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Apple verspricht klimaneutrale Produkte ab 2030

23. Juli 2020

Dschungel
Grüne Ausgleichprojekte sollen dazu beitragen, dass Apple klimaneutral wird.
Foto: panthermedia.net/meinzahn
Der Technologiekonzern Apple will seinen Beitrag zur Energiewende leisten. Das Besondere daran: Auch die Lieferanten sollen ihre Produktion so umstellen, dass sie in zehn Jahren keinen CO2-Fußabdruck mehr verursachen. 70 Zulieferer sollen sich bereits verpflichtet haben.
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Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind bei Apple keine neuen Themen. Der Konzern versteht sich als Innovationsschmiede und hat das durch etliche Produkteinführungen wie seinerzeit das iPhone oder das Tablet unter Beweis gestellt. Zu den logischen Weiterentwicklungen gehört es aus Sicht von Lisa Jackson, den Anforderungen der heutigen Zeit zu entsprechen und die Energiewende voranzutreiben. Dass Apple diesen Ansatz ernst meint, wird schon an Jackson selbst deutlich. Die Chemieingenieurin ist Vorstandsmitglied und seit 2013 dafür zuständig, Umweltschutz im Unternehmen zu fördern. Zuvor war sie Umweltministerin unter Barrack Obama. Die ehrgeizigen Ziele wundern daher nicht: Bis zum Jahr 2030 möchte Apple es schaffen, vollständig klimaneutral zu arbeiten, also keinen CO2-Fußabdruck mehr zu hinterlassen.

Die besondere Herausforderung sind dabei die Zulieferer, die über die ganze Welt verteilt sind. Zudem ist die Produktion der zahlreichen Geräte naturgemäß mit erheblichem Energieaufwand verbunden. Laut Apple sind aber bereits einige wichtige Schritte passiert, und gemeinsam mit den Zulieferern soll es schnell vorangehen. 70 Unternehmen hätten sich laut einem Bericht des Handelsblatts bislang verpflichtet, ihren Teil zu diesem Ziel beizutragen, darunter Henkel, Tesa und der US-Konzern 3M. Mit welchen Maßnahmen Apple diese hohe Zahl an Zugeständnissen erreicht hat, ist nicht bekannt.

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Nur noch Strom aus erneuerbaren Energiequellen

Ein wichtiger Faktor auf dem Weg zu einer klimaneutralen Produktion ist für Apple der Strom. Er soll langfristig zu 100% aus erneuerbaren Quellen stammen. Bei allen Stores, Büros und Rechenzentren seit das bereits jetzt der Fall – durchgehend in den 44 Ländern, in denen Apple vertreten ist. Ansatz sei es dabei, nicht einfach nur Ökostromtarife zu buchen, sondern Projekte zur Energiegewinnung zu fördern, etwa Windkraft oder Solarenergie. Laut Apple gehöre das Unternehmen zu den bedeutendsten Investoren in Ökostrom-Projekte, abgesehen von den Energieunternehmen selbst.

Geschäftsreisen der Mitarbeiter würden zusätzlich durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen, da sich hier die Kohlendioxid-Emissionen nicht ganz vermeiden ließen. Das gilt seit dem 1. April. Laut dem Apple-Nachhaltigkeitsbereich ist der CO2-Ausstoß aus dem laufenden Betrieb seit dem Jahr 2011 um 71% gesunken, während sich gleichzeitig der Energiebedarf vervierfacht hat.

Die Materialien: robust und zum Teil selbst entwickelt

Parallel entwickelt Apple Produktionsverfahren weiter, um dabei grundsätzlich mit weniger Energie auszukommen. Gut für die Umwelt sollen die Produkte nach Möglichkeit auch noch sein, wenn sie die Fabrik längst verlassen haben. Die Geräte würden daher immer energieeffizienter ausgelegt und seien für eine lange Lebensdauer gebaut, aus robusten Materialien. Das geht Hand in Hand mit der Ankündigung, „eines Tages 100% recycelte und erneuerbare Materialien für alle Produkte und Verpackungen einsetzen“. Ganz oben auf der Liste der Materialien, für die ein geschlossener Rohstoff-Kreislauf geschaffen werden soll, stehen Aluminium, Kobalt, Kupfer, Glas, Gold, Lithium, Papier, Kunststoffe, Seltene Erden, Stahl, Tantal, Zinn, Wolfram und Zink.

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Eigene Materialentwicklungen sollen dazu beitragen, die Schere zwischen vorhandenen Recyclingmaterialien und den hohen Qualitätsstandards zu schließen. Als Beispiel nennt Apple die neue Aluminiumlegierung für die Gehäuse des MacBook Air, Mac mini, iPad und der Apple Watch. Sie soll vollständig wiederverwendet werden können. Bei Verpackungen war es einfacher: Kunststoff wurde bereits größtenteils durch Pressfaser ersetzt. Papier werde ohnehin nur in recycelten Varianten eingekauft.

Material Recovery Lab für das Recycling der eigenen Alt-Geräte

Apple hat mit Daisy einen eigenen Demontage-Roboter am Start, der Komponenten aus alten Geräten ausbaut und sortiert. Dave ist ebenfalls ein Industrieroboter und darauf spezialisiert, Seltene Erden, Stahl und Wolfram aus ausgebauten Komponenten und Altmaterialien zu sammeln. Die Verbraucher werden durch Gutschriften dazu motiviert, alte Geräte bei Apple abzugeben.

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Das wird allerdings alles nicht ganz reichen. Einen Ausgleich will Apple durch seinen CO2-Fonds schaffen, an dem auch die Non-Profit-Organisation Conservation International beteiligt ist, die sich für die Artenvielfalt einsetzt. Der Fonds soll dazu dienen, Wälder, Feuchtbiotope und Grassavannen zu schützen und wiederherzustellen.



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