Betriebskosten optimieren 20.04.2015, 14:27 Uhr

Elf Sitze pro Reihe: Airbus 380 schafft künftig noch mehr Passagiere

Airbus will seinen A380 künftig mit elf Sitzen pro Reihe anbieten. Das macht in der Summe 544 statt 525 Sitzplätze. Und bedeutet weniger Platz für die Passagiere. Von dem neuen Angebot erhofft sich Airbus wieder mehr Aufträge. Ab 2017 können Airlines den A380 mit einem Extra-Sitz pro Reihe bestellen.

Da geht noch was: Airbus will seinen A380 künftig mit 544 statt 525 Sitzplätzen bauen. Das macht den Großraumflieger für die Airlines profitabler. 

Da geht noch was: Airbus will seinen A380 künftig mit 544 statt 525 Sitzplätzen bauen. Das macht den Großraumflieger für die Airlines profitabler. 

Foto: Andy Rain/dpa

Für die Passagiere, die künftig mit dem A380 fliegen werden, wird es enger: Airbus baut das größte Passagierflugzeug der Welt künftig mit noch mehr Sitzplätzen. Ab 2017 soll der Superflieger mit elf Sitzen in einer Reihe ausgestattet werden und 544 Passagiere von A nach B befördern können. Die Sitze sollen nach Informationen von Airbus nicht enger werden. Was wegfallen wird, sind einige Armlehnen, so dass manch ein Passagier künftig seinem Sitznachbarn ungewollt näher kommen wird.

3-5-3-Konstellation

So soll die Standard-Sitzbreite bei 48 Zentimetern bleiben. In der Economy-Class wird es eine 3-5-3er-Konfiguration geben. Wer einen Fensterplatz ergattert, muss durch die Rumpfbiegung mit weniger Platz im Fuß- und Beinbereich rechnen.

Das neue Kabinen-Layout präsentierte Airbus auf der Messe Aircraft Interiors Expo in Hamburg.

Engere Bestuhlung soll mehr Umsatz bringen

„Wir planen noch weitere Optimierungen des Kabinenraums an Bord. Geplant sind zusätzlicher Platz für Business Class-Sitze und noch mehr Premium-Economy-Plätze. Durch die erhöhte Standardbestuhlung und durch höhere Erträge der Sitze lassen sich pro Flugzeug zusätzliche Umsätze von 20 Millionen Dollar pro Jahr und Flugzeug erzielen“, erklärt Frank Vermeire, Marketing-Chef Airbus 380.

Elfer-Sitzreihe im A380: An der Breite der Sitze soll sich nichts ändern. Lediglich die Armlehnen werden laut Airbus schmäler. 

Elfer-Sitzreihe im A380: An der Breite der Sitze soll sich nichts ändern. Lediglich die Armlehnen werden laut Airbus schmäler.

Quelle: Airbus

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Airbus erhofft sich durch das neue Angebot der dichteren Bestuhlung beim A380 wieder mehr Interesse bei den Airlines auszulösen. Im vergangenen Jahr soll es keine einzige Bestellung des Großraumfliegers gegeben haben.

Airbus benötigt neue Kunden

Europas größter Flugzeughersteller Airbus hat schon seit einiger Zeit mit rückläufigen Bestellungen zu kämpfen. Die Verkäufe laufen eher schleppend. Was auch mit Auslieferungsproblemen zu tun hat: Von den bisher 317 Bestellungen des Riesenflugzeuges wurde bislang erst die Hälfte ausgeliefert. Einige Airlines sind bereits wieder von ihren Aufträgen zurück getreten oder denken darüber nach, dies zu tun: Nach Lufthansa und Air France zieht auch Virgin Atlantic eine Stornierung in Betracht.

Airbus benötigt also neue Kunden. Derzeit fliegt der A380 auf etwa 100 Routen zu 45 Zielen. Dabei nimmt der Anteil an regionalen Routen zu. In die Entwicklung des A 380 wurden 25 Milliarden Dollar gesteckt.

Kabinenquerschnitt A380: Unten ist die künftig optional angebotene, verdichtete Bestuhlung mit elf Sitzen pro Reihe im Hauptdeck der

Kabinenquerschnitt A380: Unten ist die künftig optional angebotene, verdichtete Bestuhlung mit elf Sitzen pro Reihe im Hauptdeck der „Budget Economy Class“ zu sehn.

Quelle: Airbus

Mit zusätzlichen Fluggästen können die Airlines ihre Einnahmen steigern ohne dabei ihre Kosten zu erhöhen. Doch nicht nur Airbus plant eine Erweiterung der Sitzanzahl. Auch Lufthansa überlegt, mehr Sitze in den Jumbo einzubauen.

Wer macht seinen Airbus am vollsten?

Am vollsten jedoch packt nach einem Ranking des aero Telegraph die Airline Transaero ihren Airbus 380 mit 652 Sitzplätzen. Es folgen das Leasingunternehmen Doric Lease mit 573 Sitzplätzen auf Rang 2 und die Lufthansa mit 526 Plätzen auf Rang 3.

Alle Hoffnung auf Emirates

Airbus setzt nun alle Hoffnung auf Emirates, die größte Airline, die einen A380 fliegt. Emirates denkt immer wieder über eine größere Bestellung nach – stellt jedoch auch eine Bedingung: Vorstandsvorsitzender Tim Clark möchte eine neue Version des A380 Neo mit effizienteren Triebwerken. Für Airbus-Chef Fabrice Brégier ist dies derzeit aus wirtschaftlicher Sicht aber noch zu früh. Erstmal möchte er den Verkauf des A380 noch vorantreiben.

 

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