Infrastrukturprojekte in China 23.01.2018, 07:35 Uhr

Pekings Giga-Flughafen stellt alles in den Schatten

Ein Flughafen, der 100 Mio. Passagiere und vier Mio. Tonnen Fracht abfertigen kann und dennoch kurze Wege haben soll. Das ist die Vision des neuen Beijing Daxing International Airports. Er soll im kommenden Jahr eröffnet werden.

Flughafengebäude von oben

Das Design des geplanten Giga-Airports in Peking stammt vom Architekturbüro der britischen Stararchitektin Zaha Hadid (1950-2016).

Foto: Zaha Hadid Architects

Pekings Giga-Flughafen stellt alles in den Schatten

In dieser Aufnahme lässt sich das Designvorbild erkennen: ein Phönix. Er gilt in China als Glückssymbol.

Foto: Zaha Hadid Architects

Pekings Giga-Flughafen stellt alles in den Schatten

Groß und geräumig soll er sein – eigentlich eine Selbstverständlichkeit bei einem geplanten Passagieraufkommen von 100 Personen im Jahr.

Foto: Zaha Hadid Architects

Peking setzt noch einen drauf: In der Hauptstadt der Volksrepublik China entsteht derzeit der vielleicht größte Flughafen der Welt. Und das, obwohl vor Ort bereits einer der weltgrößten Flughäfen zu finden ist. Nach nur fünf Jahren Bauzeit soll das imposante Bauwerk schon im kommenden Jahr seine Tore öffnen. Zwar wurde der ursprünglich geplante Eröffnungstermin um einige Monate nach hinten verschoben, dennoch kann sich diese Prognose sehen lassen. Wir werfen einen Blick auf den aktuellen Stand des Giga-Bauprojektes.

Pekings neuer Flughafen wird nach und nach ausgebaut

Der Flughafen liegt im Süden Pekings, genauer gesagt im Stadtbezirk Daxing. Das Stadtzentrum ist von hier aus etwa 67 Kilometer entfernt. Der „Beijing Daxing International Airport“ soll in vollständig ausgebautem Zustand über 100 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen. Hier und da ist sogar von 120 oder gar 130 Millionen die Rede. Diese Passagierzahlen fertigt momentan nur der Flughafen von Atlanta ab. Peking will dieses Ziel bis 2040 erreicht haben, lässt sich also noch etwas Zeit angesichts des Eröffnungstermins im Oktober 2019. Bis dahin sollen zunächst einmal vier der acht geplanten Terminals einsatzbereit sein, was bereits ein Passagieraufkommen von 45 Millionen Fluggästen im Jahr zulassen würde. Anschließend soll mit Hochdruck weiter gearbeitet werden, denn bis 2025 soll die Zahl der möglichen Passagiere auf 72 Millionen ansteigen. Die Kosten für das Projekt belaufen sich übrigens auf über zehn Milliarden Euro.

Ein gigantischer Umschlagplatz für Personen und Waren

Die Millionenstadt Peking verfügt im Nordosten mit dem „Beijing Capital International Airport“ bereits über einen Flughafen von atemberaubender Größe. Bis dato ist dieser mit einem Passagieraufkommen von rund 94,4 Millionen Personen (Stand 2017) der zweitgrößte Flughafen der Welt – nach dem „Hartsfield-Jackson Airport“ in Atlanta, USA. Doch die Volksrepublik möchte nicht etwa den bestehenden Flughafen durch einen neuen ersetzen, der zusätzliche Flughafen soll den alten tatsächlich „nur“ entlasten. Eines Tages könnten in Peking somit um die 200 Millionen Passagiere pro Jahr an- und abreisen – ein Rekord, der angesichts der schieren Bevölkerungszahl und des zunehmenden wirtschaftlichen Reichtums in China durchaus realistisch scheint.

Der zweite Giga-Flughafen ist für die Stadt, in der rund 23 Millionen Menschen leben, tatsächlich elementar und kein reines Prestigeobjekt. Denn der alte Flughafen ist längst an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Die Anzahl der jährlich abgefertigten Passagiere schwoll seit 2010 um über 20 Millionen Personen auf das gegenwärtige Niveau an. Und die Nachfrage in der chinesischen Hauptstadt wird in Zukunft noch weiter wachsen. Denn: China ist weiterhin eine aufstrebende Wirtschaftsnation, was sich natürlich an der Infrastruktur bemerkbar macht. So wird der neue Flughafen auch als Umschlagplatz dienen und bis zu vier Millionen Tonnen Fracht im Jahr passieren lassen.

