Wasserdampf als Antrieb 22.12.2021, 07:00 Uhr

Studierende bauen erstes Auto der Geschichte nach – und es fährt sogar

Geschichte schrieb ein anderer Tüftler, nämlich Carl Benz. Dabei erfand Ferdinand Verbiest vor fast 350 Jahren das erste selbstfahrende Automobil. Studierende der Technischen Hochschule Ingolstadt haben nach historischen Plänen das Gefährt nachgebaut. Und tatsächlich: Es fährt!

Das vermutlich erste Auto der Geschichte

Die Skizze des ersten Autos ist von einem unbekannten Zeichner. Erfinder Ferdinand Verbiest hatte es lediglich in Worten beschrieben.

Foto: THI

Schon etliche Jahrzehnte vor Carl Benz (1844-1929) haben sich Tüftler mit der Entwicklung von Fahrzeugen beschäftigt. Bereits im 17. Jahrhundert konstruierte der Belgier Ferdinand Verbiest (1623-1688) ein Gefährt. Damit gilt er als der eigentliche Erfinder des Automobils. Nach ihm folgten Nicolas Joseph Cugnot (1725-1804), Isaac de Rivaz (1752-1828), der einen Gasmotor verwendete und Siegfried Marcus (1831-1898), der bereits ein Auto mit einem Benzinmotor baute. Erst 1886 erhielt Carl Benz das Patent für sein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Das Wort Automobil bezeichnet ein selbstfahrendes Objekt. Es stammt von dem griechischen Wort „autos“, das selbst bedeutet, und vom lateinischen Begriff „mobilis“, das übersetzt beweglich heißt.

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Ferdinand von Verbiest war Jesuitenpater. Er wollte 1675 beweisen, dass das Prinzip des „Selbst-Bewegers“ mit Dampf funktioniert. Dafür konstruierte er ein Gefährt mit 60 Zentimetern Länge, und 30 Zentimetern Breite. Es hatte zwei Achsen und daran vier Räder. Ein fünftes Rad fungierte als Lenkrad. Das war ähnlich wie ein Ruder bei einem Schiff. Dem Pater ging es weniger darum, Menschen oder Waren zu transportieren. Erstmals soll es seine Runden in Peking gedreht haben, um dem chinesischen Kaiser zu imponieren. Im Rahmen einer Ausstellung über jesuitische Missionare in Peking stieß der Ingolstädter Historiker Gerd Treffer auf das Grab von Verbiest und dessen Biografie.

Erstes Auto der Geschichte: Nachbau nur anhand von Beschreibungen

Verbiest hatte in dem Buch „Astronomia Europaea“ alle wissenschaftlichen Leistungen der Jesuiten in China zusammengetragen. Darin fand der Historiker auch eine genaue Beschreibung des kleinen Autos. „In seine Mitte stellte ich ein Becken voller glühender Kohlen und über dieses Behältnis eine Aeolopile (bedeutet Dampfturbine); mit der Achse der Vorderräder verband ich ein bronzenes Zahnrad, dessen Zähne, quer liegend und horizontal, in ein anderes kleines Rad eingriffen, das an einer – senkrecht zum Horizont stehenden – Achse befestigt, dergestalt wirkte, dass sich, wenn sich die letztgenannte Achse drehte, der Wagen bewegte“, schrieb der Jesuitenpater. Die Beschreibung beinhaltete noch weitere Informationen, allerdings fehlte eine Zeichnung oder ein Bauplan.

Der Historiker Treffer wollte nun herausfinden, ob dieses Auto auch fährt. Diesen Beweis hat nun eine Gruppe Studierender der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) erbracht. Aus Verbiests Beschreibungen erstellten sie zuerst Konstruktionspläne für das Auto. Als nächstes bauten sie ein Modell aus modernen Materialien. Dafür machten sie sich vorab auf die Suche nach einer Holzart, die dazu passen könnte. Auch den richtigen Druck und die passende Wassermenge herauszufinden, war nicht einfach. Sie mussten vor allem eines: viel experimentieren. Und natürlich flogen ihnen dabei auch einige Teile um die Ohren. Die Holzarbeiten übernahmen Schüler der Ingolstädter Montessori-Schule. Es war für alle Beteiligten auch eine Reise in die Geschichte der Technik.

Erstes Auto der Geschichte fuhr mit Wasserdampf

Die erste Ausfahrt bewies: Das Auto kann sich mit Wasserdampf fortbewegen. „Der Rückstoß mit Hilfe von Wasserdampf war schon den alten Ägyptern bekannt“, erzählt Thomas Suchandt, Professor für Maschinenbau an der THI. Diese Wärmekraftmaschine galt zwar damals als Kuriosum, war aber gänzlich ohne jeden praktischen Nutzen. „Das Spektakuläre an Verbiests Entwicklung ist, dass sich das Objekt selbst bewegen kann“, sagt Suchandt. Schon einmal wurde das Gefährt von Verbiest nachgebaut: Etwa um 1775 herum versuchte sich der Physiker Johann Lorenz daran. Er soll es in seinen Unterricht am Lyzeum in Karlsruhe eingebaut haben. Eigentlich habe man es über lange Zeit in der Lehrsammlung aufbewahrt, doch irgendwann muss es dann verloren gegangen sein. Denn heute stieß Historiker Treffer lediglich auf eine Zeichnung.

An der Geschichtsschreibung wird sich nachträglich vermutlich nichts mehr ändern. Carl Benz ist und bleibt der Erfinder des Automobils mit Verbrennungsmotor. Das Audi Konfuzius Institut Ingolstadt (AKII) unterstützte das Projekt. Die beteiligten Studierenden planen nun, das Fahrzeug mit historischen Materialien möglichst originalgetreu nachzubauen.

 
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Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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