Emissionsfrei über die Ostsee 09.06.2025, 19:24 Uhr

Zwei Fußballfelder lang: Viking Line plant größte E-Fähre der Welt

Mit Strom statt Diesel: Viking Line will größte elektrische Passagierfähre der Welt zwischen Helsinki und Tallinn einsetzen.

Elektrofähre

Helios soll 2.000 Passagiere rein elektrisch über die Ostsee bringen – Viking Line zeigt, wie grüne Schifffahrt aussehen kann.

Foto: Viking Line

Die Reederei Viking Line plant mit dem Konzept „Helios“ eine vollelektrische Passagierfähre, die rund 2000 Personen emissionsfrei zwischen Helsinki und Tallinn transportieren soll. Mit einer Batteriekapazität von bis zu 100 MWh wäre sie die größte ihrer Art weltweit. Die Fähre soll rund 200 Meter lang und 30 Meter breit werden. Das Projekt ist Teil eines grünen Verkehrskorridors über den Finnischen Meerbusen.

Schiffsdaten: groß, leistungsfähig, leise

Mit einer Länge von rund 195 Metern und einer Breite von 30 Metern bietet Helios Platz für rund 2.000 Passagiere und bis zu 650 Pkw. Die Frachtkapazität beträgt etwa 2.000 Frachtmeter. Die maximale Geschwindigkeit soll bei etwa 23 Knoten liegen – genug, um die Strecke in etwas mehr als zwei Stunden zu überqueren.

Ein markantes Detail: Der Schornstein fehlt. Als vollelektrisches Schiff produziert Helios keine direkten Emissionen. Die Batteriekapazität liegt zwischen 85 und 100 MWh. Geladen wird das Schiff bei jedem Hafenaufenthalt, mit einer Ladeleistung von über 30 MWh.

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Forschung und Förderung

Das Helios-Konzept basiert auf einer Zusammenarbeit zwischen Viking Line, der Rauma-Werft und weiteren Partnern. Die Route zwischen den beiden Hauptstädten wurde gezielt gewählt. Sie wird heute schon stark genutzt – Tendenz steigend.

Auch die Städte selbst und ihre Häfen sind eingebunden. Gemeinsam mit Tallinn verfolgt Helsinki die Vision eines „FIN-EST Green Corridor“. Das Projekt sieht vor, einen nachhaltigen Seeverkehr zwischen den beiden Städten zu etablieren. Neben Viking Line beteiligen sich weitere Reedereien und Behörden.

Investitionen in saubere Technik

Viking Line ist kein Neuling im Bereich klimafreundlicher Schifffahrt. Bereits 2013 wurde mit der Viking Grace das erste Passagierschiff mit Flüssigerdgas- und Biogasantrieb in Betrieb genommen. 2022 folgte mit der Viking Glory ein weiteres Schiff mit optimierter Klimabilanz.

Reisende können heute schon gegen Aufpreis Biokraftstoff wählen und damit bis zu 90 % CO₂ einsparen. Auch Frachtkund*innen nutzen diese Option. Die Reederei investierte in den letzten Jahren mehrere Hundert Millionen Euro in moderne, emissionsarme Technologien.

Technische Daten der Helios-Fähre (Konzept)

  • Länge: ca. 195 Meter
  • Breite: ca. 30 Meter
  • Antrieb: 100 % elektrisch
  • Batteriekapazität: 85–100 MWh
  • Ladeleistung: über 30 MWh
  • Reisegeschwindigkeit: ca. 23 Knoten (ca. 43 km/h)
  • Passagierkapazität: ca. 2.000 Personen
  • PKW-Stellplätze: ca. 650 Fahrzeuge
  • Frachtkapazität: ca. 2.000 Frachtmeter
  • Fahrzeit Helsinki–Tallinn: etwas mehr als 2 Stunden

 

Zwei Schiffe für eine wachsende Route

Die Strecke Helsinki–Tallinn zählt zu den am stärksten frequentierten in der Region. Schon jetzt sind jährlich rund 5,5 Millionen Passagiere unterwegs. Laut Prognosen des Hafens Helsinki könnte sich diese Zahl bis 2040 mehr als verdoppeln – auf 11,6 Millionen.

Viking-Line-Chef Jan Hanses sieht daher Bedarf für eine Kapazitätserweiterung: „Unser Ziel ist es, zwei Elektroschiffe für diese Route zu bestellen, wodurch sich unsere derzeitige Kapazität ganzjährig verdoppeln würde.“

Infrastruktur als Schlüssel

Ein vollelektrisches Schiff allein reicht nicht aus. Die notwendige Ladeinfrastruktur in den Häfen spielt eine zentrale Rolle. Im Hafen von Helsinki wird derzeit ein Entwicklungsprogramm bis 2032 umgesetzt, unter anderem im Stadtteil Jätkäsaari. Hier soll die Basis für den emissionsfreien Schiffsverkehr geschaffen werden.

„Es ist großartig, dass sich beide Städte und ihre Häfen zur Schaffung eines grünen Seeverkehrskorridors verpflichtet haben“, so Hanses. Die technische Umsetzung müsse nun folgen – mit leistungsfähigen Ladestationen, intelligenter Netzintegration und schnellen Umschlagprozessen

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