Umwelt 25.02.2011, 19:51 Uhr

Aus CO2-Abgas wird Kunststoff

Am 17. Februar wurde im Chempark Leverkusen eine neue Pilotanlage von Bayer in Betrieb genommen, um Kohlendioxid (CO2) aus der Energiewirtschaft für die Produktion von Polyurethan zu nutzen. Das klimaschädliche Abgas findet so nachhaltige Verwertung als Kunststoffrohstoff.

Neue Wege bei der Herstellung von hochwertigen Kunststoffen geht Bayer. Hochreines Kohlendioxid (CO2) liefert der Stromerzeuger RWE Power aus der Rauchgaswäsche seines Innovationszentrums Kohle am Braunkohlekraftwerk Niederaußem bei Köln zum Chempark Leverkusen. Dort betreibt Bayer Technology Services seit 17. Februar eine Pilotanlage, die mithilfe des Kohlendioxids und weiteren Chemierohstoffen Polyol – eine der beiden Komponenten, die für die Herstellung von Polyurethan (PU) benötigt wird – im Kilogramm-Maßstab herstellt.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Airbus-Firmenlogo
Program Certification Engineering (d/m/f) Airbus
Manching Zum Job 
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Gruppenleiter (m/w/d) Konstruktion Stahlbrücken Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG
Sengenthal Zum Job 
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Infrastrukturprojekte Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung
Stuttgart Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
IT-Systemingenieur*in Leitsysteme Busbetrieb Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleitung (m/w/d) "Technische Projekte" Allbau Managementgesellschaft mbH
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich Mobilität / Verkehr THOST Projektmanagement GmbH
Nürnberg,Hannover Zum Job 
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Projektleiter:in für große Investitionsprojekte (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung-Firmenlogo
Planungskoordinator (m/w/d) im Projekt Zukunftsquelle Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung
Stuttgart Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
FCAS2023 Flight Simulation Architect (d/f/m) Airbus
Manching Zum Job 
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Leitende:r Ingenieur:in der technischen Betriebsführung / Klärwerk Wansdorf (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe
Schönwalde-Glien Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
FCAS2023 Flight Simulation Integration Engineer (d/f/m) Airbus
Manching Zum Job 
Cycle GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur für Elektronik (m/f/d) Cycle GmbH
Hamburg Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich verfahrenstechnischer Anlagenbau (Chemie und Pharma) THOST Projektmanagement GmbH
Nürnberg,Hannover,Berlin,Leipzig,Hamburg Zum Job 
Mitscherlich PartmbB-Firmenlogo
Patentingenieur (w/m/d) Fachrichtung Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Maschinenbau oder vergleichbar Mitscherlich PartmbB
München Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Elektrotechnik (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen,Lingen (Ems) Zum Job 
newboxes GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Produktentwicklung (m/w/d) newboxes GmbH
Deutschlandweit Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Automatisierungstechnik (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen Zum Job 
Leviat GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Leviat GmbH
Langenfeld (NRW) Zum Job 
ILF Beratende Ingenieure GmbH-Firmenlogo
Projekt- und technischer Angebotsingenieur (m/w/d) ILF Beratende Ingenieure GmbH
München, Bremen, Hamburg, Essen, Berlin Zum Job 

Das innovative Verfahren ist Ergebnis des gemeinsamen Projekts „Dream Production“ von Wirtschaft und Wissenschaft. Bayer arbeitet bei dem Projekt nicht nur mit dem Energieunternehmen RWE, sondern auch mit der RWTH Aachen und dem gemeinsam mit der Hochschule betriebenen CAT Catalytic Center zusammen.

„Kooperationen spielen für uns eine herausragende Rolle, weil wir überzeugt sind, dass wir nur gemeinsam Erfolg haben können“, betonte Wolfgang Plischke, für Innovation, Technik und Umwelt zuständiges Bayer-Vorstandsmitglied, anlässlich des Starts der Pilotanlage in Leverkusen den Nutzen der Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung und Industrie. Denn im Projekt „Dream Production“ soll erstmals die katalytische Umsetzung des Abfallprodukts Kohlendioxid zu hochwertigen Materialien im Technikumsmaßstab ausgeführt werden. Den Forschern sei vor Kurzem ein Durchbruch in der Katalysetechnik gelungen, was die effiziente Nutzung von CO2 erst ermöglicht habe.

In der aktuellen Initiative wird am CAT unter anderem die Kompatibilität des Katalysators mit dem CO2 aus dem Kraftwerk geprüft. Die RWTH Aachen unterzieht das neue Verfahren über alle Stufen einer ökologischen sowie ökonomischen Gesamtbetrachtung und vergleicht es dabei auch mit herkömmlichen Prozessen und Produkten.

„Es besteht hier die Chance, Deutschland als einen Marktführer für solche Technologien zu etablieren und uns damit eine Führungsrolle im internationalen Wettbewerb zu sichern“, so Plischke. Die Inbetriebnahme der Pilotanlage betrachtete der parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zudem auch als einen „revolutionären“ Ansatz, der die Sicht auf Kohlendioxid völlig umkehre. „CO2 ist durch die Klimadiskussion in die ‚Schmuddelecke’ der öffentlichen Wahrnehmung geraten – nun fördern wir die Erforschung von Alternativen, um CO2 als Rohstoff sinnvoll zu nutzen“, erklärte Rachel.

Das Land NRW unterstützt ebenfalls – gemeinsam mit Bayer – das Katalysezentrum CAT. Das Projekt „Dream Production“ wird insgesamt mit Bundesmitteln von und 5 Mio. € gefördert. Inklusive der Beteiligung der Industriepartner beträgt der Gesamtetat für dieses Projekt etwa 9 Mio. €.

Falls die Erprobungsphase mit der Pilotanlage positiv verläuft, soll ab 2015 die industrielle Produktion von Kunststoffen auf CO2-Basis anlaufen. An einer bereits bestehenden anderen Anlage kann Bayer Material Science die neuen mit Polyolen aus der Pilotanlage erzeugten Polyurethane testen. Aus ihnen wird vor allem weicher und harter Schaumstoff gewonnen. JÜRGEN SIEBENLIST

Ein Beitrag von:

  • Jürgen Siebenlist

    Redakteur VDI nachrichten. Fachthemen: Kunststofftechnik, Logistik, Verpackungstechnik, Textiltechnik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.