25.07.2014, 14:44 Uhr | 1 |

Studie des Imperial College Unterschätzte Gefahr: Jeden Monat geraten zehn Windturbinen in Brand

Blitzeinschläge, Schäden an der Kabelisolierung und überhitzte Getriebe: Jeden Monat werden durchschnittliche zehn Windturbinen durch Feuer zerstört, hat die britische Eliteuniversität Imperial College in einer Studie herausgefunden. Die Forscher fordern von den Anlagenherstellern daher den Einsatz alternativer Materialien. 

Ein Windrad brennt im Oktober 2013 auf einem Acker im Bördekreis in Sachsen-Anhalt
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Ein Windrad brannte im Oktober 2013 auf einem Acker im Bördekreis in Sachsen-Anhalt, rund 20 Kilometer westlich von Magdeburg. Die Feuerwehr vermutete, dass Windböen zu einer Überhitzung geführt hatten. 

Foto: dpa

Wissenschaftler Guillermo Rein vom Imperial College betont, dass die Brandrisiken vielfach heruntergespielt würden. So würde weltweit im Durchschnitt nur ein Windturbinenbrand im Monat veröffentlicht. Tatsächlich aber gäbe es den Untersuchungen der Universität zufolge im Mittel monatlich zehn Windturbinenfeuer.

Zwar seien Menschen noch nicht zu Schaden gekommen, doch führen die Brände zu erheblichen Schäden für Investoren. Forscher Rein geht davon aus, dass eine Windturbine an Land gegenwärtig einen Investitionswert von einer Million Euro hat. Steht die Turbine dagegen auf See, so steigt diese Summe auf durchschnittlich 4,9 Millionen Euro. Windturbinenfeuer führen oft zum Totalschaden der Turbine.

Forscher empfehlen Einsatz alternativer Materialien

Rein sieht die Notwendigkeit, dass Anlagenhersteller Maßnahmen entwickeln, die sowohl Schadenshäufigkeit verringern, als auch Schadenssumme nach unten drücken. Dabei sieht er vor allem zwei Möglichkeiten. Zum einen müssten die Windturbinen besser gegen Blitzeinschläge geschützt werden. Zum anderen müsste das brennbare Material in der Turbine reduziert werden.

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Ein Brand führt meist zum Totalschaden der Windturbine. Die Masten sind für die Feuerwehrleitern zu hoch, die Gefahr für Feuerwehrmänner ist zu hoch, durch abstürzende Rotorblätter verletzt zu werden.

Foto: dpa-Zentralbild

Rein denkt vor allem an Alternativen für brennbare Schmieröle und entzündliche Komponenten in der Verkleidung, im Getriebe und in der Geräuschdämpfung. In Australien gibt es sogar einen Fall, in dem eine Hitzewelle den Brand einer Windturbine ausgelöst hat.

Universität untersucht als nächstes Solaranlagen

Guillermo Rein hält die Ergebnisse der Untersuchung für so gravierend, dass inzwischen vorgesehen ist, auch für andere Erneuerbare Energien ähnliche Risikountersuchungen durchzuführen. Dabei stehen als nächstes die Solaranlagen an. 

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Von Peter Odrich
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kommentare
29.08.2014, 18:07 Uhr Progetti
Faraday- Käfig- Technologie und automatische CO2- Lösch-Flutung von unten nach oben könnten helfen.

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