Anzeige

Ein Assistent, der Radfahrer und Fußgänger schützt

27. Juni 2019

Ein Assistent, der Radfahrer und Fußgänger schützt
Der Rechtsabbiegeassistent soll Autofahrer in unübersichtlichen Situationen unterstützen.
Foto: Continental AG
Das Technologieunternehmen Continental hat einen neuen Rechtsabbiegeassistenten für Fahrzeuge entwickelt. Das kompakte Radarsystem soll Radfahrer und Fußgänger schützen, indem es Unfälle verhindert.
Anzeige
Anzeige


Das Unternehmen feiert das neue System als einen Entwicklungssprung. Bislang arbeitete man mit einer 24-Gigahertz-Technologie, die neue Radargeneration verwendet 77 Gigahertz (GHz). Das ermöglicht eine höhere Auflösung und zugleich lässt sich die Umgebung trennschärfer erfassen, so Continental. Es geht vor allem darum, andere Verkehrsteilnehmer oder Hindernisse noch genauer als bisher zu erkennen.

Technik soll Sicherheit beim Abbiegen erhöhen

Man steht an der Ampel, möchte rechts abbiegen. Der Blick in den Spiegel zeigt freie Fahrt. Im letzten Moment erinnert man sich an den Schulterblick aus der Fahrschule und hat dadurch doch noch den herannahenden Fahrradfahrer gesehen. Glück gehabt. Diese Situation hat sicher schon fast jeder Autofahrer einmal erlebt. Nicht in allen Fällen geht es gut aus, wie die Statistik zu Unfällen mit Radfahrern belegt. Auch wenn die Zahlen seit Jahrzehnten rückläufig sind, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat zählt 2017 noch immer 382 tödliche Unfälle mit Radfahrern. Jeden Tag stirbt also mindestens ein Radfahrer auf Deutschlands Straßen.

Anzeige
Anzeige

Continental will mit seinem Rechtsabbiegeassistenten für Autos die Sicherheit beim Abbiegen deutlich erhöhen und dem Autofahrer in unübersichtlichen Situationen eine Unterstützung bieten. Die neue Radargeneration mit ihrem 77-GHz-Sensor soll Bewegungsrichtungen und Geschwindigkeiten exakter erkennen als das mit der 24-GHz-Technik bislang möglich war. Hinzu kommt, dass man bei der Entwicklung auch auf Kompaktheit geachtet hat. Das System benötigt deutlich weniger Platz und erleichtert damit den Einbau in Fahrzeuge, bei denen nur wenig Raum zur Verfügung steht.

Mehr Funktionen für Assistenzsysteme

Damit der Rechtsabbiegeassistent alles im Blick hat, ist eine nahezu lückenlose 360-Grad-Überwachung des Umfelds nötig. Continental setzt dafür Radarsensoren ein, die sich an den vier Karosserieecken anbringen lassen. Solche Radarsysteme sind bereits heute in den neuen Autos im Einsatz. Sie bieten die sensorische Grundlage für die verschiedenen Fahrerassistenzsysteme. Dazu gehören zum Beispiel die Erfassung des toten Winkels rechts und links schräg neben dem Auto, die Erkennung des Umfelds für den Spurwechselassistenten oder die Überwachung des Bereichs hinter dem Fahrzeug, damit die Insassen sicher aussteigen können. Nach Angaben des Unternehmens ist es nun möglich, dank der höheren Auflösung und der präziseren Erfassung mithilfe der neuen Radargeneration, weitere Funktionen im Rahmen der Assistenzsysteme umzusetzen.

Eine dieser weiteren Funktionen ist laut Continental der Rechtsabbiegeassistent. Mit der 77-GHz-Technik kann nun auch ein Radfahrer erkannt werden, der von rechts hinten an das Auto heranfährt. Sollte der Radfahrer rechts an der Seite des Fahrzeugs vorbeifahren und der Autofahrer sich zugleich zum Rechtsabbiegen entscheiden, würde der Assistent eingreifen. Der Eingriff sähe folgendermaßen aus: Die Sensoren erkennen den Radfahrer, geben ein Signal an die Bremse und das Auto stoppt – idealerweise lange bevor es zu einer Kollision der beiden Verkehrsteilnehmer kommt. Den Radfahrer kann man in dem Szenario ebenso gegen einen Rollerfahrer, einen E-Scooter-Fahrer oder einen Fußgänger austauschen. Auch diese Verkehrsteilnehmer wären durch den Assistenten geschützt. Das Radarsystem unterstützt den Autofahrer in riskanten Situationen. Denn manchmal ist trotz Schulterblicks nach hinten das gesamte Umfeld mit allen Verkehrsteilnehmern nicht immer eindeutig für ihn zu erkennen.

