast ausschließlich der großen Geschäfts- und Machtpolitik widmen. Viele Ingenieure, die letztlich den Sprung auf die Geschäftsführungsebene geschafft haben, sind deshalb nicht wirklich glücklich mit ihrer Rolle als Manager.

Hinzu kommt, dass in schlechten Zeiten teilweise ein immenser Druck auf den Unternehmensleitungen liegt. Die Gesellschafter fordern weiter Rekordergebnisse, die weder der Markt noch die Konjunktur zulassen. Ausgeprägte taktische Qualitäten müssen bei den Ingenieuren vorhanden sein, um in derart stürmischen Zeiten auf Ebene der Geschäftsführung überleben zu können. Mit ingenieurtechnischen Inhalten hat das Ganze dann nichts mehr zu tun.

Auf eine Position in der Geschäftsführung bewerben sich viele Ingenieure

Warum dennoch kein anderes Berufsfeld wie die Technische Unternehmensleitung bzw. Geschäftsführung bei Ingenieuren so hoch im Kurs liegt, darüber kann spekuliert werden. Sicherlich spielt das vermutete überdurchschnittlich hohe Gehalt eine Rolle, vielfach ist es aber auch die Enttäuschung über die Geschäftsleitung beim aktuellen Arbeitgeber, die viele Ingenieure zum Aufbruch nach oben bewegt. Nach dem Motto: „Das kann ich besser!“ bewirbt sich nicht selten eine dreistellige Zahl von Aspiranten um die ausgeschriebenen Positionen.

 

Ein Beitrag von:

  • Bernd Andersch

    Bernd Andersch ist Karriere-Coach, Sachbuchautor und Spezialist für Bewerbungsstrategien.

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