VDI Wissensforum 09.07.2025, 16:30 Uhr

Auftakt der Dritev 2025: Hersteller setzen beim Antrieb wieder auf Vielfalt

Erster Tag des führenden Branchentreffs für Antriebstechnologien in Baden-Baden. Sofort wurde klar: Es geht um mehr als nur um Elektromobilität.

Elektroantriebe auch bei schweren Lkw. Der Blick unter die Motorhaube entlarvt: Da ist kein Motor. Foto: Peter Kellerhoff

Elektroantriebe auch bei schweren Lkw. Der Blick unter die Motorhaube entlarvt: Da ist kein Motor.

Foto: Peter Kellerhoff

Diskussionsleiter Thomas Pfund von Schaeffler machte in seiner Eröffnungsrede der voll besetzten Kongresshalle schon mit seinen ersten Worten klar, dass die Branche vor gewaltigen Herausforderungen steht. Er machte deutlich, dass der alleinige Fokus auf die Elektromobilität nicht das Thema der Dritev 2025 ist. „Hybridfahrzeuge und der fast schon tot gesagte Range-Extender gewinnen immer mehr an Bedeutung“, so Pfund. Launig fügte er hinzu: „Honig tropft nicht aus der Wand, wir müssen viel tun – und vor allem schnell.“

Selbstverständlich betonte er den Wettbewerbsdruck aus China. Sein Blick richtete sich aber sofort auf die Kongressteilnehmer, vornehmlich aus Europa: „Wir brauchen nicht nur hervorragende Technik, sondern auch Technik zu guten Preisen.“

Dass China nicht nur auf dem Pkw-Sektor eine starke Konkurrenz ist, verdeutlichte Co-Moderator Thomas Landsherr von MAN Truck & Bus. „Auch im Bereich der leichten und schweren Lkw ist China sehr wettbewerbsfähig geworden.“

Mercedes – eine Plattform, viele Modelle

Daniel Hopp, Senior Manager Electric Powertrain eATS 2.x bei Mercedes-Benz, verwies auf das stromlinienförmige und straßenzugelassene Versuchsfahrzeug Vision EQXX. Mit ihm gelangen Rekordfahrten über 1200 km, ohne nachzuladen. „Und zwar ohne, dass irgend welche irrwitzigen Elemente verbaut sind, sondern Standardware aus unseren Modellen und Komponenten, die bald in Serie zu sehen sind“, betonte Hopp.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
RINGSPANN GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur (m/w/d) als Produkt-Account-Manager Antriebskomponenten/Bremsen RINGSPANN GmbH
Bad Homburg Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Schulbau GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) im Bereich Hochbau- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Hausbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d/) Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Excelitas Deutschland GmbH-Firmenlogo
Qualitätsingenieur (w/m/d) Produktentwicklung Excelitas Deutschland GmbH
Feldkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur in der Bauwerksprüfung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Umweltplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur mit Projektverantwortung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
KLN Ultraschall AG-Firmenlogo
Strategischer Einkäufer im Sondermaschinenbau (m/w/d) KLN Ultraschall AG
Heppenheim (Bergstraße) Zum Job 
Max Bögl Transport und Geräte GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Prozesskoordinator (m/w/d) - Produktionstechnik Max Bögl Transport und Geräte GmbH & Co. KG
Sengenthal Zum Job 
Hochschule Emden/Leer-Firmenlogo
Professur (m/w/d) für Elektrische Energietechnik Hochschule Emden/Leer
Beckhoff Automation GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Redakteur (m/w/d) für Maschinenbau Beckhoff Automation GmbH & Co. KG
Herzebrock-Clarholz Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Bauingenieur / Projektingenieur Ingenieurbau (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 

Schnell kam er zu einem konkreten Beispiel: Die MMA-Plattform von Mercedes-Benz steht für Modular Manufacturing Architecture und ist eine neue, flexible Architektur für zukünftige Elektro- und Hybridfahrzeuge. Das erste Modell, das auf dieser Plattform basiert, ist der neue CLA, der sowohl als reiner Elektro- als auch als Hybridantrieb angeboten wird. Weitere Fahrzeuge auf dieser Plattform sollen folgen.

