Energierückgewinnung 10.03.2025, 14:00 Uhr

Pi-Pop: das E-Bike ohne Akku – wie funktioniert es?

Ein E-Bike ohne Akku? Ein französischer Hersteller macht es möglich. Superkondensatoren speichern Bremsenergie und geben sie beim Fahren zurück.

Pi-Pop-Fahrrad

Auf den ersten Blick sieht das Pi-Pop-Fahrrad fast wie ein klassisches Hollandrad aus.

Foto: Stephane Hussein

Ein Elektrofahrrad ohne Akku klingt zunächst widersprüchlich. Normalerweise speichert eine Batterie die Energie und gibt sie bei Bedarf an den Motor weiter. Doch ein französisches Unternehmen hat ein System entwickelt, das ohne Lithium-Akku auskommt. Stattdessen nutzt es Superkondensatoren zur Energierückgewinnung und -speicherung. Doch wie genau funktioniert diese Technik, und welche Vorteile bietet sie?

Das Prinzip hinter dem Pi-Pop-Fahrrad

Der französische Hersteller Pi-Pop hat mit seinem neuartigen Konzept ein E-Bike auf den Markt gebracht, das die Energie des Fahrenden effizient nutzt. Das Fahrrad setzt auf ein patentiertes System aus Superkondensatoren. Diese Bauteile können elektrische Energie besonders schnell speichern und wieder abgeben. Sie laden sich beim Bremsen und bei Abfahrten auf und geben diese Energie zurück, wenn sie gebraucht wird – etwa beim Anfahren oder bei Steigungen.

Adrien Lelièvre, Maschinenbauingenieur und Gründer von Pi-Pop, entdeckte vor rund zehn Jahren das Potenzial von Superkondensatoren für nachhaltige Mobilität. „Wir wollten ein Fahrrad entwickeln, das keine externe Energiequelle benötigt und sich dennoch wie ein E-Bike fährt“, erklärt er.

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Nachhaltige Technologie ohne seltene Metalle

Ein großer Vorteil des Pi-Pop-Systems liegt in seiner Umweltfreundlichkeit. Da keine Lithium-Ionen-Batterie verbaut ist, entfällt der Bedarf an seltenen Metallen wie Kobalt oder Nickel. Das Fahrrad wird komplett in Frankreich in der Region Centre Val de Loire produziert und soll die Elektromobilität nachhaltiger machen. Zudem muss es nie an eine Steckdose angeschlossen werden, da es seine Energie ausschließlich durch die Bewegung des Fahrenden gewinnt.

„Unser Ziel ist es, das Fahrradfahren für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen und gleichzeitig die Umweltbelastung zu minimieren“, erklärt das Unternehmen.

Welche Vorteile bietet das System?

E-Bikes, die ohne Akkus auskommen, sind eine spannende Entwicklung. Der Hersteller nennt folgende Vorteile für seine Technologie:

  • Nie wieder aufladen: Da die Energie aus der Fahrbewegung kommt, muss das Fahrrad nicht an eine Steckdose.
  • Geringe Umweltbelastung: Kein Lithium, kein Kobalt, keine seltenen Metalle.
  • Unbegrenzte Lebensdauer der Speicher: Superkondensatoren verschleißen nicht so schnell wie herkömmliche Akkus.
  • Geringes Gewicht: Da der schwere Akku fehlt, bleibt das Fahrrad leichter und wendiger.
  • Ideal für den Stadtverkehr: Insbesondere in hügeligen Städten hilft das System beim Anfahren und Steigungen.

Grenzen der Technologie

Auch wenn das System viele Vorteile bietet, gibt es einige Einschränkungen. Die gespeicherte Energie reicht nicht für lange, ausgedehnte Fahrten mit dauerhafter Unterstützung. Im Vergleich zu klassischen E-Bikes mit Lithium-Akku ist die zusätzliche Schubkraft geringer. Das System eignet sich daher vor allem für urbane Gebiete mit vielen Stop-and-Go-Situationen, in denen Bremsenergie effizient genutzt werden kann.

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Zukunftsperspektiven und Verbreitung

Pi-Pop setzt auf ein wachsendes Interesse an nachhaltigen Mobilitätslösungen. Da Rohstoffe für herkömmliche Akkus immer knapper und teurer werden, könnten Superkondensatoren eine echte Alternative darstellen. Die Forschung in diesem Bereich schreitet voran, und künftige Verbesserungen könnten die Technik noch leistungsfähiger machen.

„Wir glauben daran, dass jeder Mensch die treibende Kraft seiner eigenen Mobilität sein kann“, sagt Lelièvre.

Technische Details des Pi-Pop-Fahrrads

Das Pi-Pop-Fahrrad der dritten Generation verfügt über folgende Spezifikationen:​

  • Gewicht: 22,5 kg​
  • Rahmen: Aluminium, geeignet für Personen von 1,55 m bis 1,85 m​
  • Antrieb: Shimano-Schaltung mit 7 Gängen​
  • Bremsen: Tektro-Scheibenbremsen mit 180 mm Durchmesser​
  • Reifen: Michelin World Tour VTC urban 700×35​
  • Motor: Aikema Electric Drive Systems AKM100SX (250 W, 50 Nm)​
  • Energiespeicher: Superkondensatoren mit 8 Wh Kapazität und einer Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren​
  • Unterstützung: bis zu 25 km/h​

Und wie sieht es mit dem Preis aus? Das Pi-Pop-Fahrrad ist ab 2.690 € erhältlich. Die Lieferzeit beträgt laut Hersteller 1 bis 3 Wochen.

Hier geht es zur Website des Herstellers

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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