Abgastechnik ist zu teuer 02.12.2016, 13:33 Uhr

Autoexperte Diez: Der Diesel steht in Kleinwagen vor dem Aus

Der Diesel steht in Kleinwagen vor dem Aus. Die Reinigungstechnik für die Dieselabgase ist so teuer, dass sie sich in kleinen Autos nicht mehr lohnt, sagt der Autoexperte Willi Diez im Gespräch mit VDI nachrichten. Dem VW-Konzern rät Diez, die Politik der Nischenmodelle zu überdenken und Bauteile stärker zu standardisieren.

Der Dieselantrieb hat in kleinen Autos keine Zukunft, meint der Autoexperte Willi Diez im Interview mit VDI nachrichten.

Der Dieselantrieb hat in kleinen Autos keine Zukunft, meint der Autoexperte Willi Diez im Interview mit VDI nachrichten.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

„Bei kleineren und kompakten Fahrzeugen ist der Diesel auf dem Rückzug“, so der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft und Umwelt an der Hochschule für Wirtschaft in Nürtingen-Geislingen. Ein Kleinwagen wie der VW Up werde schon gar nicht mehr mit Dieselmotor angeboten. Mit dem Dieselskandal bei VW habe das aber nichts zu tun. „Die Abgasnachbehandlung bei Dieselmotoren ist bei kleinen Wagen im Verhältnis zum Kaufpreis zu teuer.“

Ein weiterer Grund: Bei Kleinwagen wird der Unterschied beim Verbrauch zwischen Diesel und sauberem Benziner immer kleiner. „Das ist eine generelle Entwicklung, die durch die Abgasmanipulationen forciert wird.“ Eine Zukunft für den Diesel sieht Diez nur noch in großen Modellen. „Der Diesel wird noch lange seine Berechtigung bei größeren Fahrzeugen haben. Bei diesen Fahrzeugen ist der Verbrauchsvorteil von Diesel sehr hoch.“

Kann Unternehmen nicht durch Kostensenkung retten

Den von VW eingeschlagenen Kurs, die Kosten durch den Abbau von rund 30.000 Stellen zu senken, aber gleichzeitig in Zukunftsfelder wie die Elektromobilität mehr zu investieren, hält der Autoexperte Willi Diez für die richtige Strategie. „VW sollte die Kosten senken und eine Produktoffensive starten. Das will Markenvorstand Herbert Diess auch auf den Weg bringen“, lobt Diez und warnt zugleich: „Man kann ein Unternehmen nicht retten, indem man nur die Kosten senkt und die Zahl der Beschäftigten reduziert. Der Schwerpunkt muss auf der Weiterentwicklung der Modellpalette liegen“, so Diez.

Autoexperte Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft und Umwelt an der Hochschule für Wirtschaft in Nürtingen-Geislingen.

Autoexperte Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft und Umwelt an der Hochschule für Wirtschaft in Nürtingen-Geislingen.

