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Bau

Timber Peak: So entsteht das erste Holz-Hybrid-Hochhaus in Mainz

16. Mai 2025

Timber Peak Mainz
So soll das Holz-Hybrid-Hochhaus Timber Peak einmal aussehen. Foto: HH Vision
Erstes Holz-Hybrid-Hochhaus in Mainz feiert Richtfest: Timber Peak kombiniert modulare Bauweise mit klimafreundlicher Energieversorgung.
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Der Timber Peak im Mainzer Zollhafen ist das erste Holz-Hybrid-Hochhaus der Stadt. Mit seiner modularen Bauweise und einem integrativen Niedrigenergiekonzept setzt das Projekt neue Standards im nachhaltigen Städtebau. Geplant sind flexible Arbeitsbereiche auf 12 Etagen mit CO2-reduzierter Bauweise, intelligenter Gebäudetechnik und einem klimaneutralen Betrieb.

Inhaltsverzeichnis

Ein neuer Höhepunkt im Zollhafen

Am 15. Mai 2025 wurde im Mainzer Zollhafen das Richtfest für ein besonderes Bauprojekt gefeiert: den Timber Peak. Das neue Bürohochhaus entsteht in Holz-Hybrid-Bauweise und soll ab Frühjahr 2026 bezugsfertig sein. Mit 12 Etagen und knapp 45 Metern Höhe wird es zur neuen Landmarke am Wasser.

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Entwickelt wird das Projekt von UBM Development, einem auf Holzbau spezialisierten Projektentwicklungsunternehmen. Das Vorhaben steht beispielhaft für urbane Verdichtung, CO2-optimiertes Bauen und flexible Arbeitswelten.

Konstruktion nach Baukastenprinzip

Das Tragwerk des Timber Peak folgt einer hybriden Struktur, bei der Holz und Beton gezielt miteinander kombiniert werden. Die Bauweise basiert auf einem modularen System, das sich durch hohe Vorfertigung und schnelle Montage auszeichnet. Der gesamte Aufbau gleicht einem Baukastensystem: Die einzelnen Elemente werden industriell vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle zusammengesetzt.

Die primäre Tragstruktur bilden insgesamt 534 Stützen aus Brettschichtholz mit einer Kubatur von rund 240 Kubikmetern. Diese Stützen tragen die Lasten der Geschosse und sorgen für die horizontale Stabilität. Ergänzt wird das System durch etwa 340 vorgefertigte Deckenelemente in Holz-Beton-Verbundbauweise.

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Jedes dieser Elemente besteht aus einer unteren Lage Brettsperrholz und einer oberen Betonschicht. Diese Kombination bietet mehrere Vorteile: Trotz schlanker Konstruktion erfüllt sie hohe Anforderungen an Schall- und Brandschutz. Zudem reduziert sie das Eigengewicht und verbessert die statische Effizienz.

Treppenhaus und Aufzugsschacht aus Stahlbeton

Das aussteifende Treppenhaus und der Aufzugsschacht bestehen aus Stahlbeton. Sie sorgen für die notwendige vertikale Aussteifung und fungieren gleichzeitig als Brandabschnitte im Gebäude. Durch diese gezielte Kombination aus Materialien entsteht ein stabiler, sicherer und dennoch ressourcenschonender Rohbau.

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Die hohe Vorfertigung hat mehrere Effekte: Die Bauzeit verkürzt sich deutlich, was nicht nur wirtschaftlich vorteilhaft ist, sondern auch die Lärm- und Staubemissionen auf der Baustelle reduziert. Das ist vor allem in innerstädtischen Lagen wie dem Mainzer Zollhafen ein entscheidender Vorteil.

Hinzu kommt der ökologische Nutzen: In der Konstruktion werden rund 1050 Kubikmeter Holz verwendet. Das entspricht etwa 1000 Tonnen gebundenem CO₂. Dieser gespeicherte Kohlenstoff bleibt der Atmosphäre während der gesamten Lebensdauer des Gebäudes entzogen. Damit leistet Timber Peak bereits in der Bauphase einen aktiven Beitrag zur Dekarbonisierung des Bausektors.

Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen

Das Gebäude wird nach einem integrativen Niedrigenergiekonzept betrieben. Vier Hauptkomponenten bilden das Rückgrat der Energieversorgung:

  1. Geothermie: Die statisch notwendigen 120 Bohrpfähle wurden thermisch aktiviert. Sie liefern jährlich etwa 240 MWh Heiz- und 80 MWh Kühlenergie.
  2. Photovoltaik: Eine Dachanlage wandelt Sonnenlicht in Strom um. Dieser deckt einen Teil des Energiebedarfs vor Ort.
  3. Adiabate Kühlung: Durch Verdunstungskälte können die Innenräume klimafreundlich gekühlt werden. Ergänzt wird dies durch passive Nachtauskühlung.
  4. Wärmepumpen: Zwei Wärmepumpen übernehmen die Temperierung der Büroflächen. Sie nutzen Umweltwärme und benötigen im Vergleich zu klassischen Heizsystemen deutlich weniger Energie.

Diese Komponenten arbeiten vernetzt zusammen. Intelligente Gebäudetechnik sorgt dafür, dass Heizung, Kühlung und Stromverbrauch in Echtzeit an die Nutzung angepasst werden. Studien zeigen, dass so bis zu 30 % Energie eingespart werden können.

Flexible Nutzung und moderne Arbeitswelten

Timber Peak bietet rund 8.750 m² Mietfläche. Die Einheiten lassen sich ab etwa 300 m² flexibel teilen. Mieterinnen und Mieter profitieren von viel Tageslicht, einem Rundumblick auf den Rhein und die Mainzer Altstadt sowie einer naturnahen Arbeitsatmosphäre.

Zwei große Terrassen im fünften und zwölften Stock erweitern das Angebot. Sie dienen als Aufenthaltsbereiche und Orte für informelle Besprechungen oder kreative Pausen.

UBM Development spricht mit dem Konzept insbesondere Unternehmen an, die auf Nachhaltigkeit, Mitarbeiterzufriedenheit und ein modernes Büroumfeld Wert legen.

Nachhaltige Stadtentwicklung im Fokus

Timber Peak ist Teil eines umfassenden Transformationsprozesses im Mainzer Zollhafen. Das frühere Industrieareal wird auf 30 Hektar zu einem gemischt genutzten Quartier umgestaltet. Ziel ist eine nachhaltige Stadtstruktur mit kurzen Wegen, begrünten Dächern und autofreien Zonen.

Ein wichtiger Aspekt: Auf einer Fläche von 4,5 Hektar werden Dachflächen bepflanzt, weitere 1,2 Hektar bisher versiegelte Flächen werden entsiegelt. Die Stadt Mainz verfolgt damit das Ziel einer widerstandsfähigen, „resilienten“ Stadt gegen die Folgen des Klimawandels.

Zu den Projekten zählen neben Timber Peak auch das Wohn- und Bürogebäude HAVN. Das Projekt umfasst 44 Eigentumswohnungen und fünf Büroeinheiten. Die Architektur zeichnet sich durch eine nautisch inspirierte Formensprache aus, mit wellenförmigen Balkonen und einer Fassade in changierenden Grüntönen, die an die historische Backsteinarchitektur des Hafens erinnert.

Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft

Auch das Thema Rückbaufähigkeit ist Teil des Konzeptes. Die Holz-Hybrid-Konstruktion lässt sich sortenrein trennen. So können Baustoffe später recycelt oder erneut verwendet werden. Das Gebäude versteht sich damit als Teil einer zirkulären Bauwirtschaft.

„Die Kombination aus Holz-Hybrid-Bauweise, innovativem Energiemanagement und modularer Struktur ermöglicht nicht nur einen klimaneutralen Betrieb, sondern auch eine hohe Zukunftsfähigkeit im Hinblick auf Umnutzung und Recyclingfähigkeit“, sagt Isabelle Schießler, Projektleiterin bei UBM Development.

Hier geht es zur Projektseite



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