Ob Siemens oder Sony 16.07.1999, 17:22 Uhr

Bewerbung: Künftig nur noch in englischer Sprache?

Bewerbungen in englischer Sprache sind keine Seltenheit mehr. Selbst Vorstellungsgespräche werden in einer fremden Sprache geführt.

Die weltweite wirtschaftliche Verflechtung schlägt sich auch bei Bewerbungen nieder. Internationale Unternehmen verlangen oft schon Unterlagen, die in einer der Weltsprachen, meist Englisch, geschrieben sind.
Zum Beispiel Siemens: Unternehmens-Sprecher Gerhard Hegmann bestätigt, daß bei dem Münchner Konzern „immer mehr Bewerbungen in englischer Sprache eingehen“. Insbesondere „in Bereichen mit neuen Technologien und internationaler Ausrichtung ist Englisch üblich“.
Als Beispiel nennt Hegmann die Chip-Tochter Infineon Technologies, die Automobiltechnik und „den großen Bereich der Information und Kommunikation“. Hier komme bereits jede zweite Bewerbung in englischer Sprache, aus Deutschland schon jede zehnte.
Sony Europa empfiehlt, sich auf Stellen mit internationalem Bezug in englischer Sprache zu bewerben. Für die deutsche Niederlassung dagegen erwarte man deutschsprachige Bewerbungen. „Keine Auswirkung auf die Chancen des Bewerbers“ hat die Sprache des Anschreibens und des Lebenslaufs bei der Commerzbank. „Englisch ist bei uns sowieso selbstverständlich“, heißt es in der Frankfurter Konzernzentrale, wo man „auf die Qualifikation der Kandidaten und nicht auf die Sprache des Bewerbungsschreibens“ achte.
Grundsätzlich sollte man sich auf deutsch bewerben, wenn nichts anderes im Inserat verlangt wird und die Stelle in deutscher Sprache ausgeschrieben ist. Ausnahmen bestätigen diese Regel: Der Asien- oder Nordamerikareferent eines Konzernchefs oder der Vertriebsleiter Fernost muß Englisch können und darf das auch in der Bewerbung unter Beweis stellen.
Anders als in Deutschland beginnen englische, amerikanische und französische Lebensläufe mit dem Aktuellen und gehen dann zeitlich zurück. Briten und US-Amerikaner interessieren sich weniger für die frühere Position eines Bewerbers, als für die Aufgaben, die ein Bewerber bewältigt hat. Beliebter als Arbeitszeugnisse sind in englischsprachigen Ländern die sogenannten Letters of Recommendation. Das sind von möglichst wichtigen und bekannten Leuten unterschriebene Empfehlungen.
Dennoch: Zeugnisse sollten der Bewerbung beigefügt werden. Manche Übersetzungsbüros liefern zu Preisen zwischen 150 DM und 600 DM brauchbare englische oder französische Fassungen. Nur wenige deutsche Großunternehmen stellen selbst Zeugnisse in Fremdsprachen aus. Einen Rechtsanspruch darauf haben Sie nicht.
Der Personalberater Thorsten Knobbe aus Iserlohn hat zahlreiche britische Arbeitszeugnisse ausgewertet. Wichtig ist in Großbritannien die Schlußformel des Zeugnisses, die „eine klare Weiterempfehlung“ enthält und vom Aussteller persönlich unterschrieben sein soll. Damit ein englischer Personalchef aus Lücken im Zeugnis keine Nachteile für den Bewerber herausliest, sollten, so Knobbe, die fünf wichtigsten Bewertungskriterien lobend genannt sein: Ehrlichkeit (honesty), Leistung (ability und performance), Pünktlichkeit und Anwesenheit (attendance und timekeeping), Arbeitseinstellung (attitude) und Führung (conduct). Ausformulierte englische Zeugnisse sollten möglichst oft die Bewertung „very good“, „outstanding“, „impressive“ oder ähnliches Lob enthalten. Wer „nur ein Minimum an Fehlern“ gemacht hat, gilt schon als zweite oder dritte Wahl.
Auch in den Bewerbungsgesprächen müssen Kandidaten mit Sprachkenntnissen auffallen. Zwar werden bei Siemens Einstellungsgespräche für Positionen in Deutschland auch in Deutsch geführt, doch das gilt schon nicht mehr, wenn Englisch zum beruflichen Alltag gehört: Dann werden, so Siemens-Sprecher Hegmann, zumindest Passagen des Gesprächs in Englisch geführt. Ist eine Position im Ausland zu besetzen, muß ein Kandidat im Einstellungsgespräch zeigen, daß er sich in der Landessprache flüssig unterhalten kann.
Grundsätzlich gilt bei Siemens: Für Positionen in Vertrieb und Verkauf sind Fremdsprachenkenntnisse besonders wichtig, und nicht allein Englisch. Für Forschung und Entwicklung reicht in der Regel die Sprache der Angelsachsen. So ist auch die weltweite Patent-Datenbank des Siemens-Konzerns englisch verfaßt.

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