Chinas Hauptstadt soll sich grundlegend verändern

Die ökonomische Entwicklung Chinas zeigt sich gerade rund um Peking. Hier entsteht die neue Metropolregion „Jing-Jin-Ji“. Peking soll das blühende Zentrum darstellen und nur noch die wichtigsten Aufgaben einer Hauptstadt übernehmen müssen. Dazu gehören zum Beispiel die Staatsregierung, die internationale Kommunikation sowie die Forschung und Entwicklung. Weniger wichtiges wird gezielt ins Umland ausgelagert. Dabei darf eine nagelneue Millionenstadt inklusive Sonderwirtschaftszone natürlich nicht fehlen. Das alles soll endlich für Entlastung im hektischen Peking sorgen. Denn die ist dringend notwendig, nachdem chinesische Forscher Peking als „fast unbewohnbar für menschliche Wesen“ bezeichnet hatten.

China hat 2014 den Grundstein für das neue Bauwerk der Superlative gelegt, rund drei Jahre nach der Entscheidung für den Bau. Einige der sieben, vielleicht auch neun Start- und Landebahnen, sowie große Teile der Gebäudekonstruktion sollen bereits fertiggestellt sein. Inzwischen dürften sich die chinesischen Arbeiter wohl schon dem Innenausbau widmen. So genau lässt sich das nicht sagen, denn die Informationen sind nur spärlich gesät. Neuere Fotoaufnahmen des Flughafengeländes zeigen jedoch ein fast formvollendetes Terminalgebäude, dem nur noch die leuchtend orangerote Deckenfassade zu fehlen scheint.

Mythologisch inspiriert: Wie ein Phönix, der aus der Asche aufsteigt

Apropos, das Design des neuen Flughafens wird nicht nur aufgrund seiner anregenden Hüllenfarbe Aufsehen erregen, sondern auch wegen seiner ausgeklügelten und funktionalen Form. Jeder Terminal-Arm ist vom Mittelpunkt aus betrachtet etwa 600 Meter lang, damit die Fluggäste nicht so weit laufen müssen. Das Gebäude ist dreistöckig, was viel Platz für Restaurants, Shops und mehr bietet. Ein Flughafen der kurzen Wege soll es sein – in der Optik eines aus der Asche aufsteigenden Phönixes. Unter uns: Manche sehen darin auch einfach einen Seestern. Es kann eben nicht jeder von sich behaupten, Architektur und Design so durchdrungen zu haben, wie die Verantwortlichen des Neubaus. Für das lichtdurchflutete, glas- und stahlreiche Design mit seiner einzigartig schillernden Hülle ist schließlich kein geringeres Architekturbüro als das der 2016 verstorbenen Stararchitektin Zaha Hadid verantwortlich.

Ausblick: Wo (ent-)steht der größte Flughafen der Welt?

Wird der „Beijing Daxing International Airport“ wirklich der größte Flughafen der Welt sein? Zur Zeit läuft zweifelsfrei ein inoffizieller Wettkampf um diesen Titel. Mit im Rennen ist neben China auch die Türkei. Denn in Istanbul arbeitet man fast zeitgleich an einem Flughafen, der eines Tages ebenfalls mehr als 100 Millionen Passagiere befördern könnte. Eine gute Chance auf den begehrten Titel verspricht sich auch ein neuer Flughafen in Dubai, der sich bezüglich der Kapazitäten ebenfalls Passagierzahlen im dreistelligen Millionenbereich annähern dürfte. Kreisrunde Start- und Landebahnen, wie sie niederländische Forscher simulierten, plant derzeit aber keiner der Bauherren.

Vielleicht berichten wir darüber erst in mehreren Jahren. Immerhin ist es gut möglich, dass Chinas neuer Flughafen – ganz egal wie groß er auch sein mag – noch lange nicht die Bedürfnisse des Kontinents befriedigt. In der beständig wachsenden Region könnten demnächst noch weitere Flughäfen im Giga-Format entstehen. Klar ist: Wir dürfen gespannt sein, was das Reich der Mitte noch so alles anpackt.

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