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28.04.2016, 10:12 Uhr | 0 |

Schnellster Flieger der Welt Lockheed will 2018 sechsfache Schallgeschwindigkeit erreichen

Der amerikanische Flugzeugbauer Lockheed will ein Flugzeug bauen, das zunächst unbemannt mit bis zu 20facher Schallgeschwindigkeit fliegen kann. Dabei geht es Lockheed vor allem um die Demonstration eines neuen Antriebssystems. Der Prototyp der SR-72 soll eine Milliarde $ kosten. Und er wäre das schnellste Flugzeug der Welt.

Aufklärungs- und Kampfjet SR-72 von Lockheed Martin
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Der Aufklärungs- und Kampfjet SR-72 von Lockheed Martin soll wenigsten Mach 6 erreichen. Ein Prototyp soll schon 2018 fertig sein.

Foto: Lockheed Martin

Die SR-72 soll die Größe eines modernen Kampfflugzeuges erreichen. Die Vorstandsvorsitzende von Lockheed, Marillyn Hewson, nennt als Größenvergleich die Lockheed F-22 Raptor. Über das Projekt SR-72 wird von Lockheed schon seit 2013 gesprochen. Damals wurde als Zeitpunkt  für die Indienststellung von Serienmaschinen die Mitte der 2020er Jahre genannt.

Der Verwirklichung standen aber immer wieder Kosten- und Finanzierungsprobleme entgegen. Inzwischen hat Lockheed aber das Projekt wesentlich weiter entwickelt und verändert. Und die Kosten in den Griff bekommen. Der Prototyp der SR-72 soll eine Milliarde $ kosten. Das ist vergleichsweise "wenig".

Das Endziel sind Hypersonic-Passagierflüge

Während Lockheed-Chefin Hewson in jüngster Zeit vor allem die Erprobung eines neuen Antriebssystems als vordergründiges Ziel nannte, ging der Cheftechniker der geheimnisumwitterten Lockheed Skunk Works, Rob Weiss, weiter. Als Endziel der Entwicklung nennt er Passagierflüge mit Hypersonic-Geschwindigkeiten, also der vielfachen Schallgeschwindigkeit.

Parallel dazu peilt er militärische Versionen an, die zunächst der Aufklärung dienen sollen. Denkbar sind aber auch Ausführungen, die als Kampfflugzeuge oder Bomber eingesetzt werden können.

Das neue Antriebssystem der SR-72

Nach Angaben von Marillyn Hewson soll die SR-72 Geschwindigkeiten zwischen der sechsfachen bis zur zwanzigfachen Schallgeschwindigkeit erreichen. Dazu werden zwei Antriebssysteme kombiniert. Zum Start soll die SR-72 herkömmliche Jet-Triebwerke benutzen, die ihr eine Beschleunigung in der Größenordnung bis zur zweifachen Schallgeschwindigkeit ermöglichen.

Bei diesem Tempo übernehmen dann so genannte Ramjets Beschleunigung und Reiseflug. Unter einem Ramjet versteht man ein Überschalltriebwerk, das im Gegensatz zum herkömmlichen Jet-Triebwerk nicht über bewegliche Komponenten verfügt. An den Lufteinlauf schließt sich eine Brennkammer an, in die der Treibstoff eingespritzt wird. Nach hinten wird dann der Antriebsluftstrahl ausgestoßen wie bei einem normalen Jet-Triebwerk.

Ramjet-Motoren werden seit mehreren Jahren für die verschiedensten Forschungsflugzeuge entwickelt und gebaut. Kennzeichnend für den Ramjet-Antrieb ist, dass es sich dabei um einen Motor handelt, der Luft „einatmet“. Es ist also kein Raketenmotor. Die technische Herausforderung für Lockheed besteht in der Kombination der beiden Antriebe in der SR-72. Das Problem ist, dass mit den normalen Jet-Triebwerken keine Geschwindigkeiten zu erreichen sind, die wesentlich über die doppelte Schallgeschwindigkeit hinausgehen.

Die Ramjet-Motoren erreichen ihre volle Leistung aber erst bei mehr als der vierfachen Schallgeschwindigkeit. Wie Lockheed diese Lücke ruckfrei und zuverlässig überbrücken will, haben Hewson und Weiss noch nicht verraten. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass die Lockheed-Ingenieure eine Lösung gefunden haben. Hinweise auf neue, wesentlich hitzebeständigere Materialien lassen den Schluss zu, dass wohl über die Materialtechnik versucht wird, die geschilderte Geschwindigkeitslücke zu schließen. 

Vorläufer der SR-72 ist das Hochleistungsflugzeug SR-71

Das Vorläufermodell SR-71, die Blackbird, hält eine Vielzahl von bislang ungebrochenen Rekorden. Dieses Flugzeug ist im Rahmen der US Air Force neben Forschungsflügen vor allem für militärische Zwecke als Aufklärer eingesetzt worden. Die SR-71 flog erstmals 1966 und wurde von der Air Force 1999 endgültig aus dem Dienst genommen. Die Spitzengeschwindigkeit der SR-71 betrug 3540 Kilometer in der Stunde. Die Reichweite lag bei 5400 Kilometern. All das ist ungleich weniger als die für die SR-72 angepeilten Werte.

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Von Peter Odrich
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