Ein Stern, zwei Konzerne 04.10.2021, 10:16 Uhr

Aus für Daimler: Skepsis gegenüber Mercedes-Benz bleibt

Das Ende von Daimler ist besiegelt. Welche Chancen und Risiken das Megaprojekt Fokus bergen.

Der E-Actros von Daimler. Wird das Ende der Marke besiegelt? Foto: Daimler

Der E-Actros von Daimler. Wird das Ende der Marke besiegelt?

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Daimler machte zuletzt mit einer Wasserstoff-Offensive für Lkws auf sich aufmerksam. Doch verschwindet der bekannte Name vom Markt. Ein historischer Einschnitt steht bevor.

99,9 Prozent der Daimler-Aktionäre stimmen dem Plan des Topmanagements zu. Im Dezember soll die abgespaltene Daimler Truck Holding an die Börse gehen.  An der Börse wird es somit zwei Autokonzerne mit einem Stern geben.

CEO des Spin-Offs wird Daimler-Vorstand Martin Daum. Laut ihm könne die Lkw-Sparte als eigenständiges Unternehmen seine Zukunft optimal gestalten.

Am 1. Oktober tagten die Aktionäre zur Aufspaltung des Konzerns. Das autarke Lkw-Geschäft birgt aber auch Risiken. Martin Daum, Vorstandschef der Nutzfahrzeugsparte Daimler Truck, erwartete einen „historischen Tag“ – und das ist er geworden. Das Lkw- und Busgeschäft wurde aus dem Konzern herausgelöst. Dieser Beschluss besiegelt das Aus für die Marke Daimler.

Wasserstoff-Lkw: Daimler zieht überraschende Konsequenzen

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„Es ist kein Naturgesetz, dass Daimler ewig besteht“, sagte der frühere Konzernchef Dieter Zetsche schon 2019. Diese Aussage hat sich nun bewahrheitet? IG-Metallchef im Südwesten, Roman Zitzelsberger, signalisierte bereits Anfang 2021 Zustimmung für den Plan der getrennten Wege für die Konzernteile. Dabei reicht die Unternehmenshistorie bis ins 19. Jahrhundert zurück.

Im Gründungsjahr 1883 der Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik lief die Daimler AG auch die ersten Schritte. 1926 fusionierte die Fabrik mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft zur Daimler-Benz AG. Gottlieb Daimler ließ sich ebenfalls 1883 die ersten Patentrechte für einen Gasmotor mit Glührohrzündung sowie für die Regulierung der Geschwindigkeit des Motors durch Steuerung des Auslassventils sichern.

„Wir haben das Automobil erfunden“, lautet die selbstbewusste Aussage der Stuttgarter.

Daimler Truck wird selbstständig

Daimler Truck soll nun alleine laufen. Das Mega-Projekt trägt den Codenamen „Fokus“. Autos und Lkw von Mercedes kommen nicht mehr aus einem Haus. Noch dieses Jahr sollen Aktien der Lkw-Sparte an der Börse notiert werden; im Frühjahr dann auch in den Dax. Ob Daimler Truck aus dem Schatten des Autogeschäfts heraustreten kann? Der Weltmarktführer für Nutzfahrzeuge hat die Chance dazu.

Nichtsdestotrotz verbliebe der ertragreichere Teil des Konzerns nach der Aufspaltung für das Auto- und Vangeschäft. Unter dem Namen Mercedes-Benz Group AG soll dieser Bereich verantwortet werden. Der Name Daimler AG für die bisherige Dachgesellschaft soll Anfang 2022 verschwinden.

Das spricht für das Aus der Daimler AG

Unter Experten gab es kaum einen Zweifel, dass die Aktionäre nicht zustimmen würden. Zum einen wollen und sollen sie von den neuen Aktien von Daimler Truck profitieren – zum anderen rechnen sich Investoren einen höheren Wert durch die getrennten Teile an der Börse aus.

Die Risiken der Aufspaltung

Das verbleibende Pkw-Geschäft bereitet Sorge.

„Die Abspaltung der Lkw-Sparte macht Daimler anfälliger für aktivistische Attacken oder Übernahmeversuche“, warnt Ingo Speich von der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka Investment.

100.000 Mitarbeitende verzeichnet der Hersteller für Nutzfahrzeuge. Die verbreitete Skepsis gegenüber der Zukunftsfähigkeit der Mercedes-Benz AG beruhe wohl darauf, dass sie ein „kleiner Player im Weltautomobilmarkt“ sei, sagt Wirtschaftsprofessor Willi Diez.

Der Stern soll als wertvolles Markenzeichen beiden Herstellern erhalten bleiben.

Daimler ist kürzlich noch eine große Batterie-Allianz zur Versorgung seiner Elektroautos eingegangen. Lesen Sie auch: Batterie-Allianz: Daimler durchbricht Abhängigkeit von China

(mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura schreibt zu den Themen Technik, Forschung und Karriere. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs.

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