Dritev 2025: Fachgespräche über Technik, Antriebsarten und Kraftstoffe während der Vortragspausen. Foto: Peter Kellerhoff

Dritev 2025: Fachgespräche über Technik, Antriebsarten und Kraftstoffe während der Vortragspausen.

Foto: Peter Kellerhoff

Die MMA-Plattform soll Mercedes-Benz ermöglichen, eine breitere Palette von Elektrofahrzeugen effizienter zu entwickeln und zu produzieren. „Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie für verschiedene Fahrzeugtypen und Antriebsarten genutzt werden kann, von kompakten Limousinen bis hin zu SUV“, erläuterte Hopp. Die Plattform umfasst sowohl Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb als auch Hybridmodelle mit 48-V-Technologie. Mercedes setzt bei den Elektromodellen auf Lithium-Eisenphosphat-Batterien und ein 800-V-System. Das optimiert laut Hopp die Ladeleistung und die Reichweite.

Die batterieelektrische Variante wird standardmäßig am Heck angetrieben. Bei Bedarf schaltet sich ein Elektromotor an der Vorderachse dazu. Der Heckantrieb weist jedoch eine Besonderheit auf: Er besitzt ein Zweiganggetriebe, derzeit noch eine Seltenheit bei Elektro-Pkw. „Es senkt die Drehzahlen und erhöht das Drehmoment über einen großen Drehzahlbereich“, so Hopp.

Traton setzt auch bei schweren Lkw auf batterieelektrische Antriebe

Ulrich Zimmer ist Senior Vice President der Traton Group. Wem Traton nichts sagt: Traton gilt als einer der weltweit führenden Hersteller von Nutzfahrzeugen und gehört zu fast 90 % der Volkswagen AG. Die Dachmarke vereint mehrere Marken unter sich, unter anderem MAN, Scania und Volkswagen Truck & Bus. Zimmer liegt die Reduzierung der CO2-Emissionen von Nutzfahrzeugen besonders am Herzen – besonders die der schweren Lkw. Die Fahrzeuge mit 40 t und mehr Gesamtgewicht machen zwar nur 7 % der Bestandsflotte auf deutschen Straßen aus, seien aber für knapp die Hälfte (48 %) der CO2-Emissionen verantwortlich. „Das heißt, es gibt dort enorm große Stellhebel“, meint Zimmer und verweist auf die Traton-Strategie „BEV first“ – also batterieelektrische Antriebe auch bei schweren Lkw.

Wenn man alle Wege einberechne – von der Herstellung der Antriebsmedien über den Transport und die Bereitstellung – , dann kommt man laut Zimmer zu folgendem Ergebnis: „Bei elektrischen Antrieben sorgen 75 % der eingesetzten Energie für den Vortrieb, bei Wasserstoffmotoren sind es nur noch 25 %, bei Dieselfahrzeugen gar nur 15 %. Alles spricht für Elektro.“

Nutzfahrzeuge können bereits heute größtenteils batterieelektrisch fahren

Laut Zimmer können inklusive kleinerer Nutzfahrzeuge bis zu 75 % aller täglichen Aufgaben batterieelektrisch zurückgelegt werden. „Zumal auch die Reichweiten der Fahrzeuge steigen“, rechnet Zimmer vor. „Bei schweren Lkw sind wir schon bei 80 kWh Verbrauch auf 100 km runter – das ist ein klasse Wert.“

Was ihm noch Sorge macht, ist der mangelhafte Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland und Europa, vor allem was Hochleistungsladestellen betrifft. „Für ein effizientes Ladenetzwerk in Europa brauchen wir eine Kapazität von etwa 35 TWh grüner Energie allein für den Transportsektor“, resümiert Zimmer und mahnt, den Netzausbau möglichst schnell und effizient voranzutreiben.

Ein Beitrag von:

  • Peter Kellerhoff

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Automobil, Nutzfahrzeuge, Schiff, Bahn, Verkehr, Mobilität, E-Mobilität, Software, Cloud, Internet, KI

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.