Neue Katalysator-Technik 19.10.2018, 11:00 Uhr

Brennstoffzellen: Langlebiger Katalysator mit Nanopartikeln

Als Alternative zur Elektromobilität gewinnen Brennstoffzellen an Bedeutung. Ihre Lebensdauer ist begrenzt, da die Katalysatoren schnell korrodieren. Speziell geschichtete Nanopartikel umgehen diese Nachteile.

Die Abbildung zeit den Aufbau eines Katalysator-Moleküls, bestehend aus Platin-Cobalt-Atomen.

Der neuartige Katalysator besteht aus einer Hülle von Platin-Atomen. Im Inneren sind Platin- und Cobalt-Atome speziell geschichtet. Das erhöht die Leistung und macht den Katalysator langlebiger.

Foto: Sun lab/Brown University

Brennstoffzellen nutzen verschiedene Redoxreaktionen aus, um elektrische Energie zu gewinnen. Der Energieträger, etwa Wasserstoff, wird oxidiert und Sauerstoff reduziert. Dabei fließen Elektronen. Platinmetalle katalysieren, sprich beschleunigen und erleichtern die Reduktion, ansonsten wäre die Energiebarriere zu hoch. Sie machen die Zellen jedoch teuer. Mobile Systeme mit Phosphorsäure als Elektrolytlösung erreichen etwa 5.000 Betriebsstunden, ihre Lebensdauer ist stark begrenzt. Wissenschaftler der Brown University in Providence, Rhode Island, umgehen diese Nachteile mit speziell aufgebauten Nanopartikeln aus mehreren Schichten.

Korrosion war gestern

Aus früheren Experimenten wussten die Forscher bereits, dass sich Legierungen besser als reines Platin eignen, nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen. Der Bedarf an teuren Edelmetallen ist niedriger. Unter den Bedingungen, wie sie in Brennstoffzellen herrschen, werden weniger edle Legierungsbestandteile jedoch schnell ausgewaschen. Phosphorsäurebrennstoffzellen arbeiten bei 135 bis 200 °C. Der Elektrolyt ist extrem korrosiv. Außerdem werden Katalysatoren schnell „vergiftet“, also inaktiviert.

Jetzt entwickelten die Wissenschaftler Nanopartikel mit einer speziellen Struktur. Ihre Partikel haben eine Platin-Außenhülle. Im Kern befinden sich Schichten aus Platin und Cobalt, die einander abwechseln. Shouheng Sun, Chemieprofessor an der Brown University, bewertet den Aufbau als „Schlüssel zur Reaktivität und Haltbarkeit des Katalysators“. Durch die Anordnung würden Platinatome auf der Oberfläche reaktiver, und Cobaltatome im Inneren geschützt.

Erste Tests im Labor

Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer metallurgischen Arbeiten untersuchten die Forscher die Fähigkeit des Katalysators, Sauerstoff zu reduzieren. Die Reaktion bestimmt, wie langlebig ein Katalysator ist. Tests im Labor bestätigten alle Erwartungen. Der neue Katalysator war selbst nach 30.000 Spannungszyklen noch aktiv, was 5 Jahren in einem Auto mit Brennstoffzelle entspricht. Ein herkömmlicher Katalysator für Brennstoffzellen zeigte deutlich schlechtere Ergebnisse; Leistungsdaten brachen nach 30.000 Zyklen ein. Die Labortests sind ein wichtiger Hinweis, entsprechen aber nur teilweise der Realität. Die Temperatur ist in handelsüblichen Geräten höher, und die Metalle korrodieren daher noch schneller.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Stadt Hemer-Firmenlogo
Architekt/in bzw. Ingenieur/in (w/m/d) für unseren Hochbau in Vollzeit oder Teilzeit Stadt Hemer
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
ASG Abwasserentsorgung Salzgitter GmbH-Firmenlogo
Geschäftsführung (m/w/d) der Abwasserentsorgung ASG Abwasserentsorgung Salzgitter GmbH
Salzgitter Zum Job 
Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende-Firmenlogo
Projektingenieur:in Brückenbau Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Hamburg Zum Job 
Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d/) Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Fachgruppenleiter / Fachgruppenleiterin (w/m/d) Klimatechnik im Gebäudemanagement Baden-Baden SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
Baden-Baden Zum Job 
Excelitas Deutschland GmbH-Firmenlogo
Qualitätsingenieur (w/m/d) Produktentwicklung Excelitas Deutschland GmbH
Feldkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Umweltplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur mit Projektverantwortung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Experte / Expertin Bauwesen (w/m/d) in der Abteilung Gebäudemanagement / Verwaltung Mainz SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Bauprojekte Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB)-Firmenlogo
Projektleitung (m/w/d) für Hochbaumaßnahmen (Architekt/in o. Ingenieur/in) Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB)
Frankfurt (Oder) Zum Job 
Universitätsklinikum Leipzig-Firmenlogo
Projektleitung / Fachingenieur (m/w/d) - Schwachstromtechnik im Bereich 5 - Bau und Gebäudetechnik Universitätsklinikum Leipzig
Leipzig Zum Job 
ai6 SOLUTIONS GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) ai6 SOLUTIONS GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Key Account Manager Sicherheit und Verteidigung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH

Katalysator übertrifft Forderungen der US-Energiebehörde

Deshalb schickte Sun seinen Katalysator für weitere Untersuchungen an das Los Alamos National Laboratory (LANL). Ingenieure der US-Energiebehörde bauten die neue Legierung in handelsübliche Brennstoffzellen ein und führten Belastungstests durch. Diese Phase ist Sun zufolge wichtig, da er auf schnelle Einsatzmöglichkeiten in Autos hofft.

Ihre Ergebnisse übertrafen die Forderungen des United States Department of Energy (DOE), also des amerikanischen Energieministeriums. Laut DOE sollen bis 2020 alle Katalysatoren in Brennstoffzellen in neuwertigem Zustand auf mindestens 0,44 Ampere pro Milligramm Platin kommen. Nach 30.000 Spannungszyklen, sprich 5 Jahren im Fahrzeug, fordert das DOE mindestens 0,26 Ampere pro Milligramm. Die neue Legierung lag zu Beginn der Stromentnahme bei 0,56 Ampere pro Milligramm und nach 30.000 Spannungszyklen bei 0,45 Ampere pro Milligramm.

„Selbst nach dieser Zeit hat unser Katalysator das DOE-Ziel für die Aktivität noch übertroffen“, sagt Sun. „Diese Art von Leistung in einer realen Brennstoffzelle ist wirklich vielversprechend.“ Er will die Arbeiten am Katalysator fortsetzen und hat bereits ein Patent beantragt. Der entsprechende Markt ist vorhanden. Kurzlebige Katalysatoren zählen neben Fragen zum sicheren Transport von Wasserstoff oder anderen Gasen zu den größten Herausforderungen mobiler Brennstoffzellen.

Weiterführende Links:

Ein Beitrag von:

  • Thomas Kresser

    Thomas Kresser macht Wissenschafts- und Medizinjournalismus für Publikumsmedien, Fachverlage, Forschungszentren, Universitäten und Kliniken. Er ist geschäftsführender Gesellschafter von ContentQualitäten und Geschäftsführer von DasKrebsportal.de. Seine Themen: Wissenschaft, Technik, Medizin/Medizintechnik und Gesundheit.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.