Karriere 18.01.2013, 12:09 Uhr

Karriereberater für Ingenieure

Dem Fachkräftemangel zum Trotz gibt es Branchen und Spezialisierungen, bei denen es für Ingenieure nicht von selbst läuft. Auch ältere Bewerber haben es mitunter schwer, auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen. Karriereberater bieten ihre Dienste an.

Ein Neueinstieg? Ein Jobwechsel? Für Ingenieure ein Sonntagsspaziergang. Nicht unbedingt! Denn ungeachtet des Fachkräftemangels gibt es genügend Ingenieure, die lange nach einer Stelle suchen müssen oder nicht da arbeiten, wo sie ihre Fähigkeiten voll einsetzen können. Und für ältere Jobwechsler gestaltet sich die Aufgabe mitunter schwierig.

Wiederum anderen fällt es nicht leicht, bei einer reichen Auswahl an guten Arbeitsmöglichkeiten die richtige Wahl zu treffen. „Eine falsche Entscheidung zeigt sich vielleicht erst nach zwei bis drei Jahren und kann das weitere Fortkommen behindern“, sagt Karriereberater Bernd Brogsitter. Doch viele Ingenieure halten Dienstleister wie ihn für verzichtbar.

„Vielleicht ist ein Karriereberater nicht zwingend erforderlich, um irgendeinen Job zu bekommen“, bemerkt Norbert Roseneck, Vorstandsmitglied der NewPlacement AG, jedoch: „Hat man auch Ansprüche an seine neue Arbeitsstelle, wird diese relativ begehrt sein – und schon ist man dann doch einem Wettbewerb ausgesetzt, in dem es sich durchzusetzen gilt.“ Das wiederum erfordere einen besonders überzeugenden Marktauftritt. „Und den schüttelt man sich normalerweise nicht aus dem Ärmel“, meint Roseneck.

Karriereberater Ralf-Michael Zapp: „Ingenieure verkaufen sich gern unter Wert“

Das gelte besonders für Ingenieure, die selbst mit ihrem Auftreten nicht ganz zufrieden sind oder ihre beruflichen Ziele noch nicht hinreichend abgesteckt haben. Personalberater Ralf-Michael Zapp macht auch immer wieder diese Erfahrung: „Ingenieure verkaufen sich gern unter Wert.“

Aber dürre Daten überzeugten selten, weil berufliche Erfolge zählen, die zu selten herausgestellt würden. Hinzu komme, dass technisch Orientierte zu stark fachlich fokussiert seien. „Sie heben weniger auf ihre Person und was gerade am Markt gefordert ist, ab.“ Gerate ihr Unternehmen dann in die Bredouille, sei die Überraschung groß.

„Ingenieure gehören meist nicht zu den Jobhoppern. Wenn sie unfreiwillig auf den Markt gespült werden, sind sie hinsichtlich der Gepflogenheiten am Arbeitsmarkt in der Regel nicht up to date und entsprechend verhaltensunsicher“, bemerkt Roseneck. Dann könne der Karrierecoach durchaus dabei helfen, zum Marketing- und Vertriebschef in eigener Sache zu werden. Roseneck: „Dabei ist es wichtig, den Rest seiner geplanten Lebensarbeitszeit in den Blick zu nehmen.“

Besonders Menschen, die sich von technisch faszinierenden Herausforderungen begeistern lassen, würden Gefahr laufen, zufallsgetrieben durch ihr Berufsleben zu mäandern. Stattdessen sollten Ingenieure – so wie sie an Arbeitsaufgaben planvoll herangehen – es auch mit ihrer eigenen Berufsentwicklung tun. „Wer das versäumt, findet sich früher oder später in einer Sackgasse wieder – dann wird es richtig schwer und man braucht erst recht einen Coach an seiner Seite“, sagt Roseneck.

Der sollte vorrangig den Nutzen des Ingenieurs für potenzielle Unternehmen herausarbeiten, sagt Bernd Brogsitter. Erst dann kann sich der Karriereberater daran machen, eine entsprechende Stelle für seinen Mandanten zu finden. Die Herausforderung: „Leistung und Job müssen wie Schlüssel und Schloss zueinander passen“, unterstreicht Brogsitter.

Ralf-Michael Zapp sieht den professionellen Karrierebegleiter auch als kritischen Fragesteller, der ergründet, wie es um das Veränderungspotenzial, die Motivation und die tatsächliche Führungsfähigkeit bestellt ist. „Manchmal erweist es sich besser, es bei einer Fachlaufbahn zu belassen“, sagt Zapp, der dann dem Aspiranten näherbringt, was dieser nicht gern hört.

Ingenieure sollten bei der Auswahl des Karriereberaters kritisch sein

Doch wer sich für einen Karriereberater entscheidet, sollte wachsam sein und dessen Eignung kritisch unter die Lupe nehmen. Vor allem, auf welche Branchen er spezialisiert ist und wie engmaschig sein Netzwerk, seine Unternehmenskontakte sind. Denn zuweilen gelingt so nach Aussage der Berater eine Vermittlung auf Positionen, die noch gar nicht ausgeschrieben worden sind.

Zu viel sollte man sich aber nicht von guten Kontakten versprechen, rät Roseneck: „Natürlich schaden sie nicht, aber ihre Bedeutung wird häufig überschätzt.“ Denn kein Coach kenne alle relevanten Player und unterhalte zu diesen ein derart enges Verhältnis, dass er darüber seine Schützlinge unterbringt. „Das ist eher eine Vorstellung aus feudalen, patriarchalen Strukturen, die heute nicht mehr wirklich trägt“, sagt der Berater.

Heute gehe es darum, den vorher definierten Zielmarkt des Kandidaten professionell zu bearbeiten – und nicht wieder dem Zufall persönlicher Kontakte anheimzufallen.

Das für Roseneck wichtigste Kriterium bei der Beraterauswahl ist aber, dass die Chemie sowie das Vertrauensverhältnis zwischen dem Suchenden und dem Coach stimmen: „Bei aller notwendigen kritischen Distanz gelingt so eine Aufgabe nur im Team und mit der dafür gebotenen Offenheit beider Protagonisten.“ Außerdem sollte ein Coach über ein sehr breites Spektrum an Marktkenntnissen verfügen und möglichst viele Berufsbilder sowie Branchen kennen, weil sich Ingenieure überall finden, nicht nur in der Entwicklung, Konstruktion und Produktion, sondern auch im Vertrieb, im Einkauf, im Controlling, in der Geschäftsführung oder in der Beratung.

Billig wird es jedenfalls nicht. Berater berechnen nicht selten Stundensätze von 250 €. Wird der Aufwand pauschal honoriert, sind nach erfolgreich absolvierter Probezeit 20 % eines Jahresgehaltes plus Mehrwertsteuer branchenüblich. Coaches wie Roseneck berechnen individuell. „Pauschalen Angeboten von der Stange sollte man im Bereich differenzierter und anspruchsvoller Berufsfelder misstrauen, denn hier ist jeder Fall speziell wie ein Fingerabdruck“, meint Berater Roseneck.

  • Chris Löwer

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