Anzeige

Wird die Brennstoffzelle zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die Batterie?

08. Juli 2019

Grünes Auto aus Blättern auf Wiese vor blauem Himmel
Foto: panthermedia.net/malpetr
Elektromobilität ist weit mehr als nur ein Schlagwort. Bereits 2010 hatte die Bundesregierung das Ziel ausgegeben, dass bis 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland rollen sollen. Doch ist das E-Auto alles, was die Elektromobilität zu bieten hat? Eine aktuelle VDI-Studie zeigt auf, dass die brennstoffzellenbasierte E-Mobilität ebenfalls einen großen Einfluss auf die Entwicklung von erneuerbaren Energien hat.
Anzeige
Anzeige


Mobilität der Zukunft beinhaltet mehrere Lösungen

Das Auto der Zukunft ist elektrisch. Kaum einer wird diese Aussage noch infrage stellen. Doch die Mobilität von morgen hat mehrere Gesichter. E-Autos werden auf der einen Seite für ihre Umweltfreundlichkeit gehyped, auf der anderen Seite aber wegen der belastenden Batterieproduktion und -entsorgung kritisiert. Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie haben währenddessen aufgeholt. Der VDI hat diese Entwicklung gemeinsam mit dem Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) in der Studie „Brennstoffzellen- und Batteriefahrzeuge“ aus Mai 2019 aufgegriffen. Im Fokus stehen die technischen, ökologischen und ökonomischen Aspekte beider Technologien.

Kaum ein Tag vergeht, an dem man nicht über ein neues E-Auto der großen Automobilhersteller lesen kann. Zu den 10 beliebtesten Elektroautos der Deutschen gehören unter anderem der Renault Zoe und der BMW i3. Doch greift die Konzentration auf Batteriefahrzeuge nicht zu kurz? Dieser Meinung sind die Autoren der Studie.

Anzeige
Anzeige

Förderung von Wasserstoff und Brennstoffzellen wird vernachlässigt

100.000 Ladepunkte für E-Autos bis 2020, Kaufprämien und einiges mehr: Die Bundesregierung fördert explizit Elektromobilität – aber bislang nur in geringem Maße in Bezug auf Wasserstoff und Brennstoffzellen. Dabei kann brennstoffzellenbasierte Elektromobilität nicht nur ein wichtiger Treiber zur Reduzierung der Emissionen von Treibhausgasen sein, sondern ist darüber hinaus einfach umzusetzen.

Die Vorteile im Überblick:

  • Große Reichweiten werden leichter und kosteneffizienter erzielt
  • Betankungszeit von Brennstoffzellenautos innerhalb von 3-5 Minuten
  • Höhere Nutzlasten

Was ist eine Brennstoffzelle?

Die Formel für eine funktionierende Brennstoffzelle ist ganz einfach: Wasserstoff plus Sauerstoff erzeugen Strom und Wärme. Diese elektrochemische Reaktion wird auch als „kalte Verbrennung“ bezeichnet. Das heißt, in einer Brennstoffzelle reagiert ein stetig zugeführter Brennstoff, beispielsweise Wasserstoff aus Erdgas, mit einem Oxidationsmittel wie Sauerstoff.

Anzeige
Anzeige

Wasserstoff ist außerdem nahezu unbegrenzt verfügbar. Herstellen lässt es sich aus einer Vielzahl natürlicher Ausgangsstoffe – ein optimaler Energieträger.

Und so funktioniert es im Auto

Um ein Fahrzeug mit Wasserstoff anzutreiben, wird der Energieträger zunächst in 2 Tanks unter dem Fahrzeuginnenraum gespeichert. Der Wasserstoff wird daraufhin in die Brennstoffzelle geleitet und reagiert dort mit dem Sauerstoff. Dieser gelangt durch die großen Lufteinlässe in den Verdichter. Durch die chemische Reaktion entsteht Elektrizität. Darüber hinaus wird in einer Hochvoltbatterie Bremsenergie gespeichert. Diese Energie kann zum Beispiel bei Überholmanövern eingesetzt werden.

Anzeige
Anzeige

Warum also gibt es nicht schon längst viel mehr Autos mit Brennstoffzelle? Einschränkungen ergeben sich durch das noch dünne Netz an Wasserstofftankstellen. Ende 2018 gab es in Deutschland 60 öffentlich zugängliche Wasserstofftankstellen. Im Vergleich: Im zweiten Quartal 2019 lag die Anzahl der Ladestationen in Deutschland bei rund 15.300. Im Vorjahresquartal waren es noch etwa 9.000, so Quellen auf Statista.

Wo finden Brennstoffzellenautos Anwendung?

In der VDI-Studie wird als Praxisbeispiel der Einsatz von Gabelstaplern in der Logistikbranche angeführt. Die Gabelstapler sind mit Brennstoffzellen ausgerüstet und lassen sich damit schnell wieder auftanken. Bis 2050 soll der Marktanteil an Gabelstaplern mit Brennstoffzelle in Deutschland 65 % betragen, denn alternative Antriebstechnologie steht auch in der Logistikbranche im Fokus. Umweltrichtlinien bringen neue Herausforderungen mit sich, sodass klimafreundliche Alternativen zum klaren Wettbewerbsvorteil werden. Die USA ist hier Vorreiter: Seit 2009 nahmen bereits 16.000 brennstoffzellenbetriebene Gabelstapler den Betrieb auf. Gegenüber batteriebetriebenen Staplern haben sie die Vorteile der längeren Lebensdauer, größeren Reichweite, schnelleren Betankungszeit und geringeren Betriebskosten.

BMW hat aus diesen Gründen in Leipzig 70 Wasserstoff-Routenzüge in Betrieb genommen. Die Routenzüge (Indoor-Schlepper) kommen in der Produktion zum Einsatz und versorgen die Montagebänder mit Zulieferteilen. Ziel soll es sein, eine nachhaltige und effiziente Antriebstechnologie im Bereich Indoor-Logistik zu realisieren, so die Now GmbH, die das Projekt unterstützt.

Mit Wasserstoff betriebene Routenzüge im BMW Group Werk Leipzig.

Foto: Mit Wasserstoff betriebene Routenzüge im BMW Group Werk Leipzig.
Foot: BMW Group

Die Deutsche Post spürt den Puls der Zeit ebenfalls: Streetscooter mit Wasserstoffantrieb sollen auf die Straße gebracht werden. Mit der Brennstoffzellen-Technologie könnte ein Postwagen seine Reichweite mehr als verdoppeln im Vergleich zu Verbrenner-Fahrzeugen. Der E-Transporter soll 2020 auf den Markt kommen. Brennstoffzellenautos haben ebenfalls die völlige technische Reife erreicht. Brennstoffzellenautos kaufen kann man bereits von Hyundai, Honda und Toyota. Deutsche Hersteller tun sich mit der Entwicklung von Fahrzeugen mit Brennstoffzelle jedoch schwer.

Doch nicht nur in der Logistik- und Automobilbranche ist die umweltfreundliche Technologie auf dem Vormarsch, sondern auch im Haushalt – zumindest in Japan. Dort erzeugen die Haushalte schon seit Jahren Strom mit Brennstoffzellen.

Die Chancen der Brennstoffzellen-Technologie stehen gut. Ob Wasserstoff wirklich der neue „Sprit“ für Autos wird oder ob uns erst eine Ära der E-Autos mit Batterie bevorsteht, wird sich zeigen.

Weitere Themen:



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige