Ressourcen aufgebraucht 08.08.2016, 11:46 Uhr

Welterschöpfungstag: Ab heute leben wir auf Pump

Es ist soweit, ab heute lebt die Menschheit wieder einmal auf Pump. Der Tag der Welterschöpfung ist da. Die Ressourcen, die die Erde dieses Jahr noch ersetzen könnte, sie sind aufgebraucht – fünf Tage früher als 2015. 

Welterschöpfungstag: Ab heute leben wir auf Pump

Welterschöpfungstag 2016: Am 8. August sind alle Ressourcen aufgebraucht, die die Erde noch ersetzen könnte. Schon 2030 würde die Menschheit zwei blaue Planeten benötigen, um ihren Bedarf an Nahrung und nachwachsenden Rohstoffen decken zu können.

Foto: Tony Heald/WWF

Welterschöpfungstag: Ab heute leben wir auf Pump

Eisfiguren warnen vor Klimawandel. 

Foto: Rosa Merk/WWF

Welterschöpfungstag: Ab heute leben wir auf Pump

Verluste bei der Maisernte in Kenia.

Foto: Brent Stirton/WWF

Welterschöpfungstag: Ab heute leben wir auf Pump

Abgeholzter Regenwald in Indonesien.

Foto: WWF

Welterschöpfungstag: Ab heute leben wir auf Pump

Im Kampf gegen den Klimawandel: Windenergie nutzen.

Foto: Bruno Arnold/WWF

Das sind ja feine Aussichten: Wenn die Menschheit so weiter rumwirtschaftet, dann benötigt sie im Jahr 2030 schon zwei blaue Planeten, um ihren Bedarf an Nahrung und nachwachsenden Rohstoffen zu decken. Und 2050 sind es schon drei blaue Planeten.

Ab heute lebt die Menschheit auf Pump, der Earth Overshoot Day, der Welterschöpfungstag, ist da. Für das Jahr 2016 sind nun alle Ressourcen aufgebraucht, die der schöne blaue Planet dieses Jahr noch ersetzen könnte. Es wird enger: Noch vor einem Jahr  mussten wir erst am 13. August den Welterschöpfungstag verkünden. Der Showdown nimmt an Fahrt auf. Im Jahr 2000 war der 1. Oktober der globale Tag der Welterschöpfung.

1,7 Hektar Land für jeden Erdenbürger

Am Ende ist es ein einfaches Rechnexempel: Die Erde bietet insgesamt etwa 12,2 Milliarden Hektar bioverfügbarer Fläche, also Land zum Anbau von Nutzpflanzen. Rein rechnerisch verfügt damit jeder Erdenbürger über rund 1,7 Hektar Land, um seine Ernährungsbedürfnisse zu befriedigen.

Deutschland zum Beispiel hat sein ökologisches Länderkonto in diesem Jahr bereits am 28. April überzogen. Das liegt nach Angaben der Umweltschutzorganisation Germanwatch vor allem am hohen Kohlendioxid-Ausstoß bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas für Energie und Verkehr.

Lebensstil der US-Amerikaner erfordert 4,8 blaue Planeten

Es ist vor allem die industrielle Landwirtschaft mit ihrem hohen Flächenverbrauch, vor allem für die Fleischproduktion, die für die hohen Schulden auf dem heimischen Länderkonto sorgt. Für Österreich war schon am 17. April 2016 der Tag erreicht, an dem jeder Österreicher nur noch auf Kosten der anderen Menschen auf der Erde leben konnte.

Bei einem weltweiten Konsum- und Lebensstil wie in den USA wären derzeit bereits 4,8 blaue Planeten nötig, um alle hungrigen Mäuler zu stopfen. Würde die Menschheit so leben wie die Menschen in Indien, wäre noch Platz auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Ungerechtigkeit und Perspektivlosigkeit bedrohen den Frieden

Es ist also nur den ökonomisch Schwachen zu verdanken, dass es für das Raumschiff Erde insgesamt bis in den August reicht, bevor dann der Welterschöpfungstag dämmert. „Die Mehrheit aller Erdenbürgerinnen verbraucht noch recht wenig. Das wirkt sich rechnerisch zwar besser für die Ökologie aus – ist aber eine Katastrophe für die benachteiligten Menschen, führt zu gespaltenen Gesellschaften und dem Verlust von Fairness und Solidarität. Ungerechtigkeit und Perspektivlosigkeit sind aber eine ebenso große Gefahr für den Frieden wie der ökologische Kollaps!“, betont Wolfgang Pekny von der Plattform Footprint.

„Größte Herausforderung unserer Zeit“

Das Global Footprint Network führt die Berechnung zum Welterschöpfungstag jährlich durch. Dabei wird die global verfügbare Biokapazität dem Ökologischen Fußabdruck der Menschheit gegenübergestellt. Wenn die Beanspruchung größer ist  als der Nachschub, dann ist der Overshoot erreicht, der Welterschöpfungstag.

„Seit über dreißig Jahren häufen wir jährlich neue Schulden an“, warnt WWF-Vorstand Eberhard Brandes. „Wir müssen endlichen einen Weg finden, in den natürlichen Grenzen unseres Planeten zu leben und zu arbeiten. Das ist die größte Herausforderung unserer Zeit.“

 

Ein Beitrag von:

  • Detlef Stoller

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