Studie von Deloitte 09.04.2024, 11:25 Uhr

Rohstoffe aus Asien: Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft wächst

Eine Studie von Deloitte zeigt, dass die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Rohstoffimporten aus Asien in den letzten zehn Jahren stark zugenommen hat. Dieser Gefahr kann jedoch entgegengewirkt werden.

Salinas Grandes

Blick auf die Salinas Grandes in Argentinien. Die argentinische Provinz Jujuy liegt im sogenannten Lithium-Dreieck: Im Dreiländereck zwischen Argentinien, Bolivien und Chile finden sich die größten Lithium-Vorkommen der Welt.

Foto: PantherMedia / xura

Eine aktuelle Studie von Deloitte zeigt auf, was viele bereits wussten: Die zunehmende Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Rohstoff- und Halbleiterimporten, insbesondere aus Asien, birgt erhebliche Risiken. Es geht um Halbleiter, Batterien und auch Lithium. Diese Entwicklung, die sich in den letzten zehn Jahren beschleunigt hat, könnte angesichts globaler Unsicherheiten und geopolitischer Spannungen zu einer ernsthaften Bedrohung werden.

Halbleiter aus Taiwan – ein ganz besonderes Risiko

Die deutsche Industrie ist besonders abhängig von Halbleiterlieferungen aus Taiwan, das kürzlich von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde und in einem angespannten Verhältnis zu China steht. Fast ein Viertel aller für die deutsche Wirtschaft wichtigen Halbleiter kommt aus Taiwan, dem Sitz des weltgrößten Halbleiterherstellers TSMC. Insgesamt bezieht Deutschland 62 Prozent seiner Halbleiter aus nur fünf asiatischen Ländern, allen voran Taiwan.

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Diese Abhängigkeit stellt insbesondere vor dem Hintergrund der politischen Spannungen zwischen Taiwan und China ein deutliches Risiko dar. Jürgen Sandau von Deloitte warnt eindringlich vor den möglichen wirtschaftlichen Verlusten, die eine Eskalation des Konflikts in der Region nach sich ziehen könnte. Die Empfehlung ist eindeutig: Deutschland muss umsteuern, um sich aus dieser gefährlichen Abhängigkeit zu befreien.

Chinas dominierende Rolle bei Batterien und Lithium

Nicht nur im Bereich der Halbleiter, sondern auch bei den für die Elektromobilität entscheidenden Batterien und dem Rohstoff Lithium zeigt sich laut Studie eine bedenkliche Abhängigkeit von China. Der Anteil der Lithiumimporte aus China nach Deutschland hat sich seit 2013 dramatisch erhöht und beträgt inzwischen 24 Prozent. Bei Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos kommt bereits der Großteil der Importe aus China, was die Monopolstellung der Volksrepublik in diesem Sektor unterstreicht.

Noch einmal zurück zum Lithium: Durch das rasante Wachstum droht China Chile als wichtigsten Lieferanten für deutsche Industrieunternehmen zu überholen, berichtet Deloitte. Noch liegt Chile mit 47 Prozent an der Spitze, doch im Jahr 2013 war der Anteil mit 76 Prozent deutlich höher. Global betrachtet bleibt Chile mit 61 Prozent des Lithiumhandels jedoch führend.

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Wie kann die Abhängigkeit bekämpft werden?

Deloitte sieht aber auch Chancen für Deutschland, sich aus dieser Abhängigkeit zu befreien. Ein Schlüssel könnte in der Förderung einer eigenen Chipproduktion liegen. Deutschland hat gute Voraussetzungen, da der wichtige Rohstoff Silizium überwiegend aus Europa bezogen wird, was die Lieferketten sicherer und weniger anfällig für geopolitische Risiken macht.

Auch im Bereich Lithium könnte Deutschland seine Importquellen diversifizieren, z. B. durch höhere Importe aus Argentinien und eine stärkere Nutzung europäischer Quellen. So könnte Deutschland bis zu 12 Prozent seines Lithiumbedarfs über eigene Geothermie decken, wie eine Berechnung des Karlsruher Institut für Technologie ergeben hat. Urban Mining, also zum Beispiel das Recyeln alter Smartphones, ist eine Option, die Abhängigkeit von Asien zu verringern.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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