Beförderung

Schüchternheit schadet der Karriere: Tipps für das Selbstmarketing

Werbung in eigener Sache gehört nicht gerade zu den Kernkompetenzen von Ingenieuren. Studien zeigen: Gute Leistungen allein bringen die Karriere selten voran. Es bedarf schon etwas Selbstmarketing. Und das klappt leichter, als man denkt.

Wie wird man schnell befördert? Nun, zu große Schüchternheit schadet der Karriere eher. Foto: panthermedia.net/diego_cervo (YAYMicro)

Wie wird man schnell befördert? Nun, zu große Schüchternheit schadet der Karriere eher.

Foto: panthermedia.net/diego_cervo (YAYMicro)

Die Projekte laufen, die Ideen sprudeln, die Produkte zünden am Markt – und der rührige Ingenieur wartet schon seit Jahren darauf, befördert zu werden. Leistung lohnt doch. Oder? Schon. Aber nicht nur.

Der Zusammenhang zwischen hervorragender inhaltlicher Arbeit und rascher Karriere ist denkbar klein, hat Prof. Dr. Florian Becker von der Wirtschaftspsychologischen Gesellschaft in München anhand verschiedener Studien zum Thema herausgefunden.

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Wie frage ich nach einer Beförderung?

Der Experte für psychologische Aspekte von Mitarbeiterführung spricht davon, dass ein direkter Zusammenhang von messbarer Leistung und Beförderungen nur in jedem zehnten Fall einer raschen Karriere feststellbar ist. „Wer glaubt, es wird vorwiegend nach rational leistungsbezogenen Faktoren befördert, der irrt“, ist Beckers nüchternes Fazit.

Was zählt, ist etwas anderes: „Entscheidend sind vielmehr psychologische und zwischenmenschliche Einflüsse“, ist der Wirtschaftspsychologe überzeugt.
Intelligent, aber introvertiert, leise, effektiv und lösungsorientiert Arbeiten sind alles hervorragende Eigenschaften, die jedoch angesichts der Lautsprecher, Blender und Schönsprecher im Kollegium leider allzu schnell unter die Räder kommen.

Selbstmarketing: „Ingenieure finden das oft ehrenrührig“

Auch wenn es manch einem Ingenieur zuwider ist: etwas Selbstmarketing muss schon sein. „Ingenieure finden das oft ehrenrührig und oberflächlich oder fühlen sich an windige Gebrauchtwagenhändler erinnert“, meint Personaltrainer Karsten Noack, studierter Ingenieur und Wirtschaftswissenschaftler. Doch das muss es nicht. Frei nach dem Motto: Tue gute Arbeit und spreche darüber. Wie also setzt man sich ins rechte Licht, ohne gleich zum Megaphon zu greifen? Denn auch leise Töne machen Musik.

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Selbstmarketing muss nicht marktschreierisch sein. Das Fundament eines maßvollen und nicht zu lauten Selbstmarketings ist gezieltes Networking, bei dem man sich einen Mentor für den Aufstieg sucht, diesen und sein Umfeld darüber auf dem Laufenden hält, an was man gerade arbeitet und welche Erfolge man dabei erzielt. Merke: Bescheidenheit ist hier keine Zier! Je größer das Unternehmen, desto eher muss man ein Netzwerk knüpfen, um auf sich aufmerksam zu machen – zumal jene, die über das eigene Fortkommen entscheiden, gar nicht mitbekommen, wer mit welchen Fähigkeiten glänzt und sich wie für den nächsten Karriereschritt qualifiziert.

Wie wird man schnell befördert? Sichtbarkeit ist zentrales Stichwort

Nicht zuletzt wird Karriere gemeinsam gemacht, mit Kollegen, anderen Fachabteilungen und Vertretern unterschiedlicher Hierarchiestufen: Auch deshalb sollte man im Unternehmen schon gut verdrahtet sein. Und Teamplayer. Eigenbrötlerei im stillen Kämmerlein wird nicht sehr weit bringen.

Sichtbarkeit ist das zentrale Stichwort. Außerdem gehört den Aktiven die Welt. Nicht warten, bis einem Projekte oder Verantwortung zugetragen werden, sondern sich selbst dafür ins Spiel bringen, Ambitionen zeigen. Das gilt auch für die Karriere an sich. Man muss eigene Ziele formulieren und gemeinsam mit dem Vorgesetzten besprechen, wie diese erreicht werden können.

Das setzt voraus, sich in die Lage zu versetzen, offen darüber zu sprechen, wo eigene Stärken und Schwächen liegen. Auch wenn es abgeschmackt klingt: Sich selbst eine Antwort auf die Wo-sehen-Sie-sich-in-fünf-Jahren-Frage geben zu können, ist nicht verkehrt. Werden mit dem Vorgesetzten gemeinsam Ziele definiert, kann man auch Erfolge vorweisen, wenn diese erreicht werden.

Was kann ich? Was will ich?

Und der Chef hat seinen Mitarbeiter eher im Blick. Es entscheidet ja meist nicht der direkte Vorgesetzte über eine Beförderung, sondern dessen Chef. Sichtbarkeit ist das zentrale Stichwort, wenn Karriere-Entscheidungen getroffen werden.

Hilfreich dabei, sichtbarer zu werden, ist, sich zunächst selbst darüber klar zu werden, wofür man steht. Ingenieure sollten Antworten auf drei Kernfragen haben, die die Basis zu ihrer Selbstdarstellung bilden: Was kann ich? Wer bin ich? Was will ich? Letztlich geht es darum, eine eigene Marke zu schaffen, deren Kern sich aus fachlichen, methodischen, sozialen und persönlichen Kompetenzen zusammensetzt. Nur so lassen sich überzeugend eigene Stärken herauskehren. Nicht permanent, sonst en passant. Etwa, wenn Teilergebnisse von Projekten präsentiert oder das weitere Vorgehen mit dem Vorgesetzen besprochen werden.

Es empfiehlt sich zudem, stets ein Ohr für neue Themen zu haben – und selbst aktiv Trends anzustoßen. „Es ist gerade im sehr dynamischen Umfeld technischer Berufe wichtig, wissbegierig zu bleiben und über den Tellerrand hinauszublicken“, betont Noack. So sorgt man schon von allein für ein gewisses Standing. Man muss nur darüber sprechen, was einen umtreibt, was die Firma voranbringen kann und warum man selbst der Richtige ist, um einen Teil dazu beizutragen. Und das nicht in kleiner Kantinen-Runde, sondern dann, wenn die Entscheider am Tisch sitzen.

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