10.02.2016, 12:25 Uhr | 0 |

Falsch verdrahtet Warum billige USB-C-Kabel Ihren Laptop beschädigen können

Achtung: Mit einem billigen USB-C-Kabel können Sie Ihren Laptop beim Laden des Smartphones beschädigen. Davor warnt Google-Ingenieur Benson Leung. Doch woran erkennen Sie ein gutes Kabel?

Google-Ingenieur Benson Leung
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Google-Ingenieur Benson Leung testet USB-C-Kabel und schreibt Rezensionen auf Amazon. Viele Kabel sind falsch gepolt.

Foto: Benson Leung/Amazon

Der neue USB-C-Standard macht es möglich, Leistungen von bis zu 100 W über USB-Kabel zu übertragen. Smartphones lassen sich dadurch schneller laden. Eigentlich eine vielversprechende Angelegenheit. Es existiert allerdings eine Schattenseite, vor der Google-Ingenieur Benson Leung warnt: billige USB-C-Kabel.

No-Name-Kabel können Laptops beschädigen

Leung selbst hat mit einem USB-C-Kabel eine unschöne Erfahrung gemacht. Der Google-Ingenieur koppelte vergangenen Herbst sein Smartphone über ein Kabel des chinesischen Herstellers SurjTech 3M mit seinem Chromebook-Laptop. Schnelles Smartphoneladen war allerdings nicht angesagt. Stattdessen schaltete sich das Laptop nach einigen Sekunden ab. Nach dem Wiedereinschalten zeigte sich, dass der USB-Controller-Chip durchgebrannt war, der den Datenaustausch zwischen Laptop und USB-Gerät steuert.

Was war geschehen? Nicht jeder Laptop-Port ist für die hohen Leistungen von USB-C ausgelegt. Deswegen müssen sich Smartphone und Laptop vor dem Ladevorgang abstimmen, wie viel Strom fließen darf. Diese Abstimmung allerdings hatte das Kabel unterbunden, weil es falsch verdrahtet war.

Das Smartphone zog zu viel Strom und beschädigte Leungs Laptop. Der Ingenieur schrieb eine wütende Rezension auf Amazon, die zum Verkaufsstopp führte. Auch andere Kunden berichteten von ähnlichen Hardwaredefekten.

Hersteller betreiben irreführende Werbung

Seit diesem Vorfall steht der Ingenieur auf Kriegsfuß mit den Herstellern der Billigkabel. Er hat schon Dutzende Kabel bestellt, getestet und Rezensionen geschrieben. Dabei fand er auch heraus, dass einige Produzenten irreführende Werbung betreiben.

Sie versprechen Übertragungsgeschwindigkeiten des USB-3.1-Standards und werben mit dem SuperSpeed-Logo, obwohl die dafür notwendigen zusätzlichen Drähte gar nicht zur Verfügung stehen. Die Internetgemeinde nimmt Leungs Tests dankend auf, da sie aktuell der einzige Anhaltspunkt dafür sind, welche Kabel sicher sind und welche nicht. Eine Übersicht finden Sie auf dieser Website.

Eine ähnliche Erfahrung hat übrigens auch Dieter Bohn gemacht. Der Autor des Portals The Verge koppelte sein Nexus 6P über ein bei Amazon gekauftes USB-C-Kabel mit seinem Macbook Air. Das Kabel zog zu viel Strom und schädigte die USB-Anschlüsse des Computers.

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Von Patrick Schroeder
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