10.10.2016, 07:12 Uhr | 0 |

Luxus über den Wolken Diese Flugzeug-Suite haben Mercedes-Ingenieure gestaltet

Wie sieht es in einem Flugzeug aus, wenn Mercedes-Designer die Gestaltung übernehmen? Es entsteht eine Flugzeugkabine, die gar nicht aussieht wie eine. Stattdessen: Fliegen in einer Lounge, mit Séparées und Ruhezonen. Inklusive freistehender Dusche. Und: Diese fliegende Luxus-Suite kann wirklich bestellt werden.

Eigentlich ging es auf der Monaco Yacht Show 2016 um luxuriöse Mobilität auf dem Wasser. Dort stellten die Mercedes-Designer ihre Yacht „Arrow460 – Granturismo“ vor, die wie ein schwimmendes Auto aussieht, und höchsten Ansprüchen genügt.

Doch wo liegt eigentlich der Unterschied, ob man mit einer Luxusyacht auf dem Wasser oder mit seinem Privatjet in der Luft unterwegs ist? Also stellten die Mercedes-Designer gleich auch noch ihre Version eines Kabinendesigns für VIP-Flugzeuge vor, das sie gemeinsam mit den Ingenieuren der Lufthansa Technik entwickelt haben. Der Vorteil dieser Kooperation: Das Design ist nicht nur visionär, es lässt sich wirklich in ein Flugzeug einbauen und bestellen. Lufthansa Technik bietet die VIP-Kabine für Privatjets auf Basis von Airbus- oder Boeing-Flugzeugen an.

Spiralförmige Anordnung unabhängiger Raumzonen

Was aussieht wie eine Mischung aus Hotelsuite und edle Bar bietet der Geschäftsbereich VIP & Special Mission Aircraft Services der Lufthansa Technik als Kabine für Privatjets auf Basis von Airbus- oder Boeing-Flugzeugen an. Und so erklärte der zuständige Lufthansa-Vertriebsleiter Wieland Timm: „Mit großer Freude präsentieren wir unseren Kunden die neue Mercedes‑Benz Style Kabine, die ein hochmodernes Design für Privatjets bietet.“ Platz hat die Kabine für 16 Passagiere.

Das Besondere: Wie im Himmel gibt es kaum Trennendes. Die Inneneinrichtung fügt sich laut Mercedes-Benz Style „wie eine DNA-Helix organisch und homogen in die Kabine ein“. Und tatsächlich wirkt es, als würden die einzelnen Raumelemente ineinander fließen. Von der für Flugzeuge bislang typischen Anordnung von Sitzen und Wänden hat sich Mercedes verabschiedet.

So empfängt den Fluggast beim Betreten der Kabine eine weite, offene „Willkommenszone“, darin integriert eine Küche, ein Séparée und ein Badezimmer. Hinter den Lounge- und Speisebereichen gibt es einen separaten Raum mit Unterhaltungs- und Informationstechnologie und einen privaten Bereich für die fliegenden Gäste.

Bade- und Schlafzimmer sind wieder offen und rund um eine freistehende Dusche mit transparenten Wänden gestaltet. Ein luxuriöses, großes Bett mit einem konkaven, gepolsterten Kopfteil lädt zum Hineinlegen ein.

Glasscheiben lassen sich dimmen

Die Kabinenfenster werden durch vorgesetzte Glasscheiben eingefasst, so genannte Black Panels. Dank der Mercedes‑Benz Magic Sky Technologie lassen sich die Glasscheiben elektrisch von schwarz zu transparent dimmen. Auch können Bildschirme und Touchscreens in die Black Panels integriert werden. Für Wieland Timm jedenfalls hat dieses Design „Kultcharakter“.

Ursprüngliches Kabinenkonzept überarbeitet

Lufthansa Technik und Mercedes-Benz Style arbeiten seit Mai 2015 zusammen. Angekündigt hatten sie ihr gemeinsames Projekt im vergangenen Jahr auf der Ebace in Genf, Europas größten Fachmesse für Business Jets. Das ganzheitliche Kabinenkonzept haben die Designer unter der Leitung des Lufthansa Technik Engineering-Teams überarbeitet, um die Anforderungen an die Lufttüchtigkeit und die Zulassung voll zu erfüllen. 

Lufthansa Technik ist einer der weltweit führenden Anbieter von technischen Dienstleistungen für kommerzielle und Geschäftsflugzeuge sowie VIP- und Regierungsmaschinen. Bis jetzt hat die VIP & Executive Jet Solutions Division der Lufthansa Technik über 100 Kurz-, Mittelstrecken- und Langstreckenflugzeuge modifiziert oder komplett ausgebaut.

Und wie sieht die Zukunft des Fliegens aus? Ein futuristisches Flugzeug mit viel Platz, Hybridantrieb und ohne Fenster stellen wir Ihnen hier vor. 

Die Highlights der Berliner Luftfahrtausstellung vom Mai dieses Jahres präsentieren wir Ihnen auf dieser Seite

 

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Von Martina Kefer
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