Anzeige
Anzeige

77-GHz-Technik als Basis für weitere Assistenzsysteme

Das Technologieunternehmen Continental hat diese Radartechnik entwickelt, um einen Beitrag zur sogenannten „Vision Zero“ zu leisten. Dabei geht es um einen unfallfreien Straßenverkehr in der Zukunft.

Eine Auswertung der Continental-Unfallforschung ergab: Mit einem Rechtsabbiegeassistenten für Pkw könnten 5% aller Unfälle mit getöteten oder schwer verletzten Radfahrern in Deutschland und weitere 6% bei denen Radfahrer leicht verletzt werden, verhindert werden. Bei Lkw seien es allein in Deutschland sogar 36% aller Unfälle, bei denen ein Radfahrer getötet wird. Die Abbiegeassistenten für Lkw sind gerade ohnehin in der Diskussion, die EU plant jedoch erst ab 2024 eine verpflichtende Erstausrüstung von Lastkraftwagen mit Abbiegeassistenten. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hält das für „viel zu spät“ und startete die Aktion Abbiegeassistent. Damit fördern das Bundesverkehrsministerium und das Kraftfahrtbundesamt die freiwillige Aus- und Nachrüstung von Lkw und Bussen mit Abbiegesystemen mit jährlich 10 Millionen Euro.

Anzeige
Anzeige

Nach Ansicht von Continental stellt die lückenlose und hochauflösende Umfelderfassung mithilfe der 77-GHz-Radartechnologie die Grundlage für weitere, künftige Assistenzsysteme, wie man sie beim automatisierten und autonomen Fahren benötigt. Mit den Daten ließe sich zum Beispiel auch ein Ausweichassistent umsetzen, der das Fahrzeug bei einem plötzlichen Ausweichmanöver aus dem Gefahrenbereich lenkt.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

  • Lexus verbaut erstmals digitale Seitenspiegel in Serienfahrzeug
  • Ausweichassistent reagiert schneller als jeder Autofahrer


Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Junior Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d)
Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG

03.10.2026
Miltenberg
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST AG

03.10.2026
Düsseldorf
Ingenieur:in Explosionsschutz als Fachleiter:in
TÜV NORD CERT GmbH

03.10.2026
Essen
Bauüberwacher (m/w/d) Straßenverkehrsanlagen
Bundesagentur für Arbeit - Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

03.10.2026
Stuttgart
Bauingenieur/-in (m/w/d)
Bundesagentur für Arbeit - Landeshauptstadt Stuttgart

03.10.2026
Stuttgart
Technische/r Projektmitarbeiter/in (m/w/d) – Bauwesen / Projektkoordination
Bundesagentur für Arbeit - Dr. Kerner GmbH & Co. KG

03.10.2026
Stuttgart
Junior Bauüberwacher:in Oberbau / Konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Köln
Senior Ingenieur:in Leit- und Sicherungstechnik im Großprojekt Rhein-Ruhr-Express (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Duisburg
Junior Bauingenieur:in als Bezirksleiter:in Fahrbahn (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Aachen, Bonn, Köln, Troisdorf
Projektleiter (m/w/d) Industriebau
MEGGLE GmbH & Co. KG

03.10.2026
Wasserburg
Projektingenieur Elektrotechnik (w/m/d)
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

03.10.2026
Frankfurt am Main
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

04.10.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

04.10.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

04.10.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

04.10.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

04.10.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

04.10.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

04.10.2026
Lübeck
Bauleiter (m/w/d) Rohrsanierung / Kanalsanierung
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG

04.10.2026
München, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberg, Regensburg
Vertriebsingenieur / Projektingenieur (m/w/d) im Außendienst – Südbayern
DEPRAG SCHULZ GMBH u. CO. KG

04.10.2026
verschiedene Einsatzorte

Weitere Artikel



Firmenprofile

Anzeige
Anzeige