Quelle: IFA

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Architektur / Bauingenieurwesen Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften
Hannover Zum Job 
ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH-Firmenlogo
Softwareentwickler (gn) ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH
Fürstenfeldbruck bei München Zum Job 
ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH-Firmenlogo
Systemingenieur Avionik / Systems Engineer Avionics (gn) ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH
Fürstenfeldbruck bei München Zum Job 
Landeshauptstadt Stuttgart-Firmenlogo
Projektleiter*in Architektur für öffentliche Bauten (m/w/d) Landeshauptstadt Stuttgart
Stuttgart Zum Job 
ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH-Firmenlogo
IT-Spezialist für IT-Systemintegration/Netzwerk-Administration in Detektions- und Abwehrsystemen (gn) ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH
Fürstenfeldbruck bei München Zum Job 
MED-EL Medical Electronics-Firmenlogo
R&D Engineer for Embedded Systems (m/f/d) Research & Development MED-EL Medical Electronics
Innsbruck (Österreich) Zum Job 
Landeshauptstadt Stuttgart-Firmenlogo
Projektleiter*in Elektrotechnik und Versorgungstechnik (m/w/d) Landeshauptstadt Stuttgart
Stuttgart Zum Job 
IMS Messsysteme GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/i) Vertrieb IMS Messsysteme GmbH
Heiligenhaus Zum Job 
pbr AG-Firmenlogo
Ingenieur:in Schwerpunkt Bauphysik pbr AG
Braunschweig Zum Job 
Energieversorgung Halle Netz GmbH-Firmenlogo
Techniker Planung (m/w/d) Energieversorgung Halle Netz GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
MainTech Systems GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur Maschinenbau (m/w/d) MainTech Systems GmbH
Obernburg am Main Zum Job 
MainTech Systems GmbH-Firmenlogo
Verfahrensingenieur (m/w/d) MainTech Systems GmbH
Obernburg am Main Zum Job 
MainTech Systems GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur Anlagenbau (m/w/d) MainTech Systems GmbH
Obernburg am Main Zum Job 
Murrelektronik-Firmenlogo
Softwareentwickler (m/w/d) Murrelektronik
Oppenweiler Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur / Projektingenieur (w/m/d) für die Projektleitung im Brückenbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
Flight Dynamics Engineer (m/f/d) Airbus
Manching Zum Job 
Airbus Defence and Space-Firmenlogo
System Safety Engineer (d/m/f) Airbus Defence and Space
Manching Zum Job 
Technologie- und Förderzentrum TFZ-Firmenlogo
Projektingenieurin oder Projektingenieur für Holzbrennstoffe und Festbrennstoff-Feuerungen (m/w/d) Technologie- und Förderzentrum TFZ
Straubing Zum Job 
Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Optische Messtechnik (w/m/d) Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG
Göttingen Zum Job 
Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Fasertechnologie (w/m/d) Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG
Göttingen Zum Job 

Auch über den Bau von Nischenmodellen müsse VW nachdenken. „VW hat ein komplexes Modellprogramm mit sehr vielen Produkten. Von denen bringen einige nicht so große Stückzahlen, zum Beispiel der New Beetle oder der Scirocco“, gibt Diez zu bedenken. „Da muss man sich überlegen, ob man diese Produkte braucht. Sie verursachen einen großen Aufwand.“

Trotz der Baukästen, auf denen VW zahlreiche Modelle aufbaut und damit Kosten eingespart hat, sieht Diez noch erhebliches Kostensenkungspotenzial in der Standardisierung von Bauteilen. So gebe es im VW-Konzern eine „große Teilevielfalt“, so Diez. „Da ist es sinnvoll, mehr zu vereinheitlichen.“

Baugruppen an Zulieferer vergeben

Auch bei der oft kritisierten hohen Fertigungstiefe müsse VW prüfen, ob diese reduziert werden sollte, weil Zulieferer einzelne Aufgaben besser erledigen können. „Bei der Fertigungstiefe müssen sich die Manager fragen, was selbst gemacht und was nach außen gegeben werden kann.“

Ganze Baugruppen könne VW fremdvergeben und damit Kosten und Kapitalbindung senken. Diez: „Die zentrale Frage ist doch: Ist es kaufentscheidend, wenn ein Kunde weiß, ob ein Teil von VW oder einem Zulieferer hergestellt worden ist? Es gibt viele Teile in einem Auto, die für den Kunden bei seiner Kaufentscheidung nicht relevant sind.“

 

Ein Beitrag von:

  • Axel Mörer-Funk

    Axel Mörer-Funk ist Gesellschafter der Medienagentur S-Press in Bonn. Nach einem Volontariat beim Bonner Generalanzeiger und dem Besuch der Journalistenschule Hamburg arbeitete er u.a. als freier Journalist für dpa, Bunte und Wirtschaftswoche.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.