Völlig abgehoben 21.07.2016, 12:37 Uhr

Mit 210 PS über den Golfplatz schweben

Ist das nun ein neues Handicap für Golfer oder ein Gewinn?: Gemeinsam mit dem Golfprofi Bubba Watson und dem Sportartikelhersteller Oakley hat die Martin Aircraft Company jetzt ein Jetpack für Golfer entwickelt. Damit schweben die Sportler von Loch zu Loch, hinterlassen keine Reifenspuren und können den Platz aus der Vogelperspektive überblicken. 

Ein Schlag, ein Flug – und Golfen wird zum schnellen Spiel. Der Golfprofi Bubba Watson, der neuseeländische Jetpack-Hersteller Martin Aircraft Company und der US-Sportartikelhersteller Oakley haben gemeinsam ein fliegendes Golf Cart entwickelt, das Martin Jetpack Golf Cart. 

Ein Schlag, ein Flug – und Golfen wird zum schnellen Spiel. Der Golfprofi Bubba Watson, der neuseeländische Jetpack-Hersteller Martin Aircraft Company und der US-Sportartikelhersteller Oakley haben gemeinsam ein fliegendes Golf Cart entwickelt, das Martin Jetpack Golf Cart. 

Foto: bubbasjetpack.com

Eingefleischte Golfer betonen ja gern, wie gesund ihr Sport ist und wie viel Bewegung er bringt  – um dann in ihr Golf Cart zu steigen und zum nächsten Abschlag zu fahren. Das lässt sich noch toppen: Der Golfprofi Bubba Watson, der neuseeländische Jetpack-Hersteller Martin Aircraft Company und der US-Sportartikelhersteller Oakley haben gemeinsam ein fliegendes Golf Cart entwickelt: das Martin Jetpack Golf Cart.

900 Meter hoch, 74 km/h schnell

Das Prinzip ist ganz einfach: Will man seinen Standpunkt auf dem Golfplatz ändern, packt man seine Ausrüstung in die dafür vorgesehenen Halterungen, setzt den Helm auf, schnallt sich an und fliegt los. Bis zu 914 Metern Höhe und 74 km/h schafft der 210 PS starke Antrieb – vielleicht etwas überdimensioniert für einen Golfplatz, aber besser zu viel als zu wenig.

Völlig abheben beim Golfen: Das Martin Jetpack Golf Cart kann bis zu einer Höhe von 900 Metern aufsteigen und 74 km/h erreichen. 

Völlig abheben beim Golfen: Das Martin Jetpack Golf Cart kann bis zu einer Höhe von 900 Metern aufsteigen und 74 km/h erreichen.

Quelle: bubbasjetpack.com

Betrieben wird das Fluggerät von zwei 200-Volt-Motoren, die jeweils einen Mantelpropeller antreiben. Dabei handelt es sich um Propeller, die in ein zylindrisches Gehäuse eingepasst sind – dasselbe Prinzip gibt es auch bei Luftkissenfahrzeugen.

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Der Propeller saugt die Luft von oben ein, beschleunigt sie und stößt sie quasi gebündelt wieder aus. Zum Schub tragen hier auch die Zonen verringerten Drucks bei, die an den Eintrittslippen des Mantelpropellers entstehen.

Jetpack an die Bedürfnisse von Golfern angepasst

Genau betrachtet, ist das Fluggerät ein umgerüstetes Jetpack, wie es die Martin Aircraft sowieso im Programm hat – nur eben auf die speziellen Bedürfnisse von Golfern angepasst, schließlich muss die Schlägersammlung mit. Entsprechend sind auch die Auflagen der Behörden: Bevor es in die Luft gehen darf, muss das Gerät erst von der Luftfahrtbehörde zertifiziert werden. Bisher gibt es lediglich eine Testlizenz, um das fliegende Golf Cart der Öffentlichkeit vorzustellen.

Ein Jetpack für Golfer kostet rund 200.000 Dollar.

Ein Jetpack für Golfer kostet rund 200.000 Dollar.

Quelle: bubbasjetpack.com

Zu Bubba Watsons Bedauern war er nicht selbst der Testpilot, sondern Mike Read aus dem Bereich Flugbetrieb von Martin Aircraft. Doch sobald die Fluggeräte auf dem Markt sind, will der Golfprofi auch eins haben – er steht auf Platz drei der Warteliste für das Martin Jetpack Golf Cart und die entsprechenden Trainingsstunden.

Die Runden werden „schneller und lustiger“

Die Vorteile des Fliegens liegen für ihn auf der Hand: Man könne von oben auf den Platz blicken und so besser sehen, wie man möglichst niedrige Scores erreichen könne, freut er sich: „Außerdem macht es die Runde schneller und lustiger!“ Für ungewöhnliche Bewegungsmittel scheint er sowieso ein Faible zu haben: Bereits vor drei Jahren testete er ein Luftkissenfahrzeug auf dem edlen Grün.

Daimler hat ein Luxusauto für den Golfplatz entwickelt.

Daimler hat ein Luxusauto für den Golfplatz entwickelt.

Quelle: Daimler

Praktisch ist auch, dass man mit dem Jetpack quasi überall hinkommt – mit dem Golf Cart geht das nicht, egal wie innovativ es ist. Mal sind Bunker oder Wasserhindernisse im Weg, mal ist die Durchfahrt schlicht verboten. Mit dem Jetpack setzt man sich buchstäblich darüber hinweg – ab zum nächsten Loch. Durch die geringe Standfläche hinterlässt es dort auch nur kleine Abdrücke im Rasen, und Fahrspuren gibt es ja sowieso nicht.

Ideal fürs kleine Rennen zwischendurch

Und wenn Golf zwischendurch doch mal zu langweilig wird – Sie kennen das, jeden Tag die gleiche Runde –, fordert man die Sportsfreunde einfach zu einem kleinen Podrace heraus. Die rund 200.000 Dollar für die Ein-Mann-Flieger müssen sich ja schließlich lohnen.

 

Ein Beitrag von:

  • Judith Bexten

    Judith Bexten ist freie Journalistin. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Technik, Logistik und Diversity.

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