Tests in Berlin 02.03.2015, 06:55 Uhr

Assistenzsystem von Siemens lotst Autofahrer zu freien Parkplätzen

Ein Parkmanagementsystem von Siemens soll Autofahrer gezielt zu freien Parkplätzen führen. Suchfahrten werden dann überflüssig, die in europäischen Innenstädten bis zu 30 Prozent des Verkehrs ausmachen. Erste Tests starten in Berlin. 

Siemens installiert derzeit Radarsensoren an Hauswänden und Laternen. Sie melden einer Zentrale freie Parkplätze, die der Autofahrer dann auf einem Display sieht. 

Siemens installiert derzeit Radarsensoren an Hauswänden und Laternen. Sie melden einer Zentrale freie Parkplätze, die der Autofahrer dann auf einem Display sieht. 

Foto: Siemens

Ausgewählte Autofahrer in Berlin sollen zukünftig ihren Parkplatz am Straßenrand ohne langes Suchen finden. Auf einem Display, ähnlich dem des Navigationssystems, wird er angezeigt. Die Information liefert ein Parkraum-Managementsystem, das der Technologiekonzern Siemens entwickelt hat und derzeit in München testet. Im Sommer wird es in einem Teil von Berlin in einem realitätsnahen Feldtest erprobt.

Dort, wo es Parkplätze gibt, installiert das Unternehmen Radarsensoren an Hauswänden und Laternen. Diese melden einer Zentrale die aktuelle Belegung der Parkplätze. Dazu noch die Größe der Fahrzeuge, die dort stehen sowie die Länge der Lücken. In manche passt noch ein Smart, aber kein 8er-BMW. Für die Anbindung der Sensoren ans Internet nutzt Siemens die Intel IoT-Plattform (IoT=Internet of Things). In der Parkleitzentrale werden die Daten dann aufbereitet und dem Autofahrer zur Verfügung gestellt.

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System soll auch Falschparker melden können

Was rücksichtslosen Falschparkern sauer aufstoßen wird: Das System erkennt auch Fahrzeuge, die widerrechtlich auf Busspuren, Radwegen und Bürgersteigen stehen, sodass Gefahrenquellen schnell beseitigt werden können – vorausgesetzt der Datenschutz lässt eine Weiterleitung der Information etwa an die Polizei zu.

Das System von Siemens könnte auch Städte dabei unterstützen, Falschparker sofort zu erkennen, die auf Busspuren, Radwegen oder Bürgersteigen stehen. 

Das System von Siemens könnte auch Städte dabei unterstützen, Falschparker sofort zu erkennen, die auf Busspuren, Radwegen oder Bürgersteigen stehen.

Quelle: Siemens

Die Software ist lernfähig. Nach einer gewissen Zeit ist sie zu Prognosen fähig. Autofahrer werden bereits vor ihrer Ankunft am Ziel über die zu erwartende Belegung der Parkplätze im Zielgebiet informiert. Der Autofahrer braucht nur sein Fahrtziel über Smartphone oder Navigationsgerät eingeben. Damit sollen Suchfahrten drastisch reduziert werden. Nach Erkenntnissen von Verkehrsforschern machen sie in europäischen Innenstädten derzeit bis zu 30 Prozent des Gesamtverkehrs aus.

Minutengenaue Abrechnung der Parkgebühren

Das System lässt sich noch durch eine aktive Komponente ergänzen, ein RFID-System. Das ist eine Art elektronischer Barcode. Der kleine Chip wird von Lesegeräten, die in die Radarsensoren integriert sind, drahtlos mit Strom versorgt, sodass er seine Kennung mit Hilfe eines kleinen integrierten Senders preisgeben kann. Sie kann beispielsweise beinhalten: „Ich darf hier parken, weil ich einen Anwohnerausweis habe.“ Das System lässt sich auch nutzen, um Parkgebühren bargeldlos und minutengenau zu erfassen.

Das System kann verschiedene Sensortypen integrieren und bietet damit die Möglichkeit, sich den Anforderungen jedes Stadtgebiets optimal anzupassen. Im Vergleich zu Bodensensoren können über Kopf angebrachte Sensoren nicht nur die Belegung einzeln abgegrenzter Parkplätze erfassen. Sie überblicken gleichzeitig mehrere Parkplätze sowie den angrenzenden Raum (Rad-, Fußwege oder die Fahrbahn). 

Das System kann verschiedene Sensortypen integrieren und bietet damit die Möglichkeit, sich den Anforderungen jedes Stadtgebiets optimal anzupassen. Im Vergleich zu Bodensensoren können über Kopf angebrachte Sensoren nicht nur die Belegung einzeln abgegrenzter Parkplätze erfassen. Sie überblicken gleichzeitig mehrere Parkplätze sowie den angrenzenden Raum (Rad-, Fußwege oder die Fahrbahn).

Quelle: Siemens

Und wer lieber auf Carsharing setzt: Siemens tüftelt derzeit auch an einem System, um Carsharing planbarer zu machen.

 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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