Sea Bubbles auf der Seine 10.03.2016, 11:08 Uhr

Für bessere Luft: Erfinder testet in Paris schwebende Wasser-Taxis

Lust, Paris 2017 mit einem neuen Verkehrsmittel zu erkunden? Und zwar umfreundlich. Dann bitte einsteigen in die Sea Bubbles – das sind kleine Elektrogondeln, die auf Tragflächen über dem Wasser zu schweben scheinen. Rekordsegler und Hydroptére-Erfinder Alain Thébault will damit in der Großstadt für bessere Luftqualität sorgen. 

Nullemission könnnen sich auch die Gondoliere auf dem Canale Grande in Venedig auf ihre Boote schreiben. Das Foto zeigt sie 2004 bei einer Protestkundgebung gegen Motorboote. In Paris will der Rekordsegler und Hydroptére-Erfinder Alain Thébault demnächst mit kleinen Elektrogondeln für Wasserwege die Luftqualität in der Großstadt verbessern.  

Nullemission könnnen sich auch die Gondoliere auf dem Canale Grande in Venedig auf ihre Boote schreiben. Das Foto zeigt sie 2004 bei einer Protestkundgebung gegen Motorboote. In Paris will der Rekordsegler und Hydroptére-Erfinder Alain Thébault demnächst mit kleinen Elektrogondeln für Wasserwege die Luftqualität in der Großstadt verbessern.  

Foto: Andrea Merola/dpa

Smog, Lärm und lange Staus. Das alles ist für Alain Thébault ein Graus. Der französische Erfinder und Segelfan will deswegen eine neue Art der Fortbewegung in Großstädten auf den Weg bringen. Und hier kommen seine Sea Bubbles in Spiel, futuristische elektrische Passagierbote, die schon diesen Sommer in einer Testphase über die Seine gondeln sollen. Dabei wird es so aussehen, als würden sie über dem Wasser schweben. Dank einer raffinierten Konstruktion.

Sea Bubbles fahren auf vier Tragflächen auf dem Wasser

Die kleinen Viersitzer verfügen über vier gebogene Tragflächen, die an den Ecken der Gondel montiert sind und senkrecht ins Wasser reichen. Sie halten die Passagierkapsel rund 70 cm über der Wasseroberfläche. Diese Konstruktion lässt nicht nur den Eindruck entstehen, die Boote würden über das Wasser fliegen. Sie sorgt auch für einen geringeren Strömungswiderstand und dadurch für weniger Energieverbrauch.

Sea Bubbles von Alain Thébault: Die viersitzigen Elektroboote sollen im Sommer mit 18 km/h die Seine auf und ab fahren. Angeblich hat schon Fahrdienstvermittler Uber Interesse bekundet. 

Sea Bubbles von Alain Thébault: Die viersitzigen Elektroboote sollen im Sommer mit 18 km/h die Seine auf und ab fahren. Angeblich hat schon Fahrdienstvermittler Uber Interesse bekundet. 

Foto: Hydroptere

Verbrennungsmotoren haben im Konzept von Thébault nichts zu suchen. Schließlich will der Erfinder dem steigenden Abgasausstoß in Großstädten entgegenwirken. Deswegen kommen in den Sea Bubbles Solarmodule und Batterien zum Einsatz, die zwei Elektromotoren mit Energie speisen. Die Inspiration dazu lieferten seine Töchter, sagt Thébault: „Sie sagten mir, ich solle ein klimaneutrales Taxi erfinden, weil sie genug von Umweltverschmutzung wie in Paris, London oder den USA haben.“

Im Sommer starten Tests auf der Seine

Schon in diesem Sommer will Thébault die Sea Bubbles testen. Die Passagierkapseln sollen mit 18 km/h  auf festen Routen den Fluss hoch und runter fahren. Dabei soll zu Beginn noch ein Fahrer am Steuer sitzen.

Alain Thébault: Der französische Erfinder und Segelfan will mit den Sea Bubbles dem steigenden Abgasausstoß in Großstädten entgegenwirken. 

Alain Thébault: Der französische Erfinder und Segelfan will mit den Sea Bubbles dem steigenden Abgasausstoß in Großstädten entgegenwirken. 

Foto: Hydroptere

„Aber schon bald können unsere Fahrzeuge autonom fahren“, ist Thebault überzeugt. Ab 2017 sollen die futuristischen Flugboote dann auf den Markt kommen – für rund 30.000 € pro Stück.

Renault und Uber haben angeblich Interesse bekundet

Könnten sich die Sea Bubbles tatsächlich als umweltfreundliches Transportmittel etablieren? Das steht in den Sternen. Dafür spricht, dass laut Thébault bereits Renault und der Fahrdienstvermittler Uber Interesse bekundet haben. Allerdings ist diese Aussage mit Vorsicht zu genießen. Denn der Franzose hatte Medienberichten zufolge auch behauptet, dass sich Londons Bürgermeister Boris Johnson nach den Sea Bubbles erkundigt habe, was dieser allerdings dementiert hat. Vielleicht bleiben die schwebenden Passagiergondeln auch im Stadium der Touristenattraktion stecken.

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