SCHIERSTEINER BRÜCKE 20.01.2016, 11:08 Uhr

2000 Tonnen schweres Brückenteil eingesetzt

Eines der wichtigsten Verkehrsprojekte Deutschlands kommt voran: Das 120 m lange Mittelstück der neuen Schiersteiner Brücke über den Rhein zwischen Mainz und Wiesbaden ist an Ort und Stelle. Acht Kräne zogen das 2000 t schwere Stahlungetüm von einem Ponton in die Höhe.

120 m lang und 2000 t schwer ist das Bauteil, das am 19. Januar 2016 von einem Pontonboot auf dem Rhein zwischen Wiesbaden und Mainz zur Schiersteiner Brücke gebracht gebracht und dort einfügt wurde.

120 m lang und 2000 t schwer ist das Bauteil, das am 19. Januar 2016 von einem Pontonboot auf dem Rhein zwischen Wiesbaden und Mainz zur Schiersteiner Brücke gebracht gebracht und dort einfügt wurde.

Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa

Das ist mal ein sichtbarer Baufortschritt: Am Dienstagmorgen klafft noch eine riesige Lücke über dem Rhein, der hier Hessen und Rheinland-Pfalz, Wiesbaden und Mainz trennt. Früh in der Dämmerung beginnt ein Ponton, aus dem Wasser gepumpt wird, sich zu heben. So lange, bis er das neue Brückenteil trägt. Und schließlich bewegt sich dieses an Drahtseilen gezogene Riesenfloß mit seiner 2000 t schweren Last sehr langsam in die Mitte des Flusses.

Schweißarbeiten dauern Wochen

Es hat ein paar Stunden länger gedauert als geplant, und doch hat alles augenscheinlich sauber funktioniert. Rund vier Stunden dauerte allein die provisorische Montage des 120 Meter langen Teilstücks der neuen Schiersteiner Autobahnbrücke.

Acht Kräne hoben das Monstrum in die Höhe der bereits bestehenden, ufernahen Teilstücke. Es war schon wieder dunkel, als die Verantwortlichen des Landesverkehrsbetriebes Hessen Mobil Vollzug melden konnten. Nun ist die Verbindung vom hessischen Ufer über einen Flussarm hin zur „Rettbergsaue“ genannten Rheininsel vollständig.

Länger als ein Fußballfeld ist das neue Verbindungsstück für die Schiersteiner Brücke. 

Länger als ein Fußballfeld ist das neue Verbindungsstück für die Schiersteiner Brücke. 

Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa

Nun wird es noch etwa zwei Wochen dauern, bis das Mittelstück fertig verschweißt ist. Später werden darauf drei von insgesamt sechs Fahrspuren asphaltiert. Bis Ende 2016 soll die rheinland-pfälzische Seite des Rheins erreicht sein; die komplette Fertigstellung der Brücke ist für 2019 geplant.

Im Gegensatz zu manch anderen Projekten dieser Größenordnung liegt dieser Bau weitgehend im Plan. Und das ist auch dringend nötig: Die aus den 1960er-Jahren stammende, nur vierspurige Autobahnbrücke der A 643 war ursprünglich für täglich 20.000 Fahrzeuge ausgelegt – heute fahren hier mehr als vier Mal so viele darüber. Und für das Jahr 2030 sind sogar 100.000 Fahrzeuge pro Tag vorhergesagt.

Chaos wegen Sperrung vor einem Jahr

Das gesamte Projekt finanziert allein der Bund. 216 Mio. € sind dafür eingeplant. „Gut angelegtes Geld“, sagt Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Noch Ende der 1990er-Jahre hatte der Staat mehr als 20 Millionen Mark in die Sanierung der alten Brücke investiert. Wenige Jahre später zeigte sich aber, dass sie nicht mehr zu erhalten war.

Allenfalls bis 2015 sollte die Brücke noch genutzt werden können, so die technischen Prognosen. Bis dahin war ein Neubau aber unmöglich umzusetzen. Deshalb wird die Brücke nun in kurzen Abständen überprüft. Wie labil sie geworden ist, zeigte sich vor einem Jahr, als ein Teilstück absackte: Ein Pfeiler hatte sich um 20 cm geneigt, in der Brücke entstanden Risse. Offenbar war das die Folge von Arbeiten an der neuen Brücke, die in direkter Nähe stattfanden.

Zwei Monate lang musste die Brücke komplett gesperrt werden. Bei bis zu 3300 Autos pro Stunde in den Stoßzeiten hieß das: tägliches Chaos. Eine eigens eingerichtete Fähre konnte mit ihrer Kapazität von 100 Fahrzeugen pro Stunde kaum für Entlastung sorgen.

Schön wäre wenn die neue Schiersteiner Brücke dann mit Diagnosetechniken ausgestattet würde, die die Belastung der Brücke rund um die Uhr messen. Mit einem Algorithmus, den Bochumer Forscher entwickelt haben, könnte das Bauwerk nämlich dann selbst Alarm schlagen, wenn ein Grenzwert erreicht ist

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