New York 10.10.2019, 12:04 Uhr

Großprojekt Central Park: Was bringt die Restaurierung?

Die ökologische Lebensader von New York City, der Central Park, ist schon seit längerem krank. Schon seit den frühen 1980er Jahren gibt es hier deswegen zahlreiche Sanierungsmaßnahmen. Das Hauptproblem, eine Bausünde aus den 1960er Jahren, besteht aber bis heute. Jetzt soll sie beseitigt werden. Des Weiteren ist eine groß angelegte Restaurierung geplant, um der altehrwürdigen Grünanlage endlich wieder neues Leben einzuhauchen.

Herbst im Central Park

Der Central Park wird nachhaltiger.

Foto: panthermedia.net/sborisov

150 Millionen US-Dollar für die ökologische Umgestaltung

In New York City ist man es gewohnt, in anderen Dimensionen zu denken. Aber auch in Big Apple ist ein Investitionsvolumen von 150 Millionen US-Dollar (ca. 137 Millionen Euro) eine beachtliche Summe. Sie wird derzeit veranschlagt, um den in die Jahre gekommenen Central Park im Rahmen eines Sanierungsprojektes auf die Höhe der Zeit zu bringen. Die Restaurierung beginnt Anfang 2021 und soll im Laufe des Jahres 2024 abgeschlossen sein. Hauptaugenmerk der gartenarchitektonischen Verjüngungskur gilt der miserablen ökologischen Situation der nördlichen Teile des Parks. Hier muss einiges wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Das betrifft insbesondere die Gewässer im Central Park.

Nach über 50 Jahren verschwindet Lasker Rink

Verantwortlich für die grüne Lunge in New York Citys Mitte ist die nicht profitorientierte, private Forsterhaltungs-Gesellschaft Central Park Conservancy. Sie gab unlängst den letzten Stand zu den Neugestaltungs-Plänen des bereits seit 1859 bestehenden Landschaftsparks bekannt. Zentrale Maßnahme der Restaurierung soll der Abriss von Lasker Rink sein. Dabei handelt es sich um eine der beiden öffentlichen Eisbahnen im Central Park. Lasker Rink wurde 1966 eröffnet und wird seither saisonal auch als Schwimmbad genutzt.

Weg frei für naturnahe Landschaften und erhöhte Attraktivität

Gleichzeitig aber stellt die Anlage aus damals üblichen, monumentalen Betonelementen einen empfindlichen Eingriff in die Ökologie und Ästhetik des Parks dar. Für sie mussten vormals offene und naturnahe Landschaften weichen. Folge ist obendrein ein Verlust an Attraktivität. Von insgesamt 40 Millionen Central Park Besuchern im Jahr besuchen nur 2,5 Millionen die nördliche Region um Lasker Rink. Dem klotzigen Gebilde fiel auch ein malerischer Wasserlauf mit Mündung ins Haarlem Meer zum Opfer. Das alles soll nun wiederhergestellt werden. Dabei ist ebenfalls an eine Promenade gedacht, die sich über eine Reihe kleinerer Inseln sowie ein Sumpfgebiet erstrecken wird. Geplant ist zudem die Errichtung einer großräumigen Böschungsanlage. Genau in diesem Bereich findet das Herzstück der Restaurierung Platz.

In Hang gebautes Gebäude mit grünem Dach

Dabei handelt es sich um ein großzügig dimensioniertes Mehrzweckgebäude, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Es wird unter anderem Umkleidekabinen sowie Toiletten für die neu zu errichtende Schlittschuh- und Schwimmanlage davor beherbergen. Clou an dem Neubau wird ein begrüntes Dach sein. Aufgrund der organischen Einbettung in die Umgebung wird das Dach für Besucher begehbar sein und sogar genügend Platz bieten, um als Treffpunkt zu dienen.

Nachhaltigkeitszertifizierung angestrebt

Für das Mehrzweckgebäude sowie die vorgelagerte überdachte Veranda und alle weiteren Baumaßnahmen, werden nachhaltige Materialien wie Holz, Stein und Glas aus der Region eingesetzt. Dazu gehört selbstverständlich die Verwendung von recycelten Baustoffen, die beim Abriss des alten Lasker Rink anfallen. Vorbildlich sollen ebenfalls die Sanitäranlagen des neuen Gebäudekomplexes ausfallen. Dafür sorgen innovative Lösungen, durch die der Wasserverbrauch während des Betriebs minimiert wird. So rechnen sich die Central Park Conservancy Verantwortlichen berechtigte Chancen auf die Vergabe eines LEED-Gold-Zertifikates aus. Dabei handelt es sich um eines der anerkanntesten Nachhaltigkeitszertifikate in den USA und Kanada.

Innen kühl im Sommer und warm im Winter dank passiver Klimaregulierung

Ins Gewicht fällt hier sicher auch, dass das Gebäude so in die Böschungsanlage eingefasst beziehungsweise hineingebaut ist, dass eine Aufheizung der Räumlichkeiten im Sommer auf natürliche Weise vermindert wird. Im Winter sorgt eine bewegliche Glasfassade dafür, dass die Innenräume bei verringertem Luftzug bestens mit wärmendem Sonnenlicht versorgt werden. Allein durch diese passive Klimaregulierung werden enorme Mengen an Energie für das Kühlen und Heizen eingespart.

Fassade aus vogelfreundlichem Glas im Central Park

Apropos Glasfassade: Auch hier wurde an die Umwelt gedacht und daran, das Kollisionsrisiko für Vögel auf ein Minimum zu reduzieren. Daher ist vorgesehen, reflexionsarmes, vogelfreundliches Glas zu verbauen. Geleitet wird die Central Park Restaurierung in New York übrigens vom Landschaftsarchitekten Christopher J. Nolan, der Architektin und Designerin Susan T. Rodriguez sowie dem Architekten Mitchell Giurgola.

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Von ingenieur.de

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