Unternehmen zeigen sich besorgt 31.03.2021, 11:34 Uhr

Klimaschutz während der Pandemie: Deloitte-Studie belegt, dass die Zeit drängt

Vor der Corona-Pandemie beherrschten Meldungen über den Klimawandel die Medienwelt. Für Unternehmen und Verbraucher stand Nachhaltigkeit ebenfalls im Fokus. Wie ist das heute? Wie sich die Pandemie auf den Klimaschutz auswirkt, untersucht eine Deloitte-Studie.

Blaue Weltkugel auf Sand

Maßnahmen zum Klimaschutz haben sich in der Corona-Pandemie verlangsamt.

Foto: panthermedia.net/gunnar3000 (YAYMicro)

In Bezug auf den Klimawandel stehen wir an einem Wendepunkt. Zentrales Ziel der deutschen Klimaschutzpolitik ist die Minderung von Treibhausgasemissionen. Diese sollen bis 2030 um 55 % gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden. Rückt die Umsetzung des Klimaschutzes angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie in den Hintergrund? Klare Erkenntnisse liefert die Studie “Climate Check Pulse Survey” der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte.

Fakt ist, dass die Covid-19-Pandemie und der damit verbundene wirtschaftliche Abschwung die Maßnahmen zu ökologischer Nachhaltigkeit verlangsamt hat. Aktuelle Informationen zur Corona-Lage finden Sie in unserem News-Ticker.

Klimaschutz: Große Abstriche bei Nachhaltigkeitsinitiativen

65 % der internationalen Führungskräfte geben an, dass ihre Unternehmen aufgrund der Pandemie große Abstriche bei ökologischen Nachhaltigkeitsbemühungen gemacht haben. In Deutschland liegt diese Quote bei 72 %. Keine der befragten Firmen plant, Initiativen zum Klimaschutz einzustellen. 16 % der Befragten sind sogar überzeugt, dass das Engagement zum Schutz der Umwelt in den kommenden Monaten wieder steigen wird.

Verzicht auf Flugreisen wirkt sich positiv auf die Umwelt aus

Individuelle Maßnahmen zeigen laut den Studienteilnehmern einen positiven Effekt. Der Verzicht auf Reisen könne einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben. 56 % der deutschen Manager planen, diese erzwungene Verhaltensweise beizubehalten und auf unnötige Flugreisen zu verzichten. 38 % der Unternehmen wollen dieses Vorhaben mit einer Reduzierung von Flugreisen sowie Remote Work für Mitarbeiter unterstützen.

Unternehmen zeigen sich besorgt über den Klimawandel

Die Sorge über den Klimawandel bleibt auch in der Corona-Pandemie groß. Mehr als 80 % der Führungskräfte geben an, dass sich ihre Unternehmen besorgt über Lieferketten und betriebliche Auswirkungen zeigen, die das Klima weltweit beeinträchtigen.

Ressourcenknappheit und die damit verbundenen Kosten beschäftigt vor allem die Energie- und Konsumgüterindustrie. Hier soll es Monaten in den kommenden Bemühungen um ökologische Nachhaltigkeit geben.

Klimaschutz sorgt für Kundenzufriedenheit

Grüne Unternehmen werden von Konsumenten generell positiver wahrgenommen. Die Zufriedenheit der Kunden steige, wenn sich das Unternehmen für den Klimaschutz engagiere, so die Befragten. Auch Profitabilität und Umsatzwachstum entwickeln sich als Folge der Nachhaltigkeitsbemühungen positiv. 60 % der deutschen Unternehmen hat dank dieser Initiativen eine Verbesserung der Finanzkennzahlen festgestellt – ein wichtiger Aspekt, wenn es darum geht, die Kosten und Erträge von Klimabemühungen zu rechtfertigen und zu messen.

“Unsere Studie zeigt, dass Unternehmen mit effizienten Nachhaltigkeitsinitiativen nicht nur ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und den Erwartungen ihrer Kunden gerecht werden, sondern auch einen langfristigen, finanziell messbaren Mehrwert schaffen“, sagt Volker Krug, CEO Deloitte Deutschland.

Blick auf Green Deal der EU

Der European Green Deal wurde im Dezember 2019 von der Europäischen Kommission vorgestellt. Das Ziel: bis 2050 sollen in der EU die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf null reduziert werden. So würde Europa der erste klimaneutrale Kontinent. Wie die Ziele des Green Deals erreicht werden können, lesen Sie hier.

Krug ergänzt mit Blick auf die Auswirkungen des Green Deal: „Obwohl derzeit manche Projekte verschoben werden, sind sich die Verantwortlichen in den Unternehmen doch einig, dass sie beim Thema Klimawandel gegensteuern müssen. Dabei sollten die Firmen beachten, dass die Auflagen des Green Deal bereits im kommenden Jahr Maßnahmen und Berichtspflichten zum Umweltschutz verlangen. Darauf müssen sich viele Unternehmen in diesem Jahr vorbereiten.“

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sowie das Umweltbundesamt plädieren beispielsweise für einen massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien und für eine Mobilitätswende. Dafür braucht es einen Rahmen. Genau hier greifen neue Berufsprofile und die Schaffung neuer Jobs.

Lesen Sie auch: Wie wird man Umweltingenieur?

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Welt steht beim Klimaschutz an einem Wendepunkt

Circa 60 % der Führungskräfte sehen die Welt an einem Wendepunkt, um auf den Klimawandel zu reagieren. 63 % sind jedoch optimistisch, dass mit sofortigem Handeln die schlimmsten Auswirkungen eingedämmt werden können. Bemühungen um Nachhaltigkeit sollten verstärkt werden. 72 % der Befragten sehen hier die Regierungen in der Pflicht.

Über die Studie “Climate Check Pulse Survey”
Für die Erhebung wurden zwischen Januar und Februar 2021 750 Führungskräfte in 13 Ländern befragt. 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen kommen aus Deutschland.

